Grafen selbst , ohne daß Heinrich es wußte ; denn er ließ den Kauf unter fremdem Namen vor sich gehen und abschließen , und zwar nicht um Heinrich eine Art Geschenk aufzudrängen , sondern weil er die zwei Landschaften , welche er veranlaßt und entstehen gesehen , selber besitzen wollte und schon ihren Platz in seinem Hause angeordnet hatte . Nun hätte Heinrich endlich ohne Hindernis nach seiner Heimat und zu seiner Mutter eilen können ; allein wie er sich dazu anschickte , begegneten ihm noch zwei Abenteuer , die ihn ganz verschieden betrafen . Ein alter Bekannter aus der Zeit , da Heinrich mit Ferdinand Lys und Erikson umgegangen , welcher von seinem Wiederauftauchen gehört , suchte ihn auf und gab ihm einen Brief des Ferdinand , welcher schon vor Monaten aus Palermo gekommen war für Heinrich und von Hand zu Hand ging , ohne bestellt werden zu können . Zugleich teilte er ihm mit , daß neueren Nachrichten zufolge der Schreiber des Briefes seither gestorben sei , ohne jedoch etwas Näheres von den Verhältnissen zu wissen . Heinrich erschrak und ahnte Schlimmes ! Er ließ daher den Überbringer erst fortgehen , ehe er den Brief öffnete ; dann aber tat er ihn auf und las : » Lieber Heinrich ! Nachdem ich mich die Jahre her leidlich herumgeschleppt , muß ich nächstens nun endlich doch noch sterben an dem Stich , den Du mir so tapfer versetzt . Ich tue Dir dies selbst noch kund , um Dir zugleich zu sagen , daß Du mir zwar ein freundliches Andenken bewahren , aber die Sache Dich nicht etwa zu sehr angreifen lassen mögest . Es wäre mir eine Bitterkeit , zu denken , daß Du nur einen Tag lang deswegen unglücklich werden dürftest ; denn was geschehen ist , ist sowohl meine Schuld wie Deine , und da ich zufrieden und glücklich sterbe und mit mir im reinen bin , so ist weiter gar nichts zu sagen als noch einmal ich hoffe , Du werdest so klug sein und Dich meinen Tod nicht anfechten lassen ! Ich habe seither viel an Dich gedacht und bin ein förmlicher Philosoph geworden ! Nach meiner Berechnung , die ich angestellt , mußt Du jetzt aus der Torheit auch heraus sein , wozu ich Dir Glück wünsche ! Lebe wohl , liebe die Welt , sie ist schön , und denke nur mit vollkommen ruhigem Sinn an Deinen treuen Freund ! Der lange Erikson ist schon zweimal hier bei mir gewesen . Er hat einen großen Schacher und Handel angelegt und fährt auf einem eigenen Dampfschiffe , das er selber steuert , in der halben Welt herum , und seine Frau geht ihm nicht von der Seite . Wenn dieser Brief Dich trifft , so schreibe mir , wie es Dir ergeht ! Trifft er Dich nicht , so ist es auch gut , denn alsdann bleibt Dir hoffentlich die ganze Affäre unbekannt ! « Heinrich gab den Brief dem Grafen , ohne etwas zu sagen . Der Graf las ihn und beobachtete Heinrich aufmerksam während einer Stunde , ohne daß sie etwas über die Sache sprachen . Endlich aber sagte der Graf » Nun , wie ist Ihnen zu Mut ? Wie nehmen Sie diesen Brief auf ? « Ohne Verzug erwiderte Heinrich » Ganz wie er geschrieben ist ! Ich würde ihm ebenso geschrieben haben , wenn Ferdinand mich getötet hätte ! Übrigens vermute ich , daß bei dieser Gelegenheit der letzte Rest von Willkürlichkeit und Narrheit aus mir schwindet . « Noch am gleichen Tage wurde er durch eine gerichtliche Behörde , die schon lange nach ihm gefahndet , ausfindig gemacht und hinbeschieden . Als er dort war und sich als rechtmäßiges Ich ausgewiesen hatte , ward ihm eröffnet , wie jenes tote Trödelmännchen ihn zu seinem Erben eingesetzt habe . Verwundert hörte Heinrich die Vorlesung des Testamentes an , nach welchem der fahrende Kram des Verstorbenen gerichtlich verkauft und erst dann dem eingesetzten Erben der letzte Wille bekanntgemacht und die vorhandene Barschaft eingehändigt werden mußte . Man hatte aber in einem alten silbernen Becher von mächtiger Größe , der mit einem Deckel versehen war , einen ganzen Schatz in Gold und öffentlichen Papieren vorgefunden , was ein ordentliches bürgerliches Vermögen ausmachte und kein Mensch hinter dem Alten gesucht hätte . Dieser sonderbare Becher stand jetzt auf dem grünen Tische des Gerichtszimmers , wurde umgestürzt und der Inhalt dem Erben vorgezählt . Außerdem händigte man ihm einen Brief des Verstorbenen ein , welcher , mit kaum leserlicher Schrift auf grobes Papier geschrieben , folgendermaßen lautete : » Du hast mich böslich verlassen , mein Söhnchen , und bist nie wieder zu mir gekommen , doch kenn ich Dich wohl und vermache Dir mein bißchen Erspartes , weil ich keine Blutsverwandten habe . Hoffentlich wirst Du dasselbige richtig erhalten ; es soll das Löhnchen sein für die Fahnenstecken , so Du angemalet ; denn dazumal , wie ich Dich bei dieser Arbeit sahe , habe ich es mir vorgenommen , und wünsche ich somit , daß es nicht zu spät komme , um Dir einen Beitrag und Anlaß zu geben , wie Du Dich im kleinen als einen treulichen Verwalter gezeigt hast , es auch in beträchtlicheren Dingen zu sein ; Du kannst es wohl , wenn Du es willst und nicht eigensinnig bist . Das Geldchen ist nicht ohne alle Schlauheit , aber jedennoch auf ganz ehrlichem Wege erworben , und ist niemand Unrecht geschehen , so daß Du den Segen mit Anstand verwenden magst , wie Dir gutdünkt . Für den Fall , daß Du die Künstlerei etwa verabschiedet hättest , habe ich verordnet , daß mein Trödel verkauft wird , damit Du Deine alten Sachen nicht wieder zu Gesicht bekommst . Dies bedünkte mich nämlich zweckmäßig und gut , und hiemit bin ich nun froh , mein Erspartes , was mir viel Spaß machte , da die Leute so verschlafen und spaßhaft sind , noch an den Mann