Hinter den Schoppen stand Waldwuchs . Der Reiter ritt , da er bei diesen Häusern angekommen war , auf dem schmalen Weglein gegen das Wirtshaus , dort hielt er an , und stieg ab . Er führte sein Pferd zu einem der Pflöcke , nahm ihm die Gebißstangen aus dem Munde , zog eine Halfter aus der Satteltasche , und band es mit derselben an den Pflock . Da dies geschehen war , nahm er Wollappen von der Größe starker Männerhände aus dem Sattel , und strich mit den Lappen wechselnd die Seiten und andere Teile des Tieres . Als er damit fertig war , und die Lappen ausgeschüttelt hatte , leitete er noch seine bloße flache Hand an den Weichen und dem Rücken des Tieres hin , welches ihn dabei anblickte . Dann breitete er den Mantel über dasselbe . Als er diesen auseinander gefaltet hatte , sah man , daß er ein sehr einfaches kunstloses Stück Stoff von grober Wolle und grauer Farbe sei . Dem Pferde gab er weder Nahrung noch Getränke , sondern ließ es stehen , und ging zu einem der steinernen Tische , an dem niemand war , und setzte sich vor demselben nieder . Auf der Bank , die vor dem Hause hinlief , saß ein Mann , von dem Halse bis zur Sohle in das gleiche Stück groben braunen Tuches gekleidet . Das Tuch lag fest an seiner schlanken Gestalt . Um die Schultern hatte er ein sehr kurzes Mäntelchen mit Ärmeln , das von grauer Farbe war , und noch gröberes Tuch zeigte als die andere Bekleidung . Schwere Schuhe hüllten die Füße ein . Sonst hatte er nichts auf seinem Körper . Der Kopf war ohne Bedeckung , und wucherte mit dem dichtesten kurzen und so krausem schwarzen Haare , als wäre jedes einzelne Fädchen desselben zu einem Ringe gebogen worden . Um das Kinn , auf der Oberlippe und an den Seiten des Angesichtes war dasselbe kurze Haar , aber wo möglich noch krauser . Aus diesem Schwarz sah ein rotes junges Angesicht mit sehr großen schwarzen Augen heraus . Der Mann band mit seinen Händen einen festen Eisendraht gitterartig um einen geklüfteten irdenen Topf . Der Reiter saß mit seinem Angesichte dem Manne gegenüber . Seitwärts des Reiters , etwa zehn Schritte von ihm entfernt , saßen an einem Brettertische zwei andere Männer . Sie hatten sehr beschmutzte Lederkoller an . Die untere Bekleidung konnte man der sehr breiten Tischplatte willen nicht sehen . Ihre Lederhauben lagen auf dem Tische . Der eine hatte rotbraune Haare und einen roten Bart , der andere war schwarzhaarig ; aber in das Schwarz war schon sehr viel Weiß gemischt . Der Rotbart schien um die dreißig Jahre zu sein , der Graubart um die fünfzig . Beider Angesichter waren stark gebräunt . Vor ihnen stand ein großer grauer Steinkrug mit blauen Blumen . An der Bank neben dem Tische lehnte eine Armbrust , auf der Bank aber lag ein eisenspitziger Stock , den man auch einen Speer nennen konnte . Sonst war kein Gast auf der Gasse , als an dem entferntesten kleinsten Tische ein Kärrner , der seinen Karren mit Ware , die vielleicht Töpfergeschirr sein konnte , neben sich hatte . Ob in der Schenkstube jemand war , konnte man nicht sehen . Nur das Federvieh des Wirtes ging in der Sonne herum , und pickte zu Zeiten ein Körnchen vom verstreuten Pferdefutter . Da sich der Reiter an dem Tische niedergesetzt hatte , kam auch der Wirt im Bocklederwamse dunkeln Unterbeinkleidern und platter Haube aus der Tür mit den roten Pfosten . Er näherte sich dem Tische , an welchem der junge Reiter saß , und sagte : » Werdet Ihr etwas bedürfen , was unser Haus geben kann ? « » Wohl , wenn Ihr mir zu Diensten seid « , entgegnete der Reiter , » es ist nur wenig . Sendet mir ein Stückchen Fleisch , ein Brod und einen Trunk Bier . Und wenn ich gegessen habe , dann schickt mir einen Knecht heraus , daß ich ihm sage , was ich für mein Pferd brauche . « » Ich werde nur selber Euer Pferd betreuen « , antwortete der Wirt . » Es wäre mir lieber , wenn Ihr gerade so tätet , wie ich Euch gebeten habe « , entgegnete der Reiter . » Es ist auch gut « , sagte der Wirt , und entfernte sich . Sogleich kam ein Mädchen aus dem Hause , das rote Wangen hatte , und dem zwei lichtgelbe Zöpfe von dem Nacken über den roten Latz und das wollene schwarze Untergewand herab hingen . Das Mädchen deckte frisches Linnen auf den rauhen Stein des Tisches , und stellte Schüsselchen , und legte Messer und Gabel auf das Linnen . Dann brachte es dem Reiter in einem grauen Kruge , der auch blaue Blumen hatte , Bier und endlich ein Stück gebratener Rindschnitte und ein Laiblein Brod . Der Reitersmann zerschnitt das Fleisch und das Brod , verzehrte beides , und trank das Bier . Als er fertig war , kam der Wirt , und wollte den Krug wieder füllen ; der Reiter aber legte die Hand auf den Rand des Gefäßes , und sagte : » Es ist genug , ich habe meinen Durst gestillt . Sendet mir jetzt den Knecht , daß mein Pferd sein Obsorge erhalte . « Von dem Nebentische streckte der Rotbart dem Wirte den blaugeblümten Krug hin , daß er ihn wieder fülle . Der Wirt ging mit dem Kruge in das Haus . Als der Knecht zu dem Tische des Reiters gekommen war , und nach seinem Begehr gefragt hatte , sagte dieser : » Mache , daß eine Magd mit Wasser , Stroh und Sand ein wenig eine Pferdekufe reinige . « Da der Knecht den Reitersmann ansah , als habe er ihn nicht recht verstanden , sprach dieser neuerdings : » Ich muß meinem Pferde Reinlichkeit geben ,