und gleich sich nicht immer gern gesellt . Ich hätte dich bald fortschicken wollen , denn daß ich nicht wegen deinem Kuchengeschwätz dablieb , kannst du dir denken . « Und Hans lachte wieder so hell und fröhlich , daß die Schlagfeder auf der neuen Stubenuhr einen Klang gab . Jos sprach ernst , beinahe klagend : » Wir sind uns also nur darum in den Wurf gekommen , weil uns die frühere Offenheit fehlte . Früher hättest du nur gesagt : So , Jos , jetzt marsch ! Ich wäre dann fort und hätte mich gefreut , morgen die Ursache zu erfahren . Mit dem Vertrauen , Hans , ist auch das rechte Befehlen und das rechte Folgen aus . Aber das ist ja der Welt Lauf . Man hat dich besser gepflegt und begossen , drum bist du weit , weit über mich hinausgewachsen . « » Nun « , bemerkte Hans , » bisher stehen wir leider nebeneinander , jeder wartet ; aber für jetzt wird ' s mir denn doch bald genug , drum sei so gut und geh mit der Wirtin hinaus , sag ' ihr deine Sache ganz kurz . Dann komm und laß uns die Plätze wechseln . « » Für mich ist das am Ende gar nicht nötig « , sagte Jos , der Schneider . » Ich will nichts von der Wirtin als Eierschalen , damit ich doch auch meine Freud ' hab ' am Osterfest . « » Und just das « , rief Hans lachend und mit dem Fuße stampfend , » just das ist ' s , was auch mich so lange wach erhalten hat . « Die Wirtin , die bisher ruhig auf der breiten Bank beim Backofen saß , verließ rasch ihren Platz , rieb sich die müden Augen , und indem sie die Stube verließ , tat sie alles , was sie schon oft wieder wach und munter gemacht hatte . Es galt ja eine kleine Neckerei , und da hatte sie noch immer von Herzen gern nach Kräften mitgeholfen . Wenn es wie diesmal den Mädchen gelten sollte , besann sie sich freilich immer zweimal , bevor sie ja sagte ; doch als Biggel hat auch sie und wohl jede sich manches gefallen lassen müssen . Bis zu ihrem zwanzigsten Jahre tragen die Bregenzerwälderinnen weite Ärmel aus beliebigen buntfarbigen Stoffen , und solche Ärmelmädchen werden noch von allen beinahe wie Kinder behandelt . Nun aber vertauscht das Mädchen diese Ärmel mit dem engen Schalk aus schwarzer Glanzleinwand , und an einem Feste , gewöhnlich am Ostertage , zeigt sich der Biggel zum erstenmal ganz neu gekleidet im Jungfrauenstuhl der Kirche ; und wenn die Burschen ihre Eierschalen , die sie dem Biggel als erstes Zeichen ihrer Aufmerksamkeit streuen wollen , auch schon damals nicht mehr bis dorthin tragen durften , so konnten sie doch noch nicht unterlassen , ihm wenigstens etwas Hennenfutter vor das Haus auf die Gasse zu legen ; das wird dann von den Eltern der Gefeierten je nach Umständen sehr verschieden aufgenommen , ausgelegt und berechnet . Bald kam die Wirtin mit der Schürze voll Eierschalen wieder in die Stube zurück . Sie war gewöhnt , jedermann zu dienen ; umsonst aber wollte sie so etwas nie getan haben und war gerade dann am kargsten , wenn ihre Gegenforderung sich nicht durch Zahlen ausdrücken ließ . Wie sie schon gehört hatte , sollten morgen nicht weniger als acht Biggel ausfliegen . Nun wollte sie denn doch bei so guter Gelegenheit auch erfahren , auf welche von diesen die beiden Burschen , besonders der reiche Stighans , es eigentlich abgesehen . Des Krämers eitler Zusel , die noch kaum neunzehn Jahre hinter sich hatte und die doch - in dem Glauben , ihr stehe gar alles wohl an - sich schon in den Jungfrauenstuhl machen wollte , wäre so ein Streich - für sie eine Demütigung - zwar von Herzen zu gönnen gewesen . Ärgerlich aber blieb dabei der Umstand , daß so eine Aufmerksamkeit von dem reichen Stighans ihr sicher mehr Freude als Verdruß machte . Früher freilich , als Hans mit Zusels älterer Schwester Angelika ein Verhältnis einfädelte , war die alte Stigerin mit Leib und Seele gegen die Krämerei und alles , was drum und dran hing ; jetzt aber galt der Krämer etwas mehr im Hause , und es schien für Hansen nicht ganz unmöglich , die Zusel in sein Haus zu bringen , obwohl die ältere Schwester ihm viel besser gepaßt hätte . Nein , schon der unglücklich verheirateten Angelika zuliebe sollte das womöglich verhindert werden . Den wackern Hans verdiente die Zusel nicht und er auch etwas Besseres . Sie wenigstens , die Kronenwirtin , wollte lieber in der ganzen Fastenzeit keine Eier gegessen haben , als daß nun auch noch die Schalen diesem Windspiel zur Freude benutzt werden sollten . Wissen wenigstens mußte sie jetzt Hansens Plan , und mit ihrem Willen sollte Zusel morgen keinen fröhlicheren Tag erleben , als sie verdiente . Gerade als ob das Mädchen , welches nun durchaus zum Tänzeln und Scharwenzeln alt genug sein wolle , dort im Herrgottswinkel sitze , stellte sie sich groß vor den Tisch hin und sagte etwas rauh : » Bisher wolltet ihr beide das nämliche ; das war gut für mich , denn so kann ich euch auf einmal bedienen . Ob es aber von jetzt an für euch nicht um so böser wäre , wenn ihr noch länger das gleiche wolltet ? Das , ihr Burschen , ist eine ganz andere Frage . Es wäre nicht gut , wenn ihr euch auch vor dem Hause des Biggels wieder treffen solltet wie hier . Macht ' s daher lieber , wie der Jos schon gesagt hat . Seid so offen gegeneinander wie früher , wo jeder dem anderen lachend seinen Plan mitgeteilt hätte . « Jetzt leerte Jos das Glas mit einem Zuge , stellte es vor sich auf den Tisch und sagte