Wege . « » He , das wäre mir gspässig , « sagte der Meister ; » wenn es mir recht ist , wenn du da drinnen bist , so wirds den Andern wohl auch recht sein müssen . « » Ich weiß ' s neue nit , « sagte Uli . Indessen kam er doch vom Bysluft weg und dem Meister nach in die Stube . Doch gebärdete er sich , wie wenn er zVisite wäre , und wußte nicht recht , wo er absitzen solle . Er setzte sich endlich an die untere Ecke des Tisches , und der Meister gab ihm die Bibel , welche in der obern Ecke des Tisches stand , und zeigte ihm noch andere Bücher auf dem Buffert und sagte ihm : Wenn er in der nicht mehr möge , so soll er da nehmen , was ihm gefalle . Angeklebt an Tisch und Bank begann Uli zu lesen , aber den beiden Jungfrauen war er da im Wege . Die eine wollte da , wo er die Bibel hatte , gerade das Kacheli mit Wasser stellen , welches sie zum Strählen brauchte , und als er weiterrutschte , so wollte die zweite gerade da , wo er jetzt war , ein Mänteli fieggen , und als er noch weiterging , war er mit den Beinen im Wege , und sie klagten , daß sie nicht sauft zueche und dänne könnten . Da begann er doch auch aufzubegehren : Daß er so gut das Recht hätte , da zu sein , als sie ; der Meister habe ihn ja selbst geheißen hineinkommen , und es dunke ihn , dBible sollte so gut Wyti auf dem Tische haben als so ein ausgegriffener Hemlideckel . Die Mägde sagten aber : Was frügen sie dem Meister nach ! Es sei , so lange sie hier seien , nie der Brauch gewesen , daß ihnen die Knechte hier am Tische den Platz verschlügen . Das wär ihnen afangs lustig , wenn der Meister alle Tag einen neuen Brauch einführen wollte und sie die Kühdreckhosen einen ganzen Tag in der Nase haben sollten ; es sei genug , wenn sie ihnen alle Essen verstänkten . Das gehe den Meister nichts an , da habe er nichts zu befehlen . Uli sagte , er dächte , der Meister hätte so viel zu befehlen hier als so eine halbbatzige Jumpfer , und er wisse , daß seine Hosen nicht so stänken als andere , welche sie ganze Nächte in der Nase gehabt . So zankten sie , bis die Meisterfrau aus dem Stübli kam und sagte : Es sei doch afange eine böse Sache . Am Werchtig kämen ihrer Gattig Leut nie dazu , ein Buch zu nehmen . Und wenn man dann am Sonntag eins nehmen wolle und öppe auch tun , wie es dr Brauch sei , so könne man nicht einmal mehr ruhig ein Kapitel lesen . Öppige sei das nicht so gewesen , und die Diensten hätten auch öppe gwüßt , was dr Bruch syg . » Vrzieht , Meisterfrau , « sagte Uli , der den Trumpf wohl begriff . » Der Meister hat mich hinein geheißen , aus mir selber wäre ich nicht gekommen , aber ich kann wieder gehen . « » Bleib nur , Uli , « sagte die Frau , als sie vom Meister hörte , » ich habe dich ja nicht geheißen , zu gehen ; aber des Zanks mag ich nicht , und ihr könntet einander ruhig lassen . Wenn ich öppis lesen will , so mag ich das Branzen nebenzuche nit . « Das Zanken hörte auf ; aber es war Uli doch nicht recht wohl da , er war froh , als die Fütterungszeit kam und er hinaus konnte . Dort traf ihn der Meister , der von einem Gange heimkam , und fragte ihn : Wie ihm jetzt der Nachmittag fürgegangen ? » Ho so , « sagte Uli , das Lese in der Bibel sei ihm neue no kurzweilig gewesen , er hätte es nicht geglaubt ; aber sonst wisse er neue nicht , es hätte ihm doch geschienen , er sollte nicht drinnen sein . Ob ihn jemand hätte hinausgehen heißen , fragte der Meister . Oh , apartig nicht , sagte Uli , aber er hätte es sonst merken können . Weiter fragte der Meister nicht , aber als er hineinkam , fragte ihn seine Frau : Sie möchte ihn doch fragen , aber er solle nicht höhn werden , was ihm denn eigentlich in Sinn komme , dKnechte heißen in die Stube zu kommen am Sonntagnachmittag ? Das sei bei ihnen nie dr Bruch gewesen . Wo man dann eigentlich sein solle , wenn auf jedem Bank so ein Gstabi eim am Weg sei ; und wenn e Mönsch zu eim chömm , wo man dann mit ihm ein vertrautes Wort reden wolle , wenn die Stube voll Diensten sei ? Im Sommer könne man in die Hinterstube , aber im Winter sei es dort zu kalt und man müsse mit den Leuten in die Vorderstube , wo es auch viel freiner sei von wegen der Sonne , die den ganzen Tag da hineinscheine . Der Meister hatte ernsthaft der Frau zugehört und sagte dann : » Jetzt , Frau , höre mich auch und werde auch nicht höhn ; aber ich will dir sagen , was ich gemacht habe , und während ich da so herumgelaufen bin , habe ich darüber nachgedacht , und die Sache ist mir viel wichtiger vorgekommen , als ich afangs gsinnet . « Nun erzählte er , daß er so ganz zufällig den Uli getroffen und wie und dann habe hineinkommen heißen aus Erbarmen ; denn es sei doch wirklich grüselich , wenn so ein Knechtlein nirgends sein solle und wenn er in schlechte Gesellschaft müsse , um nur irgendwo zu sein . Dem habe er so nachgedacht , und die Sache sei ihm je länger