di Arendseeschen , di hebben dat Stroh , Awers hebben fifteig ' n Nonnen dato . « » Funfzehn Nonnen ! Habt ihr gehört ? Aber woher denn Nonnen ? Es gibt ja keine Nonnen mehr . Ich meine hierzuland . Unten im Reich , da hat ' s ihrer noch genug . Nicht wahr , Zenobia ? Aber hier ! Alles aufgehoben , was sie › säkularisieren ‹ nennen . Habe mir ' s wohl gemerkt . Und das hat Euer vorvoriger Herr Kurfürst getan , der Herr Joachim , den ich noch habe begraben sehn . War das erste Mal , daß mein Vater selig bis hier hinauf ins Wittenbergsche kam . Anno 71 , und ich war noch ein Kind . « » Ja , sie sind aufgehoben . Aber ' s gibt ihrer doch noch , hier und überall im Land . Und obwohlen unser alter Roggenstroh alle Sonntage gegen sie predigt , es hilft ihm nichts , sie bleiben doch . Und warum bleiben sie ? Weil sie den adligen Anhang haben . Und oben in Cölln an der Spree , na , das weiß man , da sitzen auch die Junkerchen zu Rat und drücken ein Auge zu . « » Gut , gut . Meinetwegen . Lassen wir die Junker und die Nonnen . Es muß auch Nonnen geben . Nicht wahr , Zenobia ? « Diese zog ihre rote Drapierung nur noch fester um ihre Schultern und schwieg in königlicher Würde weiter . » Un hebben fifteig ' n Nonnen dato ! Wahrhaftig , Wirt , das habt Ihr gut gemacht , sehr gut . Ihr könnt ' t uns die Stücke schreiben . Was meinst , Nazerl , wir haben schon schlechtre gehabt ! Aber singen wir ; du singst vor , Matthes . « Und der Angeredete , der seinem starr und aufrecht stehenden roten Haare , vor allem aber seinen linsengroßen Sommersprossen nach der einzig Plattdeutsche von der Gesellschaft zu sein schien , intonierte mit heiserer Stimme : » Kaiser Karolus sien bestet Peerd . « » Nicht doch , nicht doch « , fuhr der mit der Narbe dazwischen , » das kann Zenobia nicht hören ; das singen ja die Knechte . Sing du , Hinterlachr . Aber was Feins und Zierlichs . « Und Hinterlachr sang : » Zu Bacharach am Rheine , Da hat mir ' s wohlgetan , Die Wirtin war so feine . So feine , Und als wir ganz alleine ... « » Ach , dummes Zeug . Immer Weiber und Weiber . Aber sie denken nicht dran ; und am wenigsten , was eine richtige Wirtin ist . Sie lachen dich aus . Nazerl , mach du dein Sach . Aber nichts von den Weibern ; hörst du . Halt dich an das ! « Und dabei schob er ihm eine frische Kanne zu , die der Wirt eben hereingebracht hatte . Und Nazerl hob an : » Der liebste Buhle , den ich hab , Der liegt beim Wirt im Keller , Er hat ein hölzins Röcklein an Und heißet Muskateller : Hab manche Nacht mit ihm verbracht , Er hat mich immer glücklich ' macht , glücklich ' macht , Und lehrt mich lustig singen . « » Das ist recht . Der liebste Buhle , den ich hab ... das gefällt mir . Der Nazi hat ' s getroffen . Was meinst , Zenobia ? « Und alle wiederholten den Vers und stießen mit ihren Kannen und Bechern zusammen . » Ihr müßt nicht so lärmen , sagte jetzt der , der mit Bacharach am Rheine « so wenig durchgedrungen war . » Er liegt grad über uns , und ich glaub , er macht es nicht lange mehr . « Zenobia nickte . So ging ' s unten her . Ober ihnen aber , auf einer Schütte Stroh , drüber ein Laken gebreitet war , lag ein Kranker , ein Kissen unterm Kopf und mit ein paar Kleidungsstücken zugedeckt . Neben ihm , auf einem Fußschemel , saß eine junge Frau , blaß und fremd , und hielt mit ihrer Rechten den Henkel eines als Wiege dienenden Korbes , mit ihrer Linken die Hand des Kranken . Dieser schien einen Augenblick geschlafen zu haben , und als er jetzt die Augen wieder öffnete , beugte sie sich zu ihm nieder und fragte leise : » Wie ist dir ? « » Gut . « » Ach , sage nicht gut . Deine Stirn brennt , und ich seh , wie deine Brust fliegt . Mein einzig lieber Valtin , vergib mir , sage mir , daß du mir vergibst . « » Was , Grete ? Was soll ich dir vergeben ? « » Was ? was ? Alles , alles ! Ich bin schuld an deinem Elend , und nun bin ich schuld an deinem Tod . Aber ich wußt es nicht anders , und ich wollt es nicht . Ich war ein Kind noch , und sieh , ich liebte dich so sehr . Aber nicht genug , nicht genug , und es war nicht die rechte Liebe . Sonst wär es anders gekommen , alles anders . « » Laß es , Grete . « » Nein , ich laß es nicht . Ich will mein Herz ausschütten vor dir . Ach , sonst beichten die Sterbenden , ich aber will dir beichten , dir . « Er lächelte . » Du hast mir nichts zu beichten . « » Doch , doch . Viel , viel mehr , als du glaubst . Denn sieh , ich habe nur an mich gedacht ; das war es ; da liegt meine Schuld . Es kommt alles von Gott , auch das Unrecht , das man uns antut , und wir müssen es tragen lernen . Das hat mir Gigas oft gesagt , so oft ; aber ich wollt es nicht tragen und hab aufgebäumt in