, noch von des Vetters hochnäsigen Töchtern ausgespottet werden . Werdet Ihr daher Bürge für mich , lieber Junkherr . Die Mutter wird , sobald als ...... « - Die Liebliche durfte nicht ausreden , und schon hatte der Kaufmann , was ihm gehörte . Wie nun Dagobert bemerkte , daß sein Gefährte mit den übrigen Jungfrauen in ' s Gespräch getreten war , und diese Letztem begierig auf die Fabeln horchten , die des Edelknechts ruhmrediger Mund zum Besten gab , so sprach er ferner zu der dankbar bewegten Regina : » Ihr werdet mir doch wohl erlauben , mein anmuthiges Fräulein , daß ich den Augenblick , in dem ich so glücklich war , Euch einen geringen Dienst zu erweisen , ebenfalls an eine Kette legen darf , wie Ihr mit dem Gedächtniß Eurer Freundin zu thun begehrt ? Der einfache Goldreif taugt immerhin für die Nonne , die nur in stiller Zelle dergleichen Weltherrlichkeiten beschauen darf ; Euerm Liebreiz und Eurer freien Jugend gebührt jedoch ein schönes Geschenk . « - Somit langte er mit sicherm Finger in des Goldschmieds Vorrathskasten , und holte den allerschönsten Ring heraus , der sich unter den übrigen ausgenommen hatte , wie ein König unter seinen Vasallen . Er war von wälscher Arbeit , und hielt einen Saphir umfaßt mit einer herrlichen Krone von Gold und Perlen . Regina wußte nicht , wie ihr geschah , als ihr Dagobert das blitzende Kleinod an den Daumen schob , wo die vornehmsten Frauen ihre Prachtringe zu tragen pflegten , und mit einem gewissen Befremden , mit einer süßen ahnenden Lust jedoch zugleich , sah sie auf das Juwel hernieder , ohne mit Worten es anzunehmen , ohne sich dessen mit Worten zu weigern . Der Goldschmied pries indessen die Freigebigkeit , mit welcher Dagobert ihm seine Forderung bewilligte , erzählte mit geläufiger Zunge , daß solch ein Wunderwerk in deutschen Landen nicht gefertigt worden , sondern , daß Neapolis dessen Heimathland gewesen ; daß vor einem Jahrzehnd ungefähr eine vornehme Frau dieses Kleinod nebst vielen andern bei ihm verpfändet , und auch nach verstrichener Lösefrist gelassen habe , und setzte schelmisch lächelnd und flüsterlich hinzu : » Der gestrenge Herr möge nicht übersehen , daß dieser Ring ein Verlobungs- und Ehereif sey . « - Unangenehm überrascht sah Dagobert nach dem Kleinod hin , welches Regina so eben wieder vom Finger zog , und sinnig lächelnd betrachtete . » Ja , ja , .... « lispelte sie , wie in einem holden Traum befangen , vor sich hin : » Das war er .... der war gemeint ; .... « - wandte sich dann zu Dagobert , und sagte mit einer Verneigung : » Es ist vielleicht nicht recht , mein edler Herr , daß ich von Euch ein Geschenk empfahe , und obendrein will sich ein köstliches , wie dieses , für mich nicht ziemen , aber dennoch behalte ich den Ring und danke Euch . Wollt mir jedoch nicht zürnen , wenn ich ihn nicht am Finger trage , sondern der Nonne gleich , in einsamer Zelle nur beschaue . « - » Thut , wie ' s Euch gefällt , « entgegnete Dagobert sichtlich erleichtert ; » Doppelt geehrt ist ein Geschenk und dessen Geber , wenn man es der stillen Aufmerksamkeit würdigt , ohne sein im alltäglichen Gebrauche zu vergessen . « - Regina warf einen verlegenen Blick auf den Jüngling , und der Ring verschwand schnell in dem golddurchwirkten Mieder . Nun erst besann sich das Fräulein auf ihre Gespielinnen , allein diese waren indessen dem schwatzhaften Gerhard bis an die Ecke der Straße gefolgt , wo ein Wildbär in starken Ketten tanzen mußte , um welches Schauspiel sich eine Fluth von Neugierigen drängte ; Dagobert schlug seiner holden Gefährtin vor , sie dahin zu führen . - » Was soll ich in dem wilden Gewühl ? « fragte sie sanft und mit leuchtenden Augen : » Vor Allem , was soll ich jetzt dort ? Führt mich lieber zu unsrer Wohnung , guter Junkherr . Die Mutter wird sich freuen , Euch wieder zu sehen . « - » Ei , « lächelte Dagobert : » der Ton mit dem Ihr langsam und gezogen diese Worte spracht , ließe mich beinahe das Gegentheil vermuthen . Wie kommt es überhaupt daß Ihr , die Herrlichkeit der Messe anzuschauen , in Eures steifen Vetters Haus gezogen seyd , welches in abgelegner , finstrer Gasse steht , und nicht vielmehr in das unsrige , mitten im Gewühl emporragende , in welches Euch obendrein der Mutter und des Vaters freundliche Einladung berief ? « - Regina betrachtete im Gehen verlegen die Schnabelspitzen ihrer Schuhe , und antwortete anfänglich gar nicht . Alsdann erwiederte sie zögernd : » Fragt mich doch nicht , ehrsamer Herr . Ich kann Euch ja hierauf nicht berichten , und ich darf es ja auch nicht . « - » Ihr kommt mir räthselhaft vor , « versetzte Dagobert , dem die Wangen heiß wurden , ohne daß er sich bewußt war , warum : » Hingen Eure Augen nicht so fest am Boden hin , wie Eure zierlichen Füßchen , ich möchte wohl die Wahrheit in ihrem klaren Spiegel erforschen . Ein Kummer scheint Eure heitre Stirne zu trüben . Was ist ' s , daß Euch ein Kind des Himmels zu bekränken vermag ? « - Regina seufzte schwer , und entgegnete so leise , daß kaum der lauschende Dagobert sie vernahm : » O Herr , auch ich habe meinen Gram , wie jeder andre Mensch , ... wie Ihr zum Beispiel selber , Junkherr . « - » Wolle Euch doch der Himmel vor solchen Leiden bewahren ! « rief der junge Mann erschrocken : » Eure Leid ist nur das eines harmlosen Kindes , und vergeht schnell wie der Märzschnee , aber ich , ich sehe meinem Trübsinn kein Ende . « - Da blickte ihn Regina von der Seite an ,