dem bei Aspern gefallenen Eberhard von der Marwitz , einen Denkstein errichtet , der die Inschrift trägt : » Christian Gustav Alexander v. d. Marwitz , geb . den 4. Oktober 1787 . Lebte für die Wissenschaften . Erstieg deren Gipfel . Redete sieben Sprachen . Wahrete dieses Vatergutes 1806 und 1807 , wie der Bruder zu Felde lag . Von Freiheitsliebe ergriffen , focht er 1809 in Österreich bei Wagram und Znaym . Diente 1813 dem Vaterlande . Schwer verwundet und gefangen , befreite er sich selbst . Wieder genesen focht er in Frankreich und fiel dort bei Montmirail den II. Februar 1814 . Sein Vater war Behrend Friedrich August v. d. Marwitz , seine Mutter Susanne Sophie Marie Luise von Dorville . Hier stand er hoch , dort höher . Seinem Andenken gesetzt von seinem Bruder . « Es erübrigt uns noch , ehe wir Abschied nehmen von Friedersdorf , ein Umblick in den Räumen des Schlosses selbst . Auch hier heißt es : Die Schale bildet sich nach dem Kern . Die hohe , schwere Eichentreppe hinauf , treten wir , am Ausgang eines Korridors , in das Wohn- und Arbeitszimmer August Ludwigs von der Marwitz . Es ist ein großer luftiger Raum , den aneinandergereihte , verhältnismäßig niedrige Wandschränke , nach Art einer Birkenmaserpaneelierung umziehen . Hier entstanden jene Arbeiten , die , nach der Seite des Wissens und Talentes hin , hervorragend , in noch höherem Maße sich auszeichnen durch ihren Mut und ihre Selbständigkeit und der Mittelpunkt der Bestrebungen geworden sind , die sich , um es zu wiederholen , seitdem längst das Recht der Existenz erobert haben . Unsere Aufmerksamkeit gehört aber nicht länger der Tätigkeit des Mannes , sondern nur dem Orte , an dem er tätig war . Die Wandschränke bergen in ihrer Tiefe den besten Teil jener mehrerwähnten Bibliothek , die der Hubertusburg-Marwitz dem Quintus Icilius bändeweis im Spiel abgewonnen , während die vielen Türfelder die Rahmen für ebenso viele Kupferstiche bilden . Diese Benutzung macht einen eigentümlichen und sehr gefälligen Eindruck , der unter der Wahrnehmung wächst , daß die Auswahl der Bilder mehr nach kleinen Liebhabereien , als nach irgendwelchem Kunstprinzip erfolgte . Neben den Abenteuern des Donquixote begegnen wir ernsten und heitern Szenen aus der Zeit der Befreiungskriege ; alte französische Stiche und moderne Gravierungen lösen sich ab . Interessanter noch als diese Schränke selbst erscheinen die Gegenstände , die sich oberhalb derselben aufgestellt befinden : alte Porträts aus dem Hause Holstein-Beck , ein Brustbild Friedrich von Derfflingers , Sohnes des Feldmarschalls , Büsten und Vasen , und endlich ein Reiterkaskett und ein sonderbar geformter schwarzer Wachstuchhut , dessen nach hinten zu herabhängende Krempe an die Helgoländer Schifferhüte erinnert . Das Kaskett ist Eberhards v. d. Marwitz Chevaulegershelm aus der Schlacht von Groß-Aspern und den schwarzen Wachstuchhut trug August Ludwig v. d. Marwitz am Tage von Auerstedt . Die vordere hochstehende Krempe ist von Kugeln durchlöchert . Den Tag selbst aber hat er in seinen hinterlassenen Schriften mit jener Klarheit und mutigen Unparteilichkeit geschildert , denen wir in der Gesamtheit seiner historischen Aufzeichnungen begegnen . Jenseits der Oder Küstrin Unter Markgraf Hans Unter Markgraf Hans ( 1535 – 1571 ) Markgraf Hans war der zweite Sohn Joachims I. ( Nestor ) und der der Lehre Luthers eifrig zugetanen Elisabeth von Dänemark . Als Joachim starb , erfolgte jene Landesteilung , die dem älteren Bruder , Joachim II. ( Hektor ) , die Kurmark , dem jüngeren , Johann , die Neumark und die lausitzischen Besitzungen zusicherte . Johann wurde den 3. August 1513 » zwischen drei und vier Uhr nachmittags « geboren . So genau diese Zeitbestimmung ist , so schwankend ist die Ortsangabe . Leutinger sagt Angermünde , Angelus sagt Tangermünde , Hänfler sagt Peitz , Rentsch sagt Küstrin , und Kaspar Sagittarius stimmt dem letzteren bei . Es darf aber als jetzt feststehend angesehen werden , daß Markgraf Hans auf Schloß Tangermünde geboren wurde . Er war seiner Mutter Liebling , die sich denn auch eifrig beflissen zeigte , seiner Erziehung allen gegenteiligen Bestrebungen zum Trotz eine protestantische Richtung zu geben . Leutinger erzählt , » daß sich der Prinz weggeschlichen habe , wenn er mit seinem Vater in die Messe gehen sollte « , und fügt hinzu , » daß er der Überfülle von Symbolen und Ceremonien in der katholischen Kirche von Jugend auf abgeneigt gewesen sei « . In Sprachen und Wissenschaften , besonders in der Mathematik , empfing er einen vorzüglichen Unterricht und erwies sich früh als ein Erbe der väterlichen Wohlredenheit . Um ihn für seinen fürstlichen Beruf vorzubereiten , nahm ihn der Vater bei sich darbietenden Gelegenheiten mit außer Landes . 1521 war er mit in Worms , 1528 in Grimmen ( bei Beilegung des Streites mit dem Pommernherzoge ) , 1530 in Augsburg . Wenigstens nach Ansicht einiger . Eine gleiche Sorgfalt wurde seiner Ausbildung in den ritterlichen Künsten gewidmet , und er galt später , in seinen Mannesjahren , für einen glänzenden Turnierer . Einzelheiten aus seiner Jugend werden im übrigen wenig berichtet . So kam das Jahr 1535 , und beide Söhne leisteten am Sterbebette ihres Vaters das Versprechen , der alten Lehre treu bleiben zu wollen . In ihrem Herzen stand es aber bereits fest , dieses Versprechen einer höhern Pflicht zu opfern . Ihr Übertritt zum Protestantismus durfte lediglich als eine Frage der Zeit angesehen werden . Johann , der entschiedenere der beiden Brüder , wartete nur seine Vermählung mit Katharina , Tochter des streng-katholisch gebliebenen Herzogs Heinrich von Braunschweig ab und nahm dann in der Schloßkirche zu Küstrin das Abendmahl unter beiderlei Gestalt . Das war im Jahre 1538 , » als am Neujahrstage die Blumen blühten « , und bald darauf reiste der Markgraf nach Wittenberg , um sich von Luther selbst eine Kirchenordnung für seine Neumark zu erbitten . Dieser schlug ihm zwei Prediger zu Superintendenten vor , einen gelehrten und einen bibelfesten , unter denen sich Johann ohne weiteres für den