! « » Mein lieber Toni , da hat ' s wohl noch ein Weil hin ! « » Wir dürfen uns d ' Weil nit lang werden lassen , eben drum müssen wir uns öfter sehen und reden können , dadrüber vergeht Zeit und schickt sich Glegenheit und fördert mit einmal , eh wir ' s denken und ohne Zutun , ' n rechten Ausgang . « » Ohne Zutun ? Das mein ich wohl nit . « » Und ich auch nit so , daß ich alls ' m leidigen Zufall überließ . Gäb doch der Herrgott sein Segn ' n Feldern umsonst , wann der Bauer kein Saat streuen möcht . Jeds von uns muß sein Teil dazutun , das versteht sich , wie d ' Reih an mich kommt , bin ich gleich dabei ; jetzt ist ' s an dir , red mit deiner Mutter , sonst bleibt uns kein Rat . « » Ich werd reden . Wann kommst ? « » Übermorgen , wann ' s schon schön finster sein wird . « » Is recht . « Sie reichte ihm die Hand zum Abschiede . Er hielt sie an derselben zurück . » Gelt , aber dein Mutter wird da wohl schon übers erste Verwundern hnaus sein , daß s ' kein Aufhebens und kein Getue macht , wann ich komm ? « » Mein Mutter wundert sich überhaupt nit bald über was . « » Weil s ' halt a gscheit Weib is . « » O ja , in Sachen , wozu d ' kein Verstand brauchst . « » Ei , du mein « , seufzte besorgt der Bursche , » mir scheint gar , ihr habt euch zertragen . « » ' s kommt öfter vor ; aber sorg nit , tu ich auch selten , wie sie will , so tut sie doch meist , wie ich will . Komm nur . Husch ! Wie ' s aber kalt is , ich mach , daß ich heimfind . Bhüt dich , Toni . « Sie lief von dem Burschen weg , und der blickte ihr , sich in den Hüften wiegend , nach , solange er noch einen Zipfel ihres Gewandes im Winde flattern sah . In der letzten Hütte war das Licht erloschen . Die alte Zinshofer lag des Schlafes gewärtig , da trippelte Helene an deren Bett heran und setzte sich an den Rand desselben zu Füßen der Mutter . » Ich hätt dir was zu sagen . « » Muß das heut noch sein ? « murrte die Alte . » Weil ich just d ' Kurasch dazu hab , möcht ich ' s nit aufschiebn . « » Muß was Saubers sein , was d ' z ' sagen a Kurasch brauchst ! « » Wirst ' s ja hörn . « » No , so mach schnell ; brich mir nit vom Schlaf ab mit deine Dummheiten . « » Übermorgen , wenn ' s finstert , werdn wir ein Besuch kriegn . « » Was für ' n ? « » ' n Toni vom Sternsteinhof . « » ' n Toni vom Sternsteinhof ? Was will uns der ? « Die Dirne kicherte verlegen und spielte an der Bettdecke . » Wie d ' fragen magst ! « flüsterte sie . » Gern hat er mich halt . « » So , das is freilich ' s Neuste ! Wann d ' aber glaubst , ich würd da ruhig zuschaun und mich etwa gar nit getraun , dem Bubn d ' Tür z ' weisen , weil er der Sohn vom Sternsteinhofbauer is , und mich da sowenig einmengen , wie ich mich wegen ' m Kleebinder-Muckerl eingmengt hab , da dürftst dich doch irren ! Zu was denn eigentlich , du dumms Ding , gstehst mir dös ein ? Um mein Rat is dir doch nit , dem hast nie nachgfragt , hast allweil gtan , wie d ' wolln hast , und könntst ' s hitzt auch , wann dir just an so einer Liebschaft fürs gache Glück glegn is , nur verlauten darf nix davon ; aber unter mein Augen laß ich dich nit die Henn mit zwei Hahnen spieln , daß d ' nachher , wann d ' allein afm Mist bleibst , leicht mir vor ' n Leuten d ' Schuld gäbst ? Ah , nein ! « » Ich denk , ich war da doch gscheiter , als mich d ' Mutter halt . Du dankst Gott , wann ich dich af dem Mist , worauf ich z ' sitzen komm , auch dein Körndel scharren laß ! Will er mich , so kann er mich nur als Bäurin afm Sternsteinhof habn , und das will er . « » Du Narr du , af so Reden gibst du was ? « » Da is nit von Reden d ' Red , das hab ich schriftlich . « » Schriftlich ? ! « Die Alte erhob sich mit einem Ruck und setzte sich im Bette auf . » Schriftlich , sagst ? Jesus , nein ! Das mußt mir vorweisen , wann ich dir glauben soll ? Mach nur gleich Licht ! « Der Docht flammte auf . Beide Weiber saßen aneinandergeschmiegt an dem Tische , der knöcherne Arm der Alten ruhte auf der Schulter der Jungen , so buchstabierten sie zusammen das Schriftstück . Dann mußte die Dirne erzählen , wie sie mit dem Burschen bekannt geworden . Die Zinshofer schlug öfter vor Erstaunen in die Hände . » Nein , nein , bist du aber eine Gfinkelte « , rief sie , » das hätt ich gar niemal in dir vermut ! « Nun unterrichtete Helene ihre Mutter von den Verabredungen , die getroffen waren , um vor Tonis Vater die Sache bis zur » schicksamen Glegenheit « geheimzuhalten , und forderte zur Vorsicht auf . » Eh beiß ich mir lieber