, Lombard , sie Alle sind ja zugänglich , die freundlichsten Männer . Sie erwarten ja nur , daß man sie unterstützt , gewichtige Stimmen aus dem Publikum . Schaffen Sie , womit man Ihnen hilft , um den Schreiern den Mund zu stopfen . - Mit hunderttausend Thalern übernehme ich ' s. « Der Kaufmann verstand jetzt , aber er war sichtlich von einer Vorstellung betroffen , die ihn schwindlig machte . Das Argument des Legationsraths hatte etwas Verführerisches , die Verhältnisse waren , wie er sie schilderte , aber er erschrak zuerst vor dem Gedanken , daß ein einfacher Bürger sich unterfangen dürfe , in das Schicksal eines Staates einzugreifen , dann , daß er dies sein könne ; zuletzt , wenn er die angenehme Maske von der Sache fortzog , erschrak er , denn was war die patriotische Operation - ? Van Asten war ein rechtlicher Mann . » Mein theuerster Herr ! « sprach der Legationsrath wieder mit der gewohnten Ueberlegenheit des vornehmen Mannes , und auch sein Kostüm hinderte ihn nicht , die Situation , die er liebte , einzunehmen , ein Bein über das andere , den Hinterkopf mit der Lehne , die Finger der rechten Hand mit sich selbst spielend . » Mein theurer Herr , wenn wir uns doch gewöhnten , die Verhältnisse zu betrachten , wie sie sind . Was sind die Menschen in ihrer Massenhaftigkeit anders , als Heerden zweibeiniger Geschöpfe , bestimmt , von Anderen , die klüger sind , geleitet zu werden . Fragen wir uns : Wer denn überhaupt die Welt beherrscht ? Einige wenige Könige , die Genies waren oder Feldherrn aus Passion ; das waren seltene Ausnahmen . In der Regel waren es kluge Minister , schlaue Favoriten , noch schlauere Maitressen . Sie herrschten um so sicherer , je feiner sie es zu verstecken wussten . Oder wollen Sie nach Klassen gehen ? Die Hohenpriester fingen an , dann kamen die Könige , dann militärischer Adel , dann Priester , Könige und Feudalritter im bunten Gemisch , bis die Könige wieder glaubten , das Oberwasser zu haben ; da nahmen es ihnen die Philosophen . Das Schiboleth , früher Glauben geheißen , hieß nun Aufklärung . Bei allem diesem Wechsel , mein theuerster Freund , ist nur das beständig , daß die Pfiffigsten das Heft in der Hand behalten . Nun sehe ich aber nicht ab , warum die reichen Leute nicht einmal den Priestern , Rittern und Philosophen das Geschäft abnehmen , warum sie nicht auch einmal pfiffig sein und regieren wollen ? Sie ahnen nicht , mein werther Herr , welche Macht in Ihren Komptoirstuben , Ihren Wechseln , in Ihren Federstrichen ruht , durch welche Sie Welttheile verbinden . Im vollen Ernst , Ihnen , den großen Kaufleuten , Fabrikanten , blüht die künftige Weltherrschaft entgegen . Wenn Sie nur sich etwas verständigen wollten , etwas mit den Ackerbau treibenden Herrschaften , etwas mit den Herren von der Feder , es braucht da nur kleine Aufmerksamkeiten und Gefälligkeiten , ein klein wenig auch mit den Ideen , welche , was man nennt , beim Volke im Schwunge sind , so prophezeie ich Ihnen , Sie , die Herren von der Industrie , werden bald die wahre , reelle , effektive Universalmonarchie in Händen haben , wie die großen Handelsherren in dem kleinen Venedig ehedem , wie im großen England und im noch größeren Amerika jetzt schon und in Zukunft noch mehr . Sie , Sie , Theuerster , fingen ja schon an . Bravo ! Ihre Associèschast en commandite mit der Excellenz war eine großartige Idee , nur muß man sich von den vornehmen Herren nicht übers Ohr hauen lassen . Wenn Sie geschickt agiren , haben Sie den Herrn ja noch jetzt in Händen , er muß jeden Eklat vermeiden , während Sie vis-à-vis de rien Alles einsetzen müssen . Also , Courage , für Frieden und Ruhe Alles dran gesetzt , Frieden und Ruhe , welche die Nation und Ihr König wünschen . Also warum nicht frisch und kühn , ein Auge zugedrückt und in die Tasche gegriffen ! « Herr van Asten griff auch in die Tasche , aber nur , um seine Brieftasche vorzuholen . Er war während der langen Rede wieder seiner Herr geworden : » Weil mir ein Sperling auf der Hand lieber ist als eine Taube auf dem Dache . Weil mein Fuß zu dick ist , um ihn in Diplomaten schuhe zu stecken . Weil ich auf glattem Boden nicht gehen kann , und weil ich in der Schule gelernt habe , daß , wer besticht , eben so ein Schurke ist , als wer Bestechung nimmt . - Hier ist Ihr erster Wechsel . « Das Bleistift , welches die Brieftasche verschlossen , zwischen den Zähnen haltend , zog der Kaufmann den Papierstreifen heraus . » In acht Tagen stehe ich zu Dienst , « entgegnete Wandel mit einem Versuch zu lächeln . » Pressirt es so , Herr van Asten ? « - » Mich nicht . Glaubte vielleicht , daß es Sie pressiren würde , den Wechsel einzulösen . « - » Zeigen Sie . Sollt ' ich mich im Datum geirrt haben ! « Der Kaufmann hielt den Wechsel seitwärts in die Höhe . Sein Bein und Stock blieben die Barriere . » Sie haben ja wohl gute Augen . - Sehen Sie ? - Sie sehen vielleicht nicht Alles . Ich auch nicht . - Die Schrift ist blaß . Herr Legationsrath , seit acht Tagen wird sie jeden Tag blässer , und in acht Tagen hätte ich einen weißen Papierstreifen in der Tasche . Ist das nicht kurios ? « Wandel hielt die Hand vors Gesicht , um besser zu sehen . Plötzlich drehte er sich auf dem Hacken um , und sank auf den Stuhl zurück mit einem lauten Auflachen . Van Asten verlor keine seiner Bewegungen aus dem Auge . - » Das ist kurios