; er ist sterblich in sie verliebt . « - » Possen ! Das ist ein bloßer , sinnreicher Schleier , den er einer weit ernstlichern Leidenschaft leihet . « - » Nun , so möchte ich doch wissen , in wen er hier , außer diesem allerliebsten Weibchen , verliebt seyn könnte ! « - » Du möchtest es gern wissen ? « - » Freilich ! « - » In mich ! « - » In dich ? « - » In Niemand anders . « - » Potz , über die alte Närrin ! « - » Herr Bruder ! « - - Elise war allemal , wenn sie Herr , oder bei Frauenzimmern ein Ehrenwort hinzusetzte , auf dem höchsten Grad ihrer Empfindlichkeit , und weiter verstieg sich die gute arme Tante in den Regionen des Zornes auch nie . Also : » Herr Bruder ! was soll der beleidigende Ausruf ? Man ist doch noch nicht veraltert , und manche Jugend würde auf dieses Auge ( sie ließ es lieblich schmachten ) und diesen Teint eitel seyn . Und Doormann , Emmerich , Rothfelß und Feldhain möchten doch wohl den Beweis liefern , daß andere Leute nicht so geringe von der Macht dieser Reize denken , als der gütige Herr Bruder . « - » Diese Leute wären in dich verliebt ? « - » Ja ; ganz unsterblich . « - » Und haben es dir gesagt ? « - » So verwegen war keiner ; aber die Liebe hat eine stumme Sprache . « - » Sie lassen sich aber von keinem Auge im Hause sehen ? « - » Dank sei es ihrer diskreten Leidenschaft ! « - » Und der Rothfelß vollends macht sich über dich lustig , wo er nur weiß und kann . « - » Ha ! Wer kennt nicht die Rasereien der Eifersucht ? « - » Emmerich und Feldhain haben Weiber genommen . « - » Ach ! der Depit fehlgeschlagener Hoffnung . « - » Schwester ! du bist rein toll . « - » Herr Bruder ! Sie sind sehr unartig ! « - Elise packte ihr Arbeitskörbchen zusammen , begab sich unmuthig auf ihr Zimmer , und seit diesem Abend blieben die Parthieen im Damenbrette auf lange Zeit ausgesetzt . Mit dem Tod im Herzen , wie sie sagte , wartete sie auf Albertinens Zuhausekunft , und wie sie den leisen Fußtritt dieser Lieben über sich hörte , ging sie , ihr Herzeleid zu klagen . Aber wie vernichtet wurde sie , als Albertine ihr wehmüthig antwortete : » Ach , der Onkel wird wohl mehr denn zu recht haben ; lesen Sie diesen Brief , liebe Tante ! « Elise vermochte es kaum ; doch faßte sie mit zitternder Hand das Blatt und las mit von Thränen verdunkeltem Blicke : » An Albertine von Lindenhain ! Seit dem glücklichen Augenblick , der mich in Ihre Nähe brachte , liebenswürdigste Freundin ! habe ich Sie keinen Augenblick aus meinem Herzen gelassen . Ich wußte nicht , daß Sie meinem Freunde gehörten ; unter der einfachen Benennung Albertine , wodurch Ihre Gesellschaft Sie bezeichnete , ahnete ich nicht die Gattin eines Mannes von Stande . Ich schwieg , weil ich Ihre Achtung verdienen , Ihre Zuneigung gewinnen wollte , ehe ich ein Geständniß wagte , das ich jetzt mit der schweren Besorgniß , Ihnen zu mißfallen , ablege . Verehrteste Freundin ! es hat mir oft , besonders in den letzten Zeiten geschienen , als bemerkten Sie meine innige Verehrung , meine so herzliche Zuneigung wenigstens nicht so wohlgefällig , als das Glück meines Lebens es heischt ; und deshalb bitte ich jetzt um Ihre theure Hand , um Ihre Liebe , mit einem Grade von Schüchternheit , die kein redlicher Mann je fühlen sollte ! - Albertine , verwirft mich Ihr Herz als unwürdig , der Nachfolger des Liebenswürdigsten der Männer zu seyn , so geben Sie mir es wenigstens nicht in harten Worten zu erkennen , und verweisen mich dann nicht aus dem Kreise Ihrer Freunde . Meine äußern Glücksumstände sind nicht unwerth , Ihnen angeboten zu werden ; und ich darf es Ihrem schönen Herzen , wenn es das Glück des meinen will , vorschlagen , über Ihr künftiges ansehnliches Vermögen , zu Gunsten irgend einer von Ihnen geliebten Person , zu disponiren . Das meinige ist durch die Erbschaft einer Tante zu einer mir beinahe lästigen Stärke angewachsen . - Albertine , Sie kennen mich ; ich werde nicht den Tod suchen , verwerfen Sie mich : Aber durch Ihr Nein ! scheitert jeder frohe Lebens-Plan , verdüstert sich meine ganze Zukunft . Denn Sie sind die Erste , die ich liebe , und ich fühle , daß dieses Herz nie einer Andern gehören kann . Ewig Ihr Albert von Ulmenhorst . « Als die arme Elise vor lauter Wehmuth dazu kommen konnte , fragte sie mit gebrochener Stimme : » Und haben Sie schon einen Entschluß gefaßt , Nichte ? « - Albertine sagte , sie sei , ihrem Gefühle nach , erst so kurze Zeit Wittwe , daß sie , selbst Wohlstandes wegen , noch an keine zweite Ehe denken könne ; überdem sei sie ja noch so jung und denke ihre Unabhängigkeit noch angenehm zu genießen . » Ach ! « seufzte Elise tief ; » er liebt Sie darum um nichts desto weniger , der Falsche ! O Gott ! ich habe ihn so treu , so einzig geliebt . Ich habe ihm mit der ganzen Kraft meines Gemüthes gehuldigt . Albertine , Sie sind meine bitterste Feindin , Sie rauben ihn mir ! « - » Liebe Tante , ich bin unschuldig , bin , weiß es Gott , ganz unschuldig ; denn ich suche seine Liebe nicht ! « - Elise ging schmerzlich weinend von ihr . Am andern Morgen fuhr Elise , nachdem sie viel geräumt und gewirthschaftet hatte , mit ihrer Kammerjungfer