Haut . Und wie die nassen Glieder der Frauen müde unter den blauen und gelben Sonnenschirmen am Ufer liegen - im Grase - da spielen die Lichtfarben noch viel großartiger auf den prächtigen üppigen Leibern , die sich räkeln mit Arm und Bein - - - dadurch werden die Glieder noch immer reizvoller - unbeschreiblich ! Zehntes Kapitel Der Wind bläst in die Segel , und die Barken schießen stromauf . Die Wellen schaukeln . Es ist angenehm kühl auf dem Tigris . Es ist Nacht . Der Mond steht fast voll hoch am Himmel . Suleiman hat ein Märchen erzählt . Nun soll Safur eine wahre Geschichte erzählen . Sie sitzen in Saids großer Barke - hinten - hinter dem großen Segel . Battany und seine sieben Freunde sinds , die in Saids großer Barke sitzen . Said mit seinen drei Köchinnen ist auch in der Barke . Die Tarub zerschneidet vorne eine große Nußtorte und kümmert sich nicht um die Gesellschaft . Und Safur , der sehr ernst dreinschaut , erzählt : » Ein junger Beduine saß bei der alten Dschellabany und trank mit ihren hübschen Sängerinnen - Wein . Das Trinken war sehr gemütlich , denn die Sonne stand noch sehr hoch . - - - Die Mädchen sind ein bißchen faul , und der Beduine spaßt nicht mehr mit ihnen , sondern erzählt ihnen was von seiner Geliebten , die ihm alle Tage zu essen und zu trinken gibt . Die Mädchen lachen und schauen sich den Beduinen sehr genau an . Der aber erzählt weiter , daß er seinen schönen Dolch versetzt und nun große Furcht vor seiner Geliebten habe . Da müssen die Mädchen noch mehr lachen - und sie trinken , als wenns garnichts kostet . Mit leeren Taschen geht daher später im Sternenschein der junge Beduine von dannen - nicht grade - das kann er nicht - aber schwankend und mit schlotternden Gliedern . Er klettert über einen Zaun in einen Garten . Die Blumen duften da paradiesisch - und goldene Äpfel fallen dem Beduinen auf die Nase . Der Himmel wird ganz dunkelblau . Ein paar Sterne fallen aus dem dunkelblauen Himmel - auch herunter in den Garten , in dem die Blumen leuchten und duften wie im Paradies . Der Beduine schwankt weiter und will sich in ein Fenster schwingen , hinter dem seine Geliebte wohnt . Ein Duft von gebratenen - Hasen weht ihm aus dem Fenster entgegen . Doch plötzlich fühlt er was Nasses auf seinem Kopf und sieht nichts mehr . Ein großer Eimer ist ihm übern Kopf gestülpt , und frische Kuhmilch rieselt ihm über seinen ganzen Leibfrische Kuhmilch ! « Safur lacht , und die Andern lachen auch . Dann fährt er fort : » Kaum hat der Beduine den Eimer vom Kopf gerissen , so klatscht ihm eine dicke Rindskeule an die rechte Wange . Der Beduine wird wütend , springt ins Fenster hinein und packt - packt seine Geliebte . Die reißt sich aber los und schlägt ihm mit einem Stück Holz übern Kopf . Der Beduine wird immer wütender . Doch seine Geliebte schlägt ihm mit einem Wasserkrug um die Ohren , daß der Krug in tausend Stücke zerbricht . Dann wirft sie nach ihm mit Eisstücken und gläsernen Flaschen , mit Schutt und Müll , mit Fischköpfen und faulem Obst , mit Bratpfannen und schmutzigen Lappen - daß der arme Beduine zurücktaumelt zum Fenster . Wie er aber am Fenster ist , hat sie ihn rasch an den Beinen gepackt und ihn kopfüber in den Garten geworfen - « Jetzt kommt Safur nicht weiter , denn Alles lacht , daß die Barke bedenklich ins Schaukeln gerät . Safur lacht jetzt aber nicht . Die Tarub bringt die Nußtorte und wird mit einem Höllenlärm empfangen . Der Scherbettbecher geht wieder von Hand zu Hand . Es wird fast wüst . Die Mädchen werden gekniffen und geküßt . Safur kümmert sich aber nicht um den Lärm . Er blickt hinaus in den Urwald am Ufer und beachtet nicht , daß man seine gute Laune preist und ihn einen echten Dichter nennt , der das Leben von der lustigen Seite zu fassen vermag . Safur blickt in die Waldespracht , die sich am Ufer hinzieht im vollen Mondenschein . Die blauen großen Lotosblumen leuchten am Ufer - wie Dschinnenaugen . Und der Dichter muß wieder an seine Dschinne denken und an die Wüstengeister . Und er leidet - leidet , wie ein Beduine leidet , der in der Wüste verdursten muß . Aus dem Waldesdickicht am Ufer tönt zuweilen das Geheul wilder Tiere heraus . Die fliehen aber , denn neben und hinter der großen Barke segeln drei kleinere , die dem Battany gehören . In diesen kleineren Barken sitzen Battanys Bogenschützen , die die wilden Tiere mit giftigen Pfeilen verscheuchen . Safur sieht wieder vor sich das Dschinnengesicht - das er bei der Sareppa sah . Diesmal sieht er das Gesicht im Wasser neben weißen Wasserrosen - das Gesicht scheint im Wasser unterzugehen , sieht so qualvoll aus . Und Safur liebt dieses Gesicht . Und er seufzt , daß es kein lebendes Wesen ist , daß es kein Weib ist . Der Leidende sehnt sich nach der Leidenden . Und er liebt seine Dschinne und vergißt alles - was um ihn vorgeht . Da stößt ihm die Tarub derb in die Seite . Und er schrickt zusammen . Die blauen Blumen am Ufer leuchten unter den großen Bananen - unter den dicken Stämmen der hohen Sagopalmen - wie die blauen Dschinnenaugen der Wüste . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Battany flüstert mit Abu Hischam . Und wie der Mond in voller Pracht erglänzt , landet man am Ufer . Man will das Grab des Abu Nuwâs besuchen - jenes großen Dichters , der noch zu Haruns Zeiten lebte und blutarm starb wie