daß ich dich schmücke . « Sie stellte ihren Juwelenkasten neben sich , setzte sich in einen Lehnstuhl und Lisbeth mußte vor ihr auf dem Fußschemel knien . - » Ein anderes Kleid können wir dir nicht anziehen , denn meine sind dir zu weit , du schlankes Reh , aber die besten Brillanten schenke ich dir « ; sagte sie . Ein reiches Collier , die Brosche und die dazugehörigen Ohrgehänge nahm sie aus dem Kasten . Sie legte der Knienden die prächtigen Steine an und um und wie gern ließ sich die glückliche , halbbetäubte Lisbeth zieren ! - » Sieht sie in ihrem weißen Cambrickleidchen und mit den Diamanten vom reinsten Wasser nicht aus wie ein Märchen , einfach , strahlend , ärmlich , feenreich ? « rief sie , als sie ihr Werk vollendet hatte . Sie erhob die Geschmückte und drehte sie nach allen Seiten , um die Wirkung der Brillanten zu prüfen . Der Diakonus kam . Fancy hatte ihn von der Straße hereingeholt . Er kehrte eben aus dem Gerichtshause zurück , den Auftritt mit dem Hofschulzen noch in Haupt und Herzen . Seine Frau , die auch schon etwas von der Revolution in ihrem Hause gehört hatte , folgte . Fancy schloß den Zug . Die Wirte sahen mit Erstaunen auf Lisbeth , die wirklich dastand , ein armes , reiches , weißes , buntes Wunder . - » Kleine Frau « , rief Clelia ihre Wirtin an , » Sie bekommen heute freies Haus . Sobald wir hier unsere Pflicht getan haben , reise ich ab ; denn den Oberamtmann überlasse ich euch , ihr Guten , und der wird denn auch bald zornschnaubend seiner Wege gehen . « » Herr Pastor « , sagte sie gravitätisch zum Diakonus , » Sie werden ersucht , Ihren Mantel anzulegen , die Bäffchen vorzustecken und sofort Ihr heiliges Amt zu verrichten . « » Wie ? « versetzte der Diakonus äußerst befremdet . » Ohne Aufgebot , ohne Formalitäten ... « » Einspruch erfolgt nicht , auf Kavalierparole « , sagte Clelia noch feierlicher . - » Und was die Formalitäten betrifft , so steht hier eine bekränzte Braut , drüben im Zimmer sitzt ein harrender Bräutigam , ich habe mich als ehestiftende Juno aus dem Stegreife in Staat geworfen , zwei ehrliche Leute als Zeugen werden zu haben sein , weitere Formalitäten sind wohl überall zu einer Hochzeit nicht erforderlich . « Er versagte auf das bestimmteste die Bitte . Clelia wurde aber dringender und fand an der Frau des Geistlichen eine Bundesgenossin . » Ich dächte , liebes Kind , du gäbest nach « , sprach sie mit einem verlegenen vielsagenden Blicke . Mit der ganzen Offenheit , welche seine Äußerung über den modernen Adel gegen die Exzellenz auf dem Oberhofe geziert hatte , rief der Diakonus , sich vergessend : » Nein , mein Schatz , weil du etwas länger Last in der Küche behältst , deshalb kann sich dein Mann nicht scharfen Verweisen oder gar Strafen aussetzen . « » Darüber will ich Sie beruhigen ! « rief Clelia . » Ich kenne Ihren * , er ist in Karlsbad ganz überaus freundlich gegen mich gewesen , denn er erwartet von mir eine Gefälligkeit bei uns daheim . Eine Hand wäscht die andere , ich verbürge mich dafür , daß Sie mit einer leichten Zurechtweisung , die Ihnen nur des Scheins halber erteilt werden wird , entschlüpfen sollen , zumal da in der Sache selbst nichts Unrechtes geschieht . « - Fancy schlich fort ; sie wußte , wo der Ornat hing . » Gnädige Frau « , versetzte der Diakonus emst , » die Formen sind einmal in der Welt und die Formen sind heilsam . Entschuldigen Sie , wenn ich mich innerhalb der mir gewiesenen Schranken halte . « Aber auch Clelia konnte ernsthaft werden . So fest und gehalten , daß es alle Anwesende überraschte , sagte sie : » Meine Eitelkeit erlebt wenigstens einen kleinen Triumph darüber , daß Sie mir so bald und so vollständig Genugtuung geben . Sie grollten mit mir gar sehr in Ihrem Herzen , daß ich die Bettlerin , das Findelkind - denn ich darf sie so nennen , sie weiß , wie lieb ich sie gewonnen habe - nicht in der ältesten Familie des Reichs haben wollte , und nun weigern Sie sich , ja Sie , zwei Lieblinge Ihres Herzens allen Nöten zu entheben . Und weshalb weigern Sie sich ? Einer Form , einer armseligen Form wegen , deren Verletzung Ihnen möglicherweise eine kleine Unannehmlichkeit im Amte machen könnte . O ihr anderen , wann werdet ihr doch ablassen , euch über uns aufzuhalten ? Ich bin doch besser als Sie . Denn ich ward wenigstens von dem königlichen Gemüte dieses Kindes , welches ich nun mit Freuden für meine Verwandte , Gräfin Waldburg , erkenne , rasch bekehrt . Sie aber scheinen der Bitte einer Frau unnahbar zu sein , die nur begehrt , was der Augenblick gebietet , den Sie mir ja auch als Lehrer der Menschen angepriesen haben . - Wohl , ich dringe nicht weiter in Sie . Aber die Zukunft der beiden schiebe ich Ihnen in Ihr Gewissen . Für alle Quälereien , Hemmungen , Verdrießlichkeiten oder gar Mißgeschicke , welche Oswald und Lisbeth noch haben können , bin ich für meine Person nicht ferner verantwortlich . « Der Diakonus stand betreten . Von Anfang an hatte ja eine Stimme in seinem Innern für die Bitte der Baronesse gesprochen . Diese Stimme redete um so lauter , als er kurz zuvor so tief bewegt worden war . Das Große , Echte , Menschliche war ihm in der Gerichtshalle so nahegetreten ; er fühlte , daß es Dinge und Verwickelungen gebe , in denen der Mensch sich vergessen und nur an das Wesen , und an das Los anderer denken soll . Nach einigem Schweigen erwiderte er Clelien : » Sie haben mich