die Bunge fertig . Der Jäger stellte sie ihm ein , und dann fischte er mit doppeltem Geschirr . Zuletzt saß das Hütfaß voll von Hechte , Sturbarschen , Schleien , Rotaugen und Karauschen , und er mußte daran denken , sie an den Markt zu bringen . Da trat der seltene Fall ein , daß er seine Mutter einmal gebrauchte , denn er konnte nicht bitten , wie er nicht danken konnte . Gesa mußte hin und Hannes Husteen fragen , ob er die Fische mit nach Altona hinaufnehmen wolle . Erst hatte sie sich zum Schein geweigert : » Frog em man sülben , büst jo grot un kannst jo snacken « , da sagte er aber kurz und bündig : » Non , denn ist god , denn lot de Fisch man all krüssen , denn lots man dot blieben . « Hätte sie freilich gesagt , er wäre wohl bange , daß er selbst nicht fragen möge , so wäre er gewiß zu dem Fischer gelaufen , sie dachte aber nicht daran , sondern tat den Gang für ihn . » Will he jüm mithebben , Mudder ? « » Jo , schallst jüm ober furts hinbringen , he geiht gliek rup ! « Da packte Störtebeker seine Fische in ein Netz , lief damit nach der Jolle , die im Sielgraben lag und schon ungeduldig mit dem Segel giekte , und hängte sie in den Bünn . Hannes Husteen machte spaßeshalber einige Einwendungen : wenn bloß ne son slecht Markt is , dat ik jüm los ward ... de Dinger sünd ok so lütt : wenn de de Hökerwieber man nehmt ... Als Störtebeker aber sagte : » Denn schallst du jüm gor ne mithebben , du Bangbüx , « und den Bünn wieder aufmachen wollte , da hielt der Elbfischer ihn zurück und gelobte , sein Bestes zu tun und die Fische so teuer wie möglich zu verkaufen , und wenn er sie dem Bürgermeister von Hamburg selbst ins Haus bringen müsse und die Tide darüber versäume . Achtundzwanzig Groschen bekam Gesa den andern Tag für ihren Jungen ausbezahlt . Störtebeker , der die Elbfischerfrau ankommen sah , versteckte sich schnell , damit er nicht Dank zu sagen brauchte . * * * Sein Vater fuhr weiter nach der Weser , als wenn er den Weg nach der Elbe ganz vergessen hätte . Bald kam eine Kunde von Geestemünde , bald von Vegesack oder Elsfleth oder Bremen oder Brake , einmal sogar von Oldenburg . Klaus Mewes kroch in alle kleinen Löcher hinein und versorgte die ganze Unterweser mit springlebendigen Klapperschollen und mit Finkenwärder Plattdeutsch . Sie kannten den fröhlichen Finken an Geeste , Hunte , Lesum und Weser gleich gut und freuten sich , wenn er mit aufgekrempelten Armen auf den Luken stand und seine Fische pries . Nach dem Elbdeich kamen nur Briefe und Anweisungen auf Geld . Störtebeker war böse auf seinen Vater , und er machte seiner Mutter gegenüber kein Hehl daraus . Zumal mittags tat er den Mund auf wie ein Kesselflicker . Nach dem Fahrwasser ruderte er nur noch selten hinaus , denn der Ewer kam ja doch nicht , und die Seefischer lachten ihn ja schon bald aus , wenn er fragte . Er hätte wohl nicht gewußt , was er mit seiner Zeit anfangen solle , wenn die Eve nicht sieben Junge gekriegt hätte , die ihm viel Arbeit machten , und wenn nicht die Tage der Ostermoonen angebrochen wären . Die Tage der Ostermoonen , der Osterfeuer am Westerdeich ! * * * Was steckt in den Jungen , daß sie die Feuer anzünden , wenn die Sonne höher steigt ? Die alte Heidenfreude ist es , die Freude an der Welt , an der Sonne und am Licht , die sich dunkel in ihnen regt . Die Alten stehen ihr ferner und können schon auf die Osterbrennerei schelten . Aber wie das junge Tier dem Urtier ähnlicher ist als das ausgewachsene , entwickelte , so steht auch das Kind dem früheren Menschen näher als der Mann : es horcht auf Stimmen , die in uns längst verklungen sind . Ihr Eltern und Lehrer , habt Ihr das bedacht ? Nein ? So bedenkt es jetzt und seht mit Ehrfurcht auf das Kind , - straft es nicht um seine Osterflammen ! » Johannisfeuer bleibe unverwehrt ! « * * * Kniehoch lag der Feek am Westerdeich , ein Gemengsel aus Schilf , Reet , Binsen und Gras , das die winterlichen Sturmfluten zusammengeworfen hatten ; als die Sonne es etwas getrocknet hatte , da wurde es hümpelweise in Brand gesetzt . Und der Baas der Ostermoonen war Klaus Störtebeker , er führte die Rotte der Jungen an , die jeden Tag , an dem es nicht mit Mulden goß , den Westerdeich belebte . Streichhölzer wurden immer einige aufgetrieben , und da in allen strammgezogenen Hosen Feuer saß , so qualmte ein Hümpel nach dem andern . Wie Wigwams eines Indianerdorfes sahen die Feekhümpel aus : die Jungen lagen daneben , pusteten und husteten , machten an der Windseite Luftlöcher , schleppten wieder Feek herbei und freuten sich über den dicken weißen Rauch , der bei dem ewigen Westwind meistens das ganze Eiland durchzog und vom Neß bis nach dem Audeich zu riechen war . Jeder setzte seinen Ehrgeiz darein , die größte Ostermoon zu haben ! Meistens hatte Störtebeker sie . Die Leute auf dem Felde schalten , der Pastor wetterte in der Kirche gegen den heidnischen Greuel , der Polizist vertrieb die Jungen , die Bauern hetzten sie mit den Hunden , die Frauen taten alles mögliche , - aber die Jungen ließen sich durch nichts abhalten : sie fanden sich immer wieder zusammen und steckten die Feuer wieder an . Rauchgeschwärzt saßen oder standen sie bei ihren Ostermoonen : auf dem Deich aber ging einer von ihnen Wache , und zeigte sich etwas , ein Hund oder ein Mensch , so