letzteren entschied . » Ein Zeichen « , sagt der Chronist , » daß er wohl wußte , worauf es ankam . « So waren Haus und Kirche durch ihn bestellt , und wenn das Wort von der » christlichen Ehe « jemalen eine Wahrheit war , so war es in dem Bunde , den Markgraf Hans und seine Käthe geschlossen hatten . Ihr Ansehen war so groß , daß ein junger Herzog von Lüneburg an den Küstriner Hof kam , um » an einem rechten Tugendhofe selber Tugend zu lernen « , und der Hofprediger Buchholzer schrieb in einer Vorrede : » daß seines Durchlauchtigen Herrn Ehe denen Potentaten und Regenten ein sonderlich Exempel sein müsse , den Ehestand zu lieben « . Markgraf Hans war ein geborener Regierer , und ordnen und aufbauen entsprach so recht dem innersten Zuge seiner Natur . Er fand – wiewohlen das Schlimmste bereits zurücklag – immer noch recht-und gesetzlose Zustände vor , und sein erstes Trachten , nachdem die kirchlichen Fragen im Lande geregelt waren , war darauf gerichtet , ein festes Recht zu gründen und zu handhaben . Zu diesem Behufe schuf er ein neumärkisches » Hof- und Kammergericht « , das lange Zeit in Segen wirkte und auch nach der Wiedervereinigung der Neumark mit der Kurmark als besonderer Gerichtshof fortbestehen blieb . Er widmete diesem Hof- und Kammergericht seine ganz besondere Aufmerksamkeit , wohnte den Versammlungen der Räte bei und zog in schwierigen und wichtigen Fällen auswärtige Rechtsgelehrte hinzu . Von ähnlicher Bedeutung waren seine Polizeiverordnungen , in denen er das bürgerliche Leben in die richtigen Bahnen lenkte , natürlich alles vom Standpunkt eines patriarchalischen Regimentes aus . Ähnlich wie König Friedrich Wilhelm I. , an den er überhaupt , in seinen Tugenden und Fehlern , lebhaft erinnert , griff er in Großes und Kleines ein , bestimmte die Preise der Lebensmittel , verbot den Handwerkern , Werkeltags in Bierhäusern zu frühstücken , und ordnete die Zahl der Gerichte bei Hochzeiten und Kindtaufen . Selbst die Tafelstunden wurden bestimmt . Daneben war er um alles , was krank , elend und bedürftig war , aufs sorglichste und liebevollste bemüht , und die Armen hatten ein Recht , ihn ihren » Vater « zu nennen . Er war aber nicht nur ein glänzender Verweser und Verwalter seines Landes , er war auch ein Politiker und beherrschte die nach außen hin liegenden Fragen mit absonderem Geschick . Unter diesen Fragen standen einerseits die Beziehungen zu seinem Bruder , dem Kurfürsten , andererseits die zu dem Bischofe von Lebus und dem innerhalb der Neumark reichbegüterten Johanniterorden obenan . Was die Beziehungen zu seinem Bruder , dem Kurfürsten angeht , so waren und blieben sie , soweit das Herz in Betracht kam , immer die besten , während es da , wo die Landes- und beinahe noch mehr die Privatinteressen mitsprachen , an ernsten Zerwürfnissen nicht fehlte . Dies war namentlich auf dem diffizilen Gebiete der Zölle , ganz besonders aber der Oderzölle der Fall , in betreff deren oft schwer festzustellen war , ob der Kurmark oder der Neumark das größere Recht zur Seite stehe . An Nachgiebigkeit war nicht zu denken , weil diese Zolleinnahmen für beide Brüder den allerempfindlichsten Punkt bildeten : für den verschwenderischen Joachim , weil er das Geld beständig gebrauchte , für den sparsamen und geizigen Johann , weil er es beständig vermehren wollte . Ungleich schwieriger noch lagen die Beziehungen zum Orden und zum Bischof , freilich durch eigene Schuld , insofern er von Anfang an bestrebt war , nicht bloß die Macht , sondern vor allem auch den Besitzstand beider zu schmälern . Es sind ihm , was hier gesagt werden muß , alle diese Schritte , weil sie nicht nur von einem protestantischen Fürsten ausgingen , sondern zum Teil auch im direkten Interesse des Protestantismus geschahen , in der Geschichtsschreibung seiner Zeit eher zum Guten als zum Schlimmen gedeutet worden ; ein unparteiisches Urteil aber , das an dem Satze festhält , » daß Rechtsfragen nicht nach jeweiligen Tendenzen gemodelt werden dürfen « , wird nicht umhin können , des Markgrafen Vorgehen gegen Orden und Bischof mit Mißbilligung zu nennen . Um so mehr ( und wir kommen darauf zurück ) , je rücksichtsloser er in der Wahl seiner Mittel war . Rücksichtslos aber klug . Und diese Klugheit bewies er auch , als sich aus dem Schmalkaldischen Bunde , dem er zugehörte , der Schmalkaldische Krieg zu entwickeln begann . Norddeutschland , das in ihm einen Hort des Protestantismus sah , erwartete , daß er als der ersten einer auf die Seite der Bündler treten und einer ihrer Führer werden würde , ja seine damals noch lebende Mutter beschwor ihn , » die protestantische Sache nicht im Stiche zu lassen « . Aber vergebens . Er entschied sich für den Kaiser und führte diesem unter der Fahneninschrift : » Gebet dem Kaiser , was des Kaisers , und Gott , was Gottes ist , « siebenhundert Reiter zu , die denn auch den blutigen Strauß bei Mühlberg mit ausfechten halfen . Den ihn für dieses Verhalten treffenden Tadel hat er durch die Versicherung zu beseitigen gesucht , » daß er das bündlerische Vorgehen nicht als einen Glaubens- , sondern als einen Illoyalitätskampf angesehen habe « , Worte , die sein späteres ruhmvolles Verhalten auf dem Reichstage zu Augsburg rechtfertigen zu wollen scheinen . Nichtsdestoweniger möchte ich die größere Hälfte seiner Handlungsweise einer klugen Berechnung zuschreiben . Er war eben eine durch Mein- und Dein-Fragen auch in seinen Prinzipien stark beeinflußte Natur , und wenn neuerdings , und zwar im Lager der Konservativen selbst , der Satz aufgestellt worden ist , » daß auch das konservativste Blatt immer noch mehr › Blatt ‹ als › konservativ ‹ sei « , so wird sich von Markgraf Hans als dem protestantischsten Fürsten seiner Zeit , vielleicht sagen lassen , » daß er immer noch mehr › Fürst ‹ als Protestant gewesen sei « . Einzelne Züge ,