Ich hörte hier laut sprechen « , sagte er . » Die Stimme der Baronesse unterschied ich und die des Mädchens . Wo ist Ihre gnädige Frau ? Wie steht es ? « » Ganz vortrefflich « , versetzte Fancy mit Emphase . - » Die sogenannte Braut ist beseitigt , abgemacht , hinüber . Noch heute abend reist sie nach Hamburg und wird dort Erzieherin in einer Pension , mit sechsundfünfzig Talern Gehalt . Aber wie haben auch die gnädige Frau gesprochen ! Göttlich , sage ich Ihnen , Herr Oberamtmann , von Tugend , Entsagung und uneigennütziger Liebe ; Sie würden Ihr blaues Wunder gehört haben , ich wurde recht erbaut und faßte gute Vorsätze für mein ganzes Leben , wenn ich auch einmal sollte das Unglück haben , daß mich ein junger vornehmer Herr heiraten wollte . Die Lisbeth bat die Baronesse zuletzt kniefällig um Verzeihung , daß sie nur im Ernst an den Grafen gedacht habe . Jetzt ist sie mit dem Kinde spazieren gegangen , um in der freien Natur sie zu trösten und sie noch recht in der Vernunft zu befestigen . Wenn sie aber nach Hamburg abgereist ist , dann will sie auch den Herrn Vetter auf eine gute Art zu behandeln anfangen . « Kein treuer Staatsdiener , dem von seiner vorgesetzten Behörde ein glänzendes Lob zugeht , kann frohere Augen machen , als der Oberamtmann machte . Er schlug in die Hände , daß es schallte , zog einen ganzen Schoppen Luft in sich und rief : » Nun , Gott sei Dank ! So wäre denn also dieses schwierige Geschäft glücklich beendigt . Ach , Sie glauben nicht , Fancy , was für eine Angst ich ausgestanden habe . Aber meinen Kopf hätte ich daran gesetzt , es durchzutreiben . « » Sie können lachen « , sagte Fancy . » Wir haben die Not gehabt , und Sie hatten das Zusehen . - Und was halte ich hier in der Hand , Herr Oberamtmann ? « - Sie hob das Zeitungsblatt empor . » Was denn , liebe Fancy ? « - Er las . - » Zeitung vom - vom - ei , die habe ich nicht zu sehen bekommen ! - Hm ! Was steht denn da ? - - Assisen in Elberfeld ! « rief der Geschäftsmann mit einem Freudenschrei . » Das hat die gnädige Frau heute gefunden , und feurige Kohlen sammelt sie auf Ihrem Haupte , vergibt Ihnen die Szene von gestern abend und trug mir auf , Ihnen das Blatt da zu zeigen , damit Sie Ihren Wunsch erfüllen können . Der Ort soll nicht gar zu weit von hier sein . Wenn Sie gleich Post nähmen , so kämen Sie noch spät abends dort an . Und unterdessen , daß Sie fort sind , machen wir hier alles mit dem jungen Herrn fertig . « » Also wirklich soll ich doch noch das öffentliche Verfahren kennenlernen ! « sprach der Oberamtmann gerührt . - » Großer Gott , wenn sie nur nicht schon vorüber sind ! Sie gingen nach der Anzeige da vor vierzehn Tagen an . Ich hoffe indessen noch zwei oder drei Tage zu erhaschen , denn wie ich am Rheine vernahm , so pflegen sie in die dritte Woche ihrer Dauer überzugreifen . « - Er wischte sich die Augen . - » Deine Baronesse ist doch eine herrliche Frau « , sagte er . » Empfiehl mich ihr auf das angelegentlichste und sage ihr , in drei Tagen sei ich wieder da , wenn nicht etwa gar zu interessante Sachen vorkämen , denn dann bliebe ich wohl noch etwas länger aus . Adieu , liebe Fancy . « » Sie fahren ? « » Sogleich . Ich gehe auf der Stelle selbst zum Posthalter . « Er eilte fort . Fancy sprang ausgelassen im Zimmer umher . Clelia trat mit Lisbeth aus dem Kabinette . Lisbeth trug den Myrtenkranz , den ihr Clelia drinnen aufgesetzt hatte . » Lauf , Fancy , lauf ! « rief sie . » Schaff mir den Diakonus , lebendig oder tot « , setzte sie in ihrer sprudelnden Laune hinzu . Fancy lief hinunter . » Was haben Sie denn mit mir vor , gnädige- « » Clelia sollst du mich nennen , werde ich nicht deine Kusine ? « versetzte die Baronesse und gab ihr einen leichten Schlag mit dem Zeigefinger über die Wange . - » Was ich mit dir vorhabe ? Trauen will ich euch lassen , im Augenblick ! « » Mein Gott , welche Übereilung ! « rief Lisbeth froh und bestürzt . » Keine Widerrede « , sagte Clelia . » Soll es geschehen , so kann es nur in der Übereilung geschehen . Drei Tage bleibt der Oger weg , das Aktenungeheuer ; nicht drei Viertelstunden will ich verlieren . Euer Bund ist außer aller Ordnung und Regel , in der Ordnung und Regel kriegen wir ' s nimmer fertig . Hurli burli muß es gehen . Himmlisch kannst du sprechen . Herzkind , und einer jungen Strohwitwe , die noch dazu das Unglück hat , selbst in ihren Landläufer von Gemahl verliebt zu sein , den Kopf schon verdrehen ; aber kennst du die Welt , das taube , hartmäulige Tier ? Brautleute sind zu trennen , eine Verlobung ist rückgängig zu machen , da muß man also einen Riegel vorschieben , einen von denen , die nicht weichen und wanken . O die Ehe , der gute , feste , unweichsame Riegel ! Immer gleich sieht er aus , man mag ihn von der oder der Seite beschauen . Seid ihr getraut , so mögen sie schimpfen , skandalieren , schikanieren , ihr sitzt geborgen hinterm Riegel . Da hat selbst der Kaiser seine Macht verloren . Ihr seid Mann und Frau und sie müssen sehen , wie sie sich drein finden . - Jetzt aber komm her , mein Bräutlein ,