zuzustimmen sein : » daß sein Einfluß auf das Schicksal des Protestantismus in Deutschland ein sehr bedeutender gewesen sei , viel bedeutender , als selbst unsere märkischen Spezialgeschichten hervorzuheben pflegen « . In dem neumärkischen Lande aber , das er ein Menschenalter lang regiert , lebt sein Andenken fort bis diesen Tag , freilich nicht in seiner Eigenschaft als Führer und Beschützer der protestantischen Sache ! Was er nach dieser Seite hin getan , konnte nicht Wurzel fassen in den Gemütern eines Stammes , von dem in Lob und Tadel gesagt worden ist , » daß er keine Heiligen hervorgebracht , aber auch keine Ketzer verbrannt habe « . Er lebt fort in dem , was diesem tüchtigen , aber durchaus nüchternen Mischvolk zu beiden Seiten der Oder allezeit das Wichtigste war , in Fragen der Ordnung und der Vorsorge , des Häuslichen und des Wirtschaftlichen . Und das spiegelt sich in den Sagen , die bis heute von ihm umgehen . » In den Kasematten von Küstrin « , so heißt es , » steht sein Bett , das hängt in Ketten , und ein altes Mütterchen ist ausdrücklich gehalten , es jeden Tag aufs sorglichste zu machen . Des Morgens aber ist eine Grube darin und eine warme Stelle , als hätte wer darin gelegen . « » Und fremdes Volk « , so plaudert die Sage weiter , » mag er in seiner Stadt nicht leiden , am wenigsten einen Feind . Das hat manche französische Schildwacht erfahren müssen , und ging sie zu nahe am Rande des Wallganges , der zwischen Bastion König und Bastion Brandenburg läuft , so war er bald neben ihr und sprach mit ihr und stieß sie hinunter . « Und mit diesen Sagen gemeinschaftlich werden die Geschichten erzählt von dem Quartschener Schäfer und dem Nürnberger Büchsenschmied , und Markgraf Hans ist noch jetzt der » Regente « des Landes , das er streng , aber segensreich regiert . Die Festung Küstrin und ihre Belagerungen Die Festung Küstrin und ihre Belagerungen Einer Reihe von Schöpfungen des Markgrafen Hans habe ich in vorstehendem gedacht , über die bedeutendste aber bin ich bis hierher hinweggegangen : über die Befestigung Küstrins . Was ihn dazu bestimmte , den offenen Ort in eine Festung zu verwandeln , darüber ist hin und her gestritten worden . Nach den einen geschah es , weil ihn der Schmalkaldische Krieg über den Wert stark befestigter Plätze belehrt habe , nach anderen , weil er es für geboten ansah , » sich gegen das Papsttum zu schützen « . Beide Angaben unterliegen aber gerechten Zweifeln , ja sind mit Hilfe historischer Zahlen zu widerlegen . Als Markgraf Hans , bereits um 1536 , mit den Befestigungen begann , stand der Schmalkaldische Krieg noch weit in Sicht , und von einer Furcht » vor dem Papsttum « konnte für ihn , der damals selber noch im » Papsttume « stand , am allerwenigsten die Rede sein . Und so dürfen wir denn die Gründe zur Befestigung des Orts nicht in einer besonderen politischen Veranlassung , sondern einzig und allein in dem allgemeinen Zuge der Zeit suchen , der allerorten dahin ging , an die Stelle mittelalterlicher , durchaus unausreichend gewordener Stadtbefestigungen , wirkliche Festungen treten zu lassen . Einen Augenblick scheint der Markgraf geschwankt zu haben , welche seiner Städte zu bevorzugen sei ( so kam beispielsweise Königsberg in der Neumark ernstlich in Betracht ) ; aber die Vorteile , die Küstrin bot , konnten auf die Dauer nicht übersehen werden . Gewährte schon der rechtwinklige Zusammenfluß von Oder und Warthe nach zwei Seiten hin einen natürlichen Schutz , so wuchs dieser durch die Beschaffenheit des beiden Flüssen vorgelegenen Terrains . Dieses Terrain war nach Süden und Südosten hin ein anderthalb Meilen breiter , mit Schilf und Gesträuch bewachsener , weder zur Winter- noch Sommerzeit passierbarer Morast , während alles andere Vorland aus Wiesengrund bestand , der bei hohem Wasserstande völlig überschwemmt wurde . Nur zwei Dämme , der lange und der kurze Damm , führten von Westen und Nordosten her durch diese Küstriner Sumpf- und Wasserwildnis , in der nunmehr – etwa nach dem Vorbilde von Mantua – eine » Sumpffestung « anzulegen , der italienische Baumeister Giromella berufen wurde . Dieser , sehr wahrscheinlich durch die Sparsamkeit seines Bauherrn dazu bestimmt , beschränkte sich zunächst auf Herstellung von Erd- und Torfwällen , die , fortifikatorisch gegliedert , die Stadt von vier Seiten hin einzuschließen hatten ; als sich aber herausstellte , daß die großen Frühjahrswasser der Oder und Warthe diese Wälle wieder fortspülten , schritt man dazu , dieselben mit Mauersteinen zu bekleiden . Schon 1543 waren die Befestigungen so weit gediehen , daß sie mit Geschützen armiert werden konnten , aber erst 1557 erfolgte jene vorerwähnte Bekleidung . Bis dahin waren , nach Angabe der Chronisten , etwa 160000 Gulden verausgabt worden . Die Festung hatte damals ( und in ihrem Kernstück auch jetzt noch ) die Form eines länglichen , unregelmäßigen Vierecks . Dieses Oblong war mit vier Eckbastionen versehen , zwischen denen sich , und zwar an den zwei Langseiten des Oblongs , zwei weitere Mittelbastionen erhoben . Im ganzen also sechs . Diese sechs Bastionen hatten anfänglich andere Namen als heute . Gegenwärtig heißen sie : Bastion König , Bastion Königin , Bastion Kronprinzessin , Bastion Philipp , Eckbastionen . Bastion Kronprinz , Bastion Brandenburg , Mittelbastionen . Auf Bastion » Kronprinz « erhob sich und erhebt sich noch der sogenannte » Hohe Kavalier « , ein besonders fester Punkt , der eine vierfache Verteidigung gestattet . Auf Bastion » Brandenburg « oder in seiner unmittelbaren Nähe vollendete sich die Katte-Tragödie . An den Schmalseiten des länglichen Vierecks befanden sich die zwei Festungstore : das Lange-Damm-und das Kurze-Damm-Tor ( jetzt Berliner- und Zorndorfer-Tor ) , die den auf den vorgenannten beiden Dämmen sich bewegenden Verkehr der Landschaft mit der Stadt einzig und allein vermittelten . Auf dem Langen-Damm-Tore stand ein Torhäuschen , in dessen einziger Stube