berühmten Krieger , wie Sie , so leicht in Harnisch bringen ? « Der Capitain legte ihm die Hand auf den Arm . » Keine Scherze , de Sazé , « sagte er ernst , » der Gegenstand ist zu hoch dazu . « » Bon ! So wende ich mich zu einem geeigneteren Bilde . Sehen Sie , Fürst , dort jene lange hagere Gestalt mit der hohen fabelhaft weißen Cravatte ? Daß es Einer unserer neuen Herzensalliirten ist , ein Exemplar , das uns Azincourt und Waterloo , Malplaquet und St. Helena vergessen machen soll , brauche ich nicht erst zu sagen . Man wittert den reisenden Briten auf hundert Schritt . Der Mann - Lord Scherkliffe , Parlamentsmitglied und Besitzer einiger solider Grafschaften - macht jetzt Aufsehen in unserer guten Stadt Paris , und wenn er das glattrasirte Kinn in die Loge der italienischen Oper steckt , wenden alle Damen die Gläser nach ihm . Wissen Sie , warum ? Er ist ein Othello ganz neuer Art. Lord Scherkliffe ist einer der ersten Gemäldekenner unserer Zeit und beschäftigte vor etwa fünf Jahren einen jungen Maler in Rom , einen Italiener , der bereits durch seine Bilder auf allen Ausstellungen einen bedeutenden Namen erworben hatte . Der gute Lord besaß neben seinen Millionen eine blonde Lady , der aber der römische Künstler besser gefiel , als der langweilige Bildernarr , ihr Gemahl . Erst nach mehreren Monaten überzeugte sich dieser , daß er auch hier den Narren gespielt , empfahl sich höflich seinem Protegé , dem Maler , und reiste mit der verliebten Dame nach Hause , wo er sie manierlich ihren Eltern ablieferte , nachdem er ihr die in Rom gemachte Entdeckung mitgetheilt . Dann ging er auf Reisen und besuchte Deutschland , Rußland , Italien , und sammelte überall zu enormen Preisen Gemälde . Mit einem ganzen Wagen voll kam er nach Rom , besuchte seinen alten Freund und kaufte alten Freund und kaufte ihm die neuesten Werke seines Pinsels ab . Kaum war er im Besitz derselben , so verlangte er Genugthuung für seine Hahnreischaft und forderte den Erstaunten auf Pistolen . Man schlug sich , und mit dem ersten Schuß lähmte der Engländer dem Künstler den linken Arm . Nach einem halben Jahre kam er wieder und bestand auf einem zweiten Duell . Der Künstler mußte sich fügen und die Kugel des beleidigten Eheherrn traf sein rechtes Handgelenk , so daß die Hand amputirt werden mußte . Als die Kur glücklich vorüber war , erschien der Lord am Krankenbett seines Feindes und sagte ihm gelassen : Ich habe jetzt meine Rache befriedigt . Sie sind als Künstler zu einem lebendigen Tode verdammt . - Sie irren sich , entgegnete der Unglückliche ; meine Werke werden Ihre Bosheit überleben . Der Ruhm meiner Madonna in Paris , meiner Auferstehung in der Gallerie von Petersburg und zahlreicher anderer Werke vermögen Sie nicht zu vernichten . Ich kann nicht mehr malen , aber meine Bilder werden meinen Namen lebendig erhalten . - Der Lord zeigte ihm ein Papier . Ist diese Liste Ihrer Bilder vollständig ? - Mit Staunen bejahte der Künstler . - So bin ich im Besitz aller Ihrer Werke , selbst die Skizzen habe ich nicht vergessen . Es hat mit viel Mühe gemacht und viel Geld gekostet , aber ich habe meinen Zweck erreicht . Wollen Sie mich nach Hause begleiten , um sich zu überzeugen ? mein Wagen wartet . - Der Unglückliche begriff und bat um Gnade . - Sie haben meinen ehelichen Frieden gestört , ich vernichte den Ihren , sagte Scherkliffe eisig . Sie sollen das Gefühl mit sich umherschleppen , daß keine Spur Ihres Namens und Ihres Talents auf der Welt zurückbleibt . - Nach einer Stunde brachte ein Diener dem Verstümmelten eine große Urne voll Asche , - sie enthielt Alles , was von seinen Werken auf der Welt übrig war . « » Das ist teuflisch ! « rief der Capitain . » Ein Mann , der zu hassen und zu lieben versteht ! « versetzte der junge Russe . » Halt , mein Fürst ! « plauderte Sazé weiter , » das verstehen wir wahrhaftig auch , nur auf andere Weise . Sehen Sie dort Marschall St. Arnaud ? Die Fama bezeichnet ihn bereits als Commandeuer en chef , wenn Ihre Maje Majestät unsern kleinen Neffen des großen Onkels im Invalidendom zum Aeußersten zwingt . Der liebe Marschall scheint eine neue Intrigue des Prinzen zu wittern , der gern für seine Reputation einige nothwendige erste Lorbeeren pflücken möchte , und hofft ihr hier auf die Spur zu kommen . Wissen Sie , daß dieser unser lieber General vor kaum Jahresfrist seinem Busenfreund den Säbel durch den gestoßen hat , bloß weil dieser ihn bei Madame , seiner Frau , in zarter Situation getrossen und aus dem Hause geworfen hatte ? « Méricourt lachte . » Sie sind die boshafteste Zunge , die mir noch vorgekommen Sazé , « sagte er . » Ich darf die Ehre der Armee durch Sie nicht so gefährden lassen . « » Eh bien , mein lieber Vicomte , ich bin nicht schwierig . Gehen wir von der Armee zur Diplomatie über . Unser getreuer Verehrer der Rachel ist freilich nicht hier und intriguirt jenseits des Kanals , aber ich kann Ihnen Ersatz geben . Sehen Sie da den Herrn der eben mit Persigny spricht , Oberst Fleury geht gerade an ihm vorüber . Nun wohl ! Der liebe Graf hat kürzlich sein diplomatische Probestück abgelegt und wird sicher Carriére machen . Sie kennen Madame Fontaille , unsere allerliebste Soubrette ? Nicht ? Auch gut ; sie ist die Schönheit des Tages und unsere Börsenkönige ruiniren sich um sie . Der Graf ließ sich ihr im Zwischenakt der großen Oper vorstellen und bat um Erlaubniß , am nächsten Abend eine Tasse Thee bei ihr tête à tête trinken zu dürfen . Madame antwortete ungenirt : Ich nehme zu einer Tasse