Cöln , sandten ihre besten Handelswaren , nicht aus dem reichen Nürnberg und Augsburg , oder aus den gewerbfleißigen Niederlanden allein eilten die Fürsten des Handels herzu , sondern auch aus weit entlegnern Landen fanden sich Käufer und Verkäufer ein . Wälschlands Werkherren , die Gevertschen aus der Lombardei , und die Wechsler aus Burgund , die Stahlarbeiter und Wollentuchhändler aus Engelland , die Pelzverkäufer aus den nördlichen Reichen , dem fernen Polen , und dem noch fernern Reußenland , der mächtigen Stadt Neugart , füllten die Gewölbe Frankfurts mit ihren Waaren , und genossen freundliche Aufnahme in der von Menschen aller Völker wimmelnden Stadt . Bis unter die Lucken der Dächer lebte und webte jedes Haus , und dennoch schien die Zahl der Gebäude zu klein , um all die Gäste zu fassen , denn auf dem Fischer- und Klapperfelde standen Lager von lustigen Zelten , und auf den Gassen drängte sich unaufhörlich ein rastlos tobendes Menschenmeer . Stolzer als sonst wohl , sah nun jeder Frankfurter Bürger aus seinem Fenster in das Gewühl vor demselben , und pries glücklich sich und seine Heimath , auf deren Markt das fernste Ausland seine Erzeugnisse brachte , und sein klingend Geld , oder seine gültigen Wechselbriefe . Durch alle Thore rollte der Seegen des Handels , durch alle Pforten zogen heitre Menschen mit lebenslustiger Stirne und schwergefülltem Beutel ; den Mainstrom herab kamen die überfüllten Marktschiffe aus Franken unterm Knall der zum Jubel losgebrannten Donnerbüchsen und dem Gesange der Mannschaft ; den Strom herauf zu Berg steuerten die reichbeladenen Fahrzeuge vom Neckar und vom Rhein . Und welche Fröhlichkeit entfaltete ihr Panier , fanden sich in der weiten Stadt Landsleute zu Landsleuten , Bekannte zu Bekannten . Die Glockenschläge und Trompeterstücklein , die vom Thurme den Ankömmlingen entgegenschallten , stimmten zur Freude , denn nun war sie ja überstanden , die gefahrvolle Reise , auf welcher schon manch Unglücklicher Leben und Habe verlor , unter den Mordklauen des räuberischen Gelichters , das Heerstraße , wie Strom unsicher machte . Nun befanden sich ja die sicher Geleiteten unter dem Schutze eines wohlgeordneten Gemeinwesens , hinter schirmenden Mauern , und im Schooße geregelter Gesetze , die den Meßfremden gar günstig waren , und insonderheitlich keiner Freude wehrten . Darum schwang sich auch das Rad des ernsten und eifrigen Gewerbes scheinbar leicht wie das Spielrad einer Knabenmühle ; die Wichtigkeit des Geschäfts gewann den Anstrich eines sorgenlosen Tauschvertrags , und über den düstersten angefülltesten Gewölben und seinen emsigen Dienern und Schreibern wehte die Wimpel der Heiterkeit . - Welch ein reges Leben in allen Theilen der Stadt , und längs dem Flusse , wo sowohl die zweckmäßigste Lage , als auch Gewohnheit die Hauptsammelplätze der Kaufmannschaft geordnet haben . Still und besonnen treiben die Tuchhändler aus den flandrischen Städten , die reichen Antwerper , die stolzen Genter und die verschmitzten Herren von Brügge ihr Werk , ohne viel Geräusch , aber mit sicherer Geschäftigkeit . Neben ihren Niederlagen preisen die Schleierhändler von Straßburg den vorüberziehenden Frauen ihre dünne und köstliche Waare , sammt den Gold- und Silberspitzen , die sie lockend und prahlend zugleich am hellen Sonnenlichte durch die feinen Finger gleiten lassen . - Während auf der Schwelle einer einladenden Weinschenke feurig glühende Weinhändler aus dem Elsaß den Kauflustigen das duftende Öl ihrer Fässer rühmen , und mit Schwank und Scherz ihren Handel richtig zu machen suchen , rufen an ihrer Seite die Kaufleute vom Rhein ihre Hüte und Handschuhe zum Verkauf , und nicht fern davon die Schweizerhändler in ihrer rauhen Mundart die Teppiche und Zeuge von seltner Güte , die sie aus ihren Bergen zu Markte bringen . In der Bude des Böhmen klingelt die zerbrechliche Glaswaare , wie in des Steuermärkers Laden das dauernde Eisen rasselt . Gegenüber jedoch wiegt der kluge Kaufherr aus Sachsen schweigend und bedächtig die Silberstangen , um welche die Münzwardeine und der Silberschmiede gelehrte Schaar prüfend steht ; nicht minder vermißt nebenan der Ulmer seine schöne Leinwand mit geräuschloser Fertigkeit , und spart die freundlichen Worte nicht , um die ehrsamen Hausfrauen , die sein Gewölbe füllen , zu seinem Vortheil zu stimmen . Mag immerhin der Krämer aus Pisa oder Lukka aus vollem Halse sein Gewürz , seine wohlriechenden Salben ausschreien , ... lächelnd und still erwartend lehnen unfern die Kaufleute der Hansee an ihren Ladenthüren , durch welche blankes Schießgewehr , köstliche Nordfelle auf die Straße sehen . Des Zuspruchs holder Frauen sind die schweigsamen Männer nicht gewärtig , ausgenommen vielleicht die Verkäufer der gesalzenen und getrockneten Seefische , und nur Männer suchen in diesen entlegenen Buden und Kellern ernstere Waare , die Metalle und Erze des Nordens , das gefährliche Pulver , die schweren Brandweine in den ungeheuren Tonnen . Hier vorüber geht es aber wieder in das dicke Gewühl des Gewerbes hinein . Die langen Reihen von Fässern , die aus Thüringen herbeigeschafft werden , und Pech , Theer und Kienruß enthalten , ziehen das Volk der Schiffer an ; die Färber und Wollenhändler strömen dagegen zu den Niederlagen der Erfurter , welche den nicht genug herbeizuschaffenden Waid feilbieten . Hier spielen die Waidträger mit ihren Körben und Tragen den Herrn und Meister ; die Messerschmiede , eine unhöfliche Zunft , schließen sich mit ihren Kramstellen an die Thüringer , an diese die Holzwaaren- und Messinghändler von Nürnberg , die Seidenweber von Augsburg , und überall dieselbe Regsamkeit , allenthalben derselbe Eifer , von dem Lehrjungen an , der auf eine Kiste das Zeichen seines Kauf- und Lehrherren pinselt , bis zu dem Ostfriesen , der vor Rittern und Herren die ausgesuchten Rosse tummelt , die er auf den bedeutenden Markt gebracht . - Doch nicht allein für das Nützlichste ist allenthalben im Überfluß gesorgt , ... auch das Lustige und das Seltsame will sein Recht behaupten . Nicht im Handel und Wandel allein sollen die Beutel geleert und gefüllt werden ; das abenteuernde Volk der Kunst will auch , daß man der Thorheit seinen Zoll entrichte , und an Wunderlichkeiten