Vater will , und meine zweite Mutter begehrt . Die Frau des Juden Joël ziehe immerhin gen Lüttich , wie der Ohm nach Baldergrün . Mit der Erstern sey der Gott der Barmherzigkeit und der Vergebung Engel , für den Zweiten mag meine fromme Schwester beten . Ich aber für mein Theil , will hingehen und , ein gehorsamer Sohn , die Ältern fragen : Wo ist die , die ich freien soll ? Zeigt und nennt sie mir , daß ich thue nach euerm Willen . « - » Ihr wolltet wirklich ... ? « fragte Fiorilla halb fröhlich überrascht , halb ängstlich : » Ohne zu wählen , ... ohne zu überlegen .. , ? « - Dagobert zückte spöttisch die Achseln . » Hatte ich nicht schon gewählt , und stehe jetzo doch allein ? « fragte er : » Laßt mich gewähren . Die Zeit eilt . Die Stunden sind gezählt , wie meines Vaters graue Haare . Ehe er von hinnen geht , soll er Freude an seinem Sohne erleben , und wenn mir auch das Herz darüber bräche . Leb ' wohl , Fiorilla , und habe Dank . « Fußnoten 1 Der Ort , in welchem der Rath diese Personen gebannt hatte . - Zwölftes Kapitel . .... ein nomadisch Volk , Diebisch , listig und verwegen , Heidenbrut aus Afrika , Vogelfrei und dennoch furchtbar . Romanisches Lied . Die edle Frau von Dürning stand ihrer Tochter gegenüber , und beide schienen ihr Wesen gegen einander ausgtauscht zu haben . Regina , die sonst gewohnt war , mit niedergeschlagenen Augen der Mutter Worte anzuhören , wie ein demüthig Kind , stand nun aufgerichtet vor ihr ; im offnen geraden Blicke freudige Unbefangenheit , Lichter einer seligen Lust , die auch ihre Züge mit rosigem Schimmer verklärten . Frau von Dürning hingegen hatte die Augen zu Boden gerichtet , sah sinnend vor sich hin , und um ihren Mund spielte das leichte Lächeln , das sich einfindet , wenn uns eingetroffen ist , was wir für unmöglich hielten , und was wir überrascht in eine nicht unangenehme Wirklichkeit treten sehen . So wie in Reginens Gesichte etwas Siegerisches lag , so prägte sich in der Mutter Zügen ein gewisses Nachgeben aus , das nicht Zwang und Gewalt , sondern mütterliche Liebe allein herbeigeführt zu haben schien , und in dem dazu gehörigen Tone , wiewohl in der obigen Stellung noch verharrend , fragte sie die Tochter : » Bist Du nun zufrieden , mein Kind ? « - » Zufrieden und glücklich , mein Mütterlein ! « erwiederte Regina , und der Mutter Sanftmuth zog das Mädchen unwiderstehlich an deren Brust . » Fast kömmt mir ' s vor , wie ein Traumbild , « hob wieder die Edelfrau an , schüttelte lächelnd den Kopf , und trat an das offne Fenster . » Dort gehen aber noch beide , « fuhr sie fort : » der alte Herr in seinem stattlichsten Feierkleide , und sein Sohn in dem schlichten kurzen Rocke , der ihm so gut steht , wie ich nicht mehr länger läugnen mag . « - Regina blintzelte verschämt über die Schulter der Mutter , und lispelte : » Leb ' wohl , und kehre recht bald wiedeer , Du guter , guter Mensch . « - » Er wird wohl nur zu bald wiederkehren ; « meinte die Mutter schalkhaft : » ist ' s doch , als ob der junge Mann in den Krieg müßte , so eilt er sich mit Freierei und Einsegnung . Ei , wer hätte gestern dieses schon gedacht ? « - » Lieb Mütterlein , « versetzte Regina : » seit gestern wußte ich ' s ganz gewiß , daß Dagobert , mein Herr wird , und kein Andrer . « - » Sieh doch ! « schaltete die Edelfrau ein : » So laß doch hören , Du verständig und vorwitzig Kind . « » Ich will Euch dessen haarklein berichten , « antwortete die Tochter freundlich , und setzte sich zu der Mutter Füßen auf den gepolsterten Schemel : » Euch war es lange nicht nicht mehr unbekannt , daß ich den Junker liebgewonnen hatte seit verwichnem Osterfeste , und noch viel mehr zur Zeit , da er in unsern Forst kam mit der armen Dirne , die er leider damals liebte , wie sie ' s nicht verdiente , weil sie eine Jüdin war , und weil sie ihm nicht treu blieb . Seither habt Ihr mir verboten , ihm merken zu lassen , daß ich ihm hold sey , und nachdem wir in seinem Hause seiner Eltern Hochzeittag begangen , habt Ihr mir untersagt , an ihn zu denken , weil er damals frei heraus gesagt , er werde , obgleich vom Kircheneide frei , nimmer heirathen in seinem Leben . Aber , gute Mutter ; das untersagt sich leichter , als sich ' s thun läßt , dem Verbote zu gehorchen . Wider Willen sogar mußte ich stets an ihn denken , und ich hatte ihn jetzt weit lieber denn zuvor , und grämte mich schier , als unsere Nachbarin vom Wildenstein Hochzeit machte , und ich sah , wie die beiden Brautleute sich herzten , und ich mir immer sagen mußte , Dagobert und ich würden nimmer ein glückliches Paar werden dürfen . Da begab es sich einstmal - es mögen drei Sonntage seitdem vergangen seyn , - daß Ihr nach Friedberg gefahren wart , und ich das Haus hütete . Ich hatte Langeweile in den Stuben , und keine Kurzweil in unserm kleinen Garten , weil die Blumen schon meistens abgeblüht haben , und auch die Bäume fruchtleer stehen , des Frostes wegen , der die Blüthen verdarb . Gar zu gern hätte ich mich unter die Hofleute gemischt , die unter der großschattigen Linde des Burgplatzes saßen , und mit Plaudern und Scherz und Gesang sich den Feiertag vertrieben ; aber Ihr habt mir oft