gelb sein söllten . Kam auch gegen Abend wieder mit einem Schurzfleck voll Blumen aller Art , doch waren ihre Haare ganz naß , und hingen ihr kladdrig3 um die Schultern . ( Ach Gott , ach Gott , so mußte mir armen Mann Alles zu meinen Verderben gereichen ! ) Fragete also wo sie gewest , daß ihre Haare so kladdrig aus sähen , worauf sie zur Antwort gab , daß sie von dem Kölpin4 umb den sie sich Blumen gepflücket zum Strande gangen und sich dorten in der Sehe gebadet , dieweil es eine große Hitze gewest und sie Niemand nit gesehen . Könnte doch Sr. Majestät nun morgen , wie sie kurzweilig fortfuhre , duppelt als eine reine Jungfer unter die Augen treten . Mir gefiel solches gleich nit , und sahe ich ehrbar aus , doch sagete ich Nichtes . Am andern Morgen ware das Volk schon umb 6 Uhren umb den Hühnenstein , Männer , Weiber , Kinder , Summa : was nur gehen kunnte , das hatte sich eingefunden . Auch war mein Töchterlein schon umb 8 Uhren ganz in ihrem Schmuck , nämblich eim blau seidin Kleid , gelbem Schurzfleck , gelbem Tüchlein und einer gelben Haarhauben , so genetzet ware , und worauf sie das Kränzlein von blau und gelben Blümeken setzte . Währete nit lange so war mein Junker auch wieder da , gleichfalls sauber und ausstaffiret , wie eim Edelmann zustehet . Hätte doch Kundschaft einziehen wöllen , wannenher ich mit meinem Töchterlein nach dem Stein ginge , angesehen sein Herr Vater , Hans von Nienkerken item Wittich Appelmann wie die Lepels vom Gnitze auch noch kämen , auch viel Volks überall auf der Landstraßen lief , als wenn es heute allhie Jahrmarkt hätte . Aber ich sahe sogleich , daß es ihme nur umb die Jungfer zu thun war , anerwogen er gleich wieder sein Wesen mit ihr hatte , und alsofort auch das lateinische Geschwätze , anhub . Sie mußte ihm ihr Carmen an Se . Majestät aufsagen , worauf erden König fürstellend , ihr antwortete : dulcissima et venustissima puella , quae mihi in coloribus coeli , ut angelus domini appares , utinam semper mecum esses , nunquam mihi male cederet5 , worauf sie roth wurd , und mir es nicht viel anders erging , doch aus Aerger , wie man leichtlich gießen mag . Bate dahero , Se . Gestrengen , wölle nur zum Stein sich aufmachen , angesehen mein Töchterlein mir noch meinen Chorrock umbhelfen müßte , worauf er aber zur Antwort gab : daß er so lange in der Stuben warten wölle und könnten wir ja zusammen gehen . Summa : ich gesegnete mich abermals für diesem Junker , aber was half es ? da er nit weichen wollte , mußte ich schon ein Auge zuthun und wir gingen bald hernacher zusammen nach dem Stein , wo ich mir allerersten 3 tüchtige Kerls aus dem Haufen griff , daß sie auf den Thum gehen söllten , und anheben mit den Glocken zu läuten , wenn sie sähen , daß ich auf den Stein stiege und mein Schweißtüchlein schwenkete . Solliches versprachen sie auch zu thun , und gingen gleich abe , worauf ich mich mit mein Töchterlein auf den Stein setzte , und sicherlich gläubete , der Junker würd ein Ansehn gebrauchen , aber er thät es nicht , sondern satzte sich mit auf den Stein . Und saßen wir drei ganz allein daselbsten , und alles Volk sahe uns an , doch kam Niemand nit näher , umb meines Töchterleins Putz zu betrachten , auch die jungen Dirnens nicht , wie sie doch sonsten pflegeten , was mir nur nachhero beigefallen ist , als ich erfuhre , wie es schon darzumalen umb uns stund . Gegen 9 Uhren kam auch Hans von Nienkerken und Wittich Appelmann angegaloppiret und rief der alte Nienkerken sogleich seinen Sohn mit fast heftigem Ton ab , und da er nit gleich hörete , sprengete er zu uns an den Stein und schrie , daß alle Welt es hörete : » Kanstu Bub nit hören , wenn dein Vatter dir rufet ! « worauf er ihm verdrüßlich folgete , und sahen wir aus der Fernen , daß er seinen Sohn bedreuete , und vor ihm ausspiee . Wußten noch nit , was solches bedeutete ; sollten es aber leider Gotts bald erfahren . Bald daraufkamen auch von der Damerow her die beiden Lepele vom Gnitze6 und salutirten sich die Edelleut auf einem grünen Brink dicht bei uns , doch ohne uns anzusehen . Und hörte ich , daß die Lepele sagten , so dieser Straßen gezogen waren , daß von Sr. Majestät noch nichtes zu sehen wär , aber die Scheerenflotte umb den Ruden würde schon unruhig und käme bei vielen hundert Schiffen angesegelt . Da solches nun Mehrere gehöret , lief alles Volk sogleich zur Sehe ( so nur ein klein Endiken von dem Stein ist ) und die Edelleute ritten selbsten hinan , ausgenommen Wittich , so von dem Pferde gestiegen war , und da er sahe , daß ich den alten Paassch seinen Jungen in eine hohe Eiche schicketeumb nach dem König überzuschauen , sich alsofort wieder an mein Töchterlein gemacht hatte , die nunmehro ganz allein auf dem Stein saß . » Warumb sie seinen Jägersmann nicht genommen und ob sie sich nit besinnen wölle , und ihn noch nehmen , oder sonsten bei ihme ( dem Amtshaubtmann ) selbsten in Dienst treten , denn thäte sie dieses nicht , so achte er , daß es ihr leid werden müge . « Worauf sie ihm , wie sie sagete , zur Antwort gegeben : daß ihr nur eines leid thät , nämblich daß Se . Gestrengen sich so viel vergebliche Mühe umb sie gäbe . Somit wär sie eiligst aufgestanden , und zu mir an den Baum getreten , wo ich dem Jungen nachsahe , wie er droben kletterte . Unsere alte Ilse aber sagete