gehen . Er schob nicht ungern von einem Tag zum andern auf , und was sich ihm heute nicht schicken wollte , schickte sich ihm selten schon morgen . Es mochte Wetter sein , wie es wollte , so fing er nie eine der großen Sommerarbeiten im Lauf einer Woche an . Wenn alles um ihn her zappelte , so sagte er ganz kaltblütig , wenn das Wetter gut bleibe , so wolle er am nächsten Montag auch anfangen , aber so in der Mitte der Woche möge er nicht ; der Vater hätte es auch nie getan , und das sei ein Mann gewesen , es wäre gut , es würde noch viele solche geben . Wenn es aber am nächsten Montag nicht schön Wetter war , so wartete er ruhig noch eine Woche ab . Er hätte noch nie gesehen , daß man im schlechten Wetter gutes Heu mache , und wenn es genug geregnet hätte , so werde es auch wieder gut Wetter werden . So kam es dann allerdings , daß er gewöhnlich zuletzt fertig ward mit einer Arbeit und zu vielem keine Zeit fand . Er meinte aber , wenn man schon seine Leute nicht eis Tags töte , so zürnten sie einem deswegen nicht , und wenn das Vieh auch nicht sei was Menschen , so solle man doch auch Verstand gegen dasselbe haben , wofür hätte man ihn sonst . Es sei Mancher , er gönne keine Ruhe weder Menschen noch Vieh , aber er sehe nicht , daß die gar weit kämen ; was sie erzappelten , könnten sie dem Doktor geben oder dem Schinder . Die Tiere , welche er hatte , waren ihm alle lieb , und wenn er eins fortgeben sollte , so wars , als wollte man einen Plätz von seinem Herzen damit . Er löste daher aus seinem Stall nicht viel , und mit den höchsten Preisen machte man ihm nichts feil , wenn es ihm eben ins Herz gewachsen war . Daneben , wenn er jemand etwas fahren , mit einem Pferd einen Dienst leisten sollte , so sagte er niemand ab , war dienstfertig in alle Wege , nur Geld schenkte er nicht gerne . Es hielt ihn überhaupt hart , es auszugeben . Man wüßte nicht , wie hart es ginge , bis man es hätte , sagte er , und wenn man es einmal fort hätte , so hätte es eine Nase , bis man wieder dazu käme . Anders war darin Änneli , seine Frau . Die war ein rasches Mädchen gewesen und hatte sich dreimal umgedreht , während eine Andere einmal . Kuraschiert ging sie an alles hin , und an den Fingern blieb ihr nichts kleben . Sie war in ihrer Jugend viel gerühmt worden von wegen ihrer Gleitigkeit ; so ging es ihr bis ins Alter nach , daß sie gerne voran war in allem . Es gehe in einem zu , sagte sie , und wie viel Zeit man gewinne das Jahr hindurch , wenn man alles rasch angriffe , wüßte man nicht , man könnte es mit fast ds Halb weniger Leuten machen . Z ' gyzen begehre sie nicht , Gott solle sie davor behüten ; aber wenn man Kinder hätte , so müsse man immer daran denken , daß sich einst das Gut verteile , und wenn man es mit dem ganzen Gut bösdings machen könnte , wie sollten es dann die Kinder machen mit dem halben oder einem Viertel ? Dann kämen ihr auch immer die vielen armen Leute in den Sinn , denen man helfen sollte , für die hatte man nie zu viel . Und allerdings war Änneli bsunderbar gut und konnte niemandem etwas absagen ; die Kleider gab sie fast vom Leibe , äsiges Zeug , was man wollte , ja selbst Geld schlüpfte ihr durch die Finger , wenn sie gerade im Sack hatte . Zu allen Tageszeiten sah man arme Leute , besonders Weiber mit Säcklein , kommen und gehen . Böse Leute redeten ihr nach , einesteils sei sie gerne eine berühmte Frau und besser als andere Weiber , andernteils höre sie gerne , was in andern Häusern sich zutrage , und das arme Weib kriege am meisten , welches am meisten Böses von den Nachbarsweibern zu berichten wüßte . So redeten die andern Weiber . Es war aber vielleicht nur Neid , weil sie nicht so gerne und aus gutem Herzen gaben wie Änneli , daß sie ihr so etwas andichteten . So waren also Christen und Änneli in der Hauptsache einig und gleich gesinnt . Beide wollten ihr Gut verwalten , daß sie es einst vor Gott verantworten könnten , wollten gut sein und doch an die Kinder denken , aber jedes hatte dabei seine eigentümliche Weise ; Christen wollte zusammenhalten , was er einmal hatte , Änneli wollte sich um so rascher rühren und aus allem den rechten Nutzen ziehen , damit sie dem Dürftigen um so treuer helfen könnte in seiner Not . So war die Art eines jeden , aber das Eine störte das Andere in seiner Art viel weniger , als man hätte glauben sollen . Es schien allerdings manchmal dem Christen , als ob seine Frau zu gut wäre und jedem Klapperweib Glauben gebe , und als würde das , was sie auf diese Weise unnütz ausgebe , ein artig Sümmchen ausmachen . Allein da er nicht meinte , er müsse alles gleich sagen , was ihm in Sinn kam , so hatte er Zeit zu vergleichenden Betrachtungen . So dachte er , ein jeder Mensch hätte etwas an sich , und er wolle doch lieber , Seine sei zu gut als zu bös , und daneben sei sie doch sparsam , für die Hoffart brauche sie nichts ; mit dem Haushalten möge sie nicht bald eine , und wenn es Ernst gelte , schaffe sie für Zwei und brauche nicht eine Jungfrau hinten und vornen . So möge es schon