neben der in Küstrin lebendig gebliebenen Tradition – einerseits die Angaben des Generals von Münchow ( Sohnes des vorgenannten Kammerpräsidenten ) , der als etwa siebenjähriger Knabe jene Schreckenstage miterlebte , andererseits , wenn auch nur mittelbar , die Worte des Prediger Besserschen Berichtes : » Er erblickte endlich , nach langem sehnlichen Umhersehen , seinen geliebtesten Jonathan am Fenster des Schlosses . « Hieraus ergibt sich mit einiger Gewißheit , daß er an einem der letzten Fenster gestanden haben muß . Es war aber das allerletzte . Das Zimmer selbst wurde später in eine Kasernenstube , noch später , unter Hinzulegung eines Nachbarraumes , in den Offizierspeisesaal der Küstriner Garnison verwandelt . Jetzt ist es Kasinosaal . Eine Inschrift fehlt ihm noch . Dafür aber ist als historisches Erinnerungsstück ein aus der Neu-Dammschen Mühle stammender Lehnstuhl aufgestellt worden , derselbe , auf dem König Friedrich , achtundzwanzig Jahre später , die Nacht vor der Schlacht bei Zorndorf zubrachte . Wo fiel Kattes Haupt ? Diese Frage bietet viel größere Schwierigkeiten , denn es streiten sich sieben Plätze darum . Ich schicke auch hier ein Bild der Lokalität voraus . Es ist dasselbe wie das schon vorstehend gegebene , nur erweitert . Weißkopf . Etwas über mannshoher Unterbau eines ehemaligen Rundturmes . Auf demselben jetzt ein Pavillon . – Steinwürfel . Nicht mehr vorhanden . Befand sich unmittelbar rechts neben einer von der Stadt , beziehungsweise von der » Mühlenpforte « her auf den Wall hinaufführenden Treppe . – Mühlenpforte . Läuft jetzt noch unter dem Wallgang hin und von der Stadt auf den Fluß zu . Ein gewölbtes Tor . Ein Tunnel . Hat Bedeutung für die Ortsbestimmung . – Kanzlei . Hart am Wall gelegenes Haus , aber noch innerhalb der Stadt . Seine oberen Stockwerke ermöglichten » von denen Fenstern « aus , von denen der Bessersche Bericht spricht , einen bequemen Blick auf den Wall . Jetzt stehen da , wo 1730 die » Kanzlei « stand , das » Blockhaus « ( Gefängnis ) und das Salzmagazin . – F. Fenster , wo der Kronprinz stand . – v. K. † Stelle , wo ( nach Hoffbauer ) Kattes Haupt fiel . Nach dieser Lokalbeschreibung lasse ich nunmehr die sieben rivalisierenden Plätze , beziehungsweise Hypothesen folgen : 1. Die Hinrichtung fand statt an der Stelle , wo jetzt der » Weißkopf « steht . 2. Die Hinrichtung fand auf dem » Weißkopf « statt , und zwar auf dem zum Schafott hergerichteten Turmunterbau , der damals ( 1730 ) noch keinen Pavillon trug . 3. Die Hinrichtung fand statt auf dem schmalen Raume , der zwischen dem » Weißkopf « und dem » historischen Fenster « liegt . 4. Die Hinrichtung fand statt auf einem » innerhalb des Festungs- oder Schloßhofes errichteten schwarzen Schafott « . So schreiben Pöllnitz und die Markgräfin . 5. Die Hinrichtung fand statt auf dem Hof von Bastion Brandenburg . 6. Die Hinrichtung fand statt ( von der Stadt aus gerechnet ) rechts neben der Treppe , die von der Mühlenpforte aus auf den Wallgang hinaufführt . Also da , wo früher der Steinwürfel stand . 7. Die Hinrichtung fand statt links neben der ebengenannten Treppe , unmittelbar – wieder von der Stadt aus gerechnet – hinter der » Kanzlei « , an der mit v. K. † bezeichneten Stelle . Die vier ersten Ansprüche sind leicht zu beseitigen . Ad 1. Von einer bloßen Weißkopf-Stelle zu sprechen , ist untunlich . Der Weißkopf stand dort schon 150 Jahre , als die Hinrichtung stattfand . Ad . 2. Von einem Schafott auf dem Weißkopf kann ebenso wenig die Rede sein , denn von Schack erzählt : » er kniete auf Sandhaufen nieder . « Also nichts von Schafott . Ad 3. Der Raum zwischen » Weißkopf « und » historischem Fenster « hat nur ungefähr sechs Schritt im Durchmesser und bot keinen Raum zur Aufstellung von zweihundert Menschen . Auch hätte der Prinz den Hergang nicht vor dem Auge gehabt , sondern auf diesen Hergang von oben her hinuntersehen müssen , wie in einen Topf hinein . Ad 4. » Schloßhof « und » mit schwarzem Tuch ausgeschlagenes Schafott « ist ganz unstichhaltig und konnte nur von Personen aufgestellt werden , die , wie Pöllnitz und die Markgräfin , die Lokalität nie gesehen hatten . Ad 5. und 6. räumt Prediger Hoffbauer ein , daß beide Hypothesen etwas für sich haben , ist aber nichts destoweniger der Ansicht , daß nur seiner Ad 7. angegebenen Stelle ( v. K. † ) alle gleichzeitigen Angaben , will sagen die Angaben Major von Schacks , Prediger Bessers , General von Münchows und Konrektor Georg Thiemes , unterstützend zur Seite stehen . Und zwar ist diese unter 7. näherbezeichnete Stelle : Erstens von dem » historischen Fenster « aus sichtbar ; bietet Zweitens Raum genug zur Kreisaufstellung von 200 Mann ; liegt Drittens ungefähr 30 bis 50 Schritt , wie von Münchow schreibt , hinter dem » historischen Fenster « ; und liegt Viertens , wie die handschriftlichen Aufsätze George Thiemes angeben , unmittelbar » hinter der Kanzlei « . Niemand , der sich mit dieser Frage längere Zeit beschäftigt und gleichzeitig , was ganz unerläßlich , in Küstrin selbst Kenntnis von der Lokalität genommen hat , wird der Hoffbauerschen Beweisführung Gründlichkeit und Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Punkte absprechen können . Dennoch bin ich persönlich geneigt , mich mehr für Annahme 5 , will sagen , für » Bastion Brandenburg « zu erklären . Allerdings beträgt die Entfernung bis dahin nicht 30 oder 50 , sondern 80 Schritt , aber auch » Bastion Brandenburg « liegt noch » hinter der Kanzlei « , und jedenfalls war nur hier Raum und Gelegenheit zu bequemer Aufstellung von 200 Mann gegeben . Dies ist nicht unwichtig , denn der von Hoffbauer bevorzugte Platz 7 ist noch immer sehr eng und zu solcher Aufstellung nur gerade notdürftig ausreichend . Unter allen Umständen bleibt die Wahl nur