soll , und ohne daß sonderlich Lärm daraus wird . Denn ich kenne den Amtmann , unter welchem der Kerl steht , und kann man dem schon das Maul stopfen . « Aller Anstrengungen unerachtet , wie sie sich aus diesem Schriftstück ergeben , wurde der Kronprinz nichtsdestoweniger durch andere Regimentschefs übertroffen , was ihn , ebenfalls von Ruppin aus , zu folgendem Entschuldigungs- und Klagebrief an den Obersten und Hofjägermeister von Hacke , Günstling des Königs , veranlaßte . » Das ist keine Kunst , daß des Fürsten ( Leopold v. Dessau ) und die magdeburgischen Regimenter schön sind , wenn sie Geld vollauf haben und kriegen darnach auch noch 30 Mann umsonst ! Ich armer Teufel aber habe nichts und werd ' auch mein Tage nichts kriegen . Bitte , lieber Hacke , bedenk ' Er doch das . Und wo ich kein Geld habe , so führe ich künftiges Jahr Asmus allein als Rekrut vor , und wird mein Regiment gewiß Kroopzeug sein . Sonsten habe ich ein deutsches Sprichwort gelernt , das heißt : › Versprechen und Halten , Ziemt wohl Jungen und Alten ‹ ... Ich verlasse mich allein auf Ihn , mein lieber Hacke . Wo Er nicht hilft , so wird es schlecht aussehn . Heute habe wieder angeklopft ( an den König um Geld geschrieben ) und wo das nicht hilft , so ist es gethan . Wenn ich noch könnte Geld geliehen kriegen , so wäre es gut . Aber daran ist nicht zu denken . So helft mir doch , lieber Hacke ! Ich versichere , daß ich allzeit danken werde . Der ich jederzeit meines lieben Herrn Hauptmanns ganz ergebener Diener und Freund bin , Friedrich . « In der Tat , er wußte nicht aus noch ein , und der hervorstechendste Zug dieser » Ruppiner Tage « war vielleicht die Geldmisere . Schon als er nach Ruppin kam , war er , der Kronprinz , wie aus den Berichten des österreichischen Gesandten Seckendorff an den Prinzen Eugen hervorgeht , aller Orten Geld schuldig . Und der kaiserliche Hof ließ sich denn auch eine so schöne Gelegenheit nicht entgehen , sich durch kleine Dienstleistungen künftiger Gegendienste zu versichern . Anfang 1732 schon instruierte Prinz Eugen den Gesandten Seckendorff wie folgt : » Ew . Excellenz Obsorge muß vornehmlich darauf gerichtet sein , dem Kronprinzen nach und nach in Ansehung Kaiserlicher Majestät diejenigen Principien beizubringen , die zu unzertrennlicher Befestigung der zwischen den beiden Höfen dermalen unterlaufenden engen Freundschaft nöthig ; zu welchem Ende man auch von hier aus sowohl mit dem Gelde , als mit anderem so zu des Prinzen Vergnügen gereichen mag , an die Hand gehen wird . Nur daß Ew . Exc . die nöthige Obsorge tragen , daß weder der König noch sonst jemand anders wegen des dem Kronprinzen zu gebenden Geldes einigen Argwohn schöpfe . « Danach wurde denn auch verfahren , und Seckendorff machte den Anfang mit Übersendung von 500 Dukaten , welche er , zwischen Bücher verpackt , nach Ruppin hinschickte . Der richtige Empfang sollte durch die zerrissenen Stücke des Briefes bescheinigt werden . Der Kronprinz antwortete umgehend von Ruppin aus : » Das Buch , welches Sie mir geschickt haben , finde ich ganz charmant und schicke Ihnen in einem Couvert das › Lied ‹ ( die zerrissenen Stücke des Briefes ) welches Sie von mir zu haben wünschen . « – Wenn Friedrich anfangs noch glauben konnte , daß er das Geld , welches ihm später beinah regelmäßig in heimlicher Weise gezahlt wurde , von Seckendorff persönlich erhalte , so wurde er durch diesen selbst bereits unterm 13. April 1733 über die wirkliche Sachlage aufgeklärt : » Sie können versichert sein , daß der Kaiser Seinerseits nichts versäumen wird , Ew . Königlichen Hoheit diejenige Achtung zu bezeigen , welche Se . Majestät vor den persönlichen Verdiensten Ew . K. H. gefaßt hat . Die Summe , welche Ew . K. H. mir schulden , ist schon bezahlt ; Ew . K. H. werden , glaub ich , leicht errathen , durch wen . Da Ew . K. H. mir die gegenwärtige Noth schildern ( sie betraf die Hochzeitsreise nach Braunschweig , zu welcher der König nichts extraordinär bewilligen wollte ) werde ich Ihnen den Rest der Unterstützung auszahlen . « Unzweifelhaft war es dem Kronprinzen ein peinliches Gefühl , durch den Gesandten eines fremden Hofes Gelder zu erhalten . » Weil dies jedoch « , wie er sich selber ausdrückte , » immerhin noch besser war als Hungers zu sterben « , so nahm er auch noch 1735 unbedenklich eine kaiserliche Unterstützung von 3 000 Dukaten an . Erst von 1737 ab wurden diese Verlegenheiten in etwas geringer . Um diese Zeit erhielt er , außer dem Gute Zernikow , auch noch eine königliche Zulage von 12000 Talern und etwas später das etwa bis zu gleicher Höhe ( 12 000 Taler ) sich erhebende Einkommen von dem Trakehner Gestüt . All dies half , gewiß , aber es half nicht viel , und erst nach seiner Thronbesteigung sah er sich in der Lage , sich seiner zahlreichen , aus den Ruppiner und Rheinsberger Tagen herstammenden Verpflichtungen entledigen zu können . Ob auch gegen den österreichischen Hof ? Er hätte wenigstens die dazu nötigen Summen aus Schlesien leicht bestreiten können . 6. General von Günther 6. General von Günther Und Ihm , Von dem ich Ehre und irdisches Gut Zu Lehen trage und Leib und Blut , Ihm hab ' ich mich ganz ergeben . Johann Heinrich Günther , ein ausgezeichneter Führer leichter Truppen , der glorreich fortsetzte , was unter Zieten und Belling begonnen worden war , ward im Sommer 1736 , also in demselben Jahre , wo Kronprinz Friedrich nach Rheinsberg hin übersiedelte , zu Neu-Ruppin geboren . Er war aus bürgerlichem Stande . Sein Vater stand als Feldprediger beim Regiment Kronprinz und zeichnete sich durch Kanzelberedsamkeit aus . Der Sohn , unser General Günther , gehört