, « sprach dagegen der Predigermönch Johannes , der , Wallradens Söhnlein an der Hand , zu den Umschlungenen trat : » Ein drolliger Schalk hat Dich der Klause entlockt , guter Dagobert , in welcher ich Dich ungerne sah . Möge ein guter Engel es fügen , daß Du nicht mehr dahin zurückkehrest . « - Der junge Mann sah ihn betroffen an . Während dessen aber ergriff Diether ihn bei der Hand und führte ihn in die Stube ein , um deren Tafel ein bunter Kranz fröhlicher Gäste sich reihte . Die Männer , größtentheils nahe Freunde des Hauses , begrüßten den Sohn mit dem gewichtigen Handschlage ; die geladenen Frauen mit sittiger Kopfneigung , und er rieb sich verwundert die Augen , als ihn der Vater zu seiner Rechten setzte , und er in seinen Nachbarinnen die Edelfrau von Dürning und ihre anmuthige Tochter Regina erkannte . Beide Frauen , seine Überraschung gewahrend , theilten sie gewissermaßen , in einer Befangenheit verharrend , die sich in Mutter und Tochter gleich aussprach , obschon von verschiedenen Beweggründen erzeugt . » Ihr staunt , ehrsamer Junker , « begann endlich die Edelfrau , » Ihr staunt , uns hier anzutreffen . Allein die Ursache , daß wir seit kurzer Frist in diesem Hause fast heimisch geworden , ist zugleich die Ursache der Beschämung , die mir es schier verwehrt , ohne Rückhalt mit Euch zu reden . Es ziemt jedoch dem Fehlenden , zuerst den Mund zum Vergleiche aufzuthun . So mag ich Euch denn nicht bergen , daß mir schon lange in der Seele leid gethan , was ich damals in bitterm ungerechten Verdachte Euch gesagt vor unserm Scheiden . Meine Regina , die kein Geheimniß mehr vor ihrer Mutter hat , hat mir erklärt , wie die Dinge zusammenhingen und wie ehrenwerth Euer Schmerz um Esther , wie rein Euer Verhältniß zu Regina gewesen . Glaubt mir , daß ich einen Anlaß herbeiwünschte , um gut machen zu können , was ich verbrach , und wider Vermuthen fand sich dieser . Da Eure überhand nehmende Schwermuth Euch gewaltsam aus dem Hause Eurer Ältern riß , so wurde der Sinn Euers Vaters also erweicht , daß er seine Habe darum gegeben hätte , Esther wieder aufzufinden und in Eure Arme selbst zu führen , wofern sie nur zum Bund der wahren Kirche treten wollte . In dem Bemühen seiner Vatersorge wendete er sich auch an mich , ob ich denn von keiner Spur des Mädchens je gehört . Leider mußte ich verneinen . Diese Zufälligkeit jedoch hat uns mit den Euern bekannt gemacht und mich veranlaßt , der Einladung Eurer Mutter zu dem heutigen Tage nachzukommen , weil ich mir die Möglichkeit dachte , vielleicht Euch sehen und von Munde zu Munde sagen zu können , daß ich herzlich meinen Argwohn gegen Euch bereue , und Euch um Vergebung bitte . « - » Ich müßte wohl jetzo ein recht hartherziger unversöhnlicher Feind seyn , « entgegnete Dagobert lächelnd , » um solche Bitten aus hochgeehrtem Munde tagelang mir wiederholen zu lassen . Leider aber erfordert mein zukünftiger Stand Friedensliebe und Versöhnlichkeit , und somit ertheile ich Euch , edle Frau , von Herzen die gewünschte Absolution , ob mich gleich noch nicht die Weihe des Bischofs dazu befugt hat . « - » Also ist es doch wahr ? « fragte Regina ein wenig vorschnell und ein wenig erschrocken : » Ihr wolltet wirklich in ' s Kloster gehen , edler Junkherr ? einen weißen Rock anlegen , wie der lange Mönch dort , der Euch immer so freundlich anlächelt ? Thut das ja nicht , Herr . Das ritterliche Kleid steht Euch viel besser an , und Ihr seyd für das Kloster viel zu ... viel zu jung . « » Ei , Regina ! « unterbrach die Mutter die Stockende mit verweisendem Blicke : » Was soll das heißen , was soll der Junker von Deiner Frömmigkeit halten , wenn Du also unehrerbietig von den heiligen Klöstern sprichst ? « - » Eure Tochter hat selbst die Frömmigkeit einer Heiligen , « versetzte Dagobert : » Diese bindet sich nicht an ein Kloster oder einen Wallfahrtsort , sondern an den lieben Herrgott selbst , und die Seinen . Rechtet aber mit der heiligen Kirche deßhalb nicht , mein Fräulein . Dringt gleich der feiste Herr dort oben , mein Ohm , der Prälat , auf meinen Profeß , fordert ihn gleich der würdige Herr Dechant , - derselbe , der so eben nach der Pfeffertunke langt , als eine unerläßliche und unaufschiebbare Pflicht , .... so zwingen mich doch die Genannten nicht , und nicht der Bischof , und nicht der heilige Vater sammt dem Concilium : mein Wille thuts , und meines Herzens Gefühl . « - » Das ist traurig ; « sprach Regina niedergeschlagen , und ließ das Haupt sinken : » Ich glaubte Euch nicht , als Ihr damals bei der Forsthütte den Vorsatz ausspracht , in Zukunft einsam in der Welt zu leben . Aber ich sehe , daß Ihr bittern Ernst macht , denn Ihr hättet wohl sonst nicht eigensinnig Alle die zurückgewiesen , die für Euch der Mutter Eid lösen wollten . « - » Ich verabscheue den Beter um Sold , « entgegnete Dagobert kurz , » und besitze auf der Welt kein Freundesherz , das freiwillig , nur um meinetwillen für mich einträte . « - » Nicht ? « fragte rasch Regina , und ihre Augen blitzten auf , so schnell als ihre Lippen weiter sprachen : » Wie aber , wenn ich den Schleier nähme , um Euch zu lösen ? « Dagobert schwieg überrascht und bestürzt . Sein Blick , der verwundert dem Blicke Reginens begegnete , flog plötzlich vor diesem zu Boden , und sein Mund wußte kein Wort zu bilden , um so mehr , als Regina in ihrer kindlichen Unbefangenheit weiter plauderte : » Laßt mich doch immerhin , Mütterlein