, sagten wir . » Da tut ihr zu viel , « antwortete er , » ihr versprecht etwas , dessen Größe ihr nicht kennt . Diese Bande darf ich nicht um euren Willen und eure Verhältnisse legen , sie könnten von den übelsten Folgen sein . Wollt ihr mein Gedächtnis in mannigfachem Bestehenlassen ehren , tut es , und pflanzt auch euren Nachkommen diesen Sinn ein sonst ändert , wie ihr wünscht , und wie es not tut . Wir wollen , so lange ich lebe , selber noch mit einander ändern , verschönern , bauen ; ich will noch eine Freude haben , und mit euch zu ändern und zu wirken ist mir lieber , als wenn ich es allein tue . « » Aber der Erlenbach muß als Denkmal der schönen Geräte bestehen bleiben . « » Setzt eine Urkunde auf , daß ihm nichts angetan werde von Geschlecht zu Geschlecht , bis seine Reste vermodern , oder ein Wolkenguß ihn von seiner Stelle feget . « Er küßte Natalien , wie er gerne tat , auf die Stirne , mir reichte er die Hand . Als die Rosenzeit wirklich recht innig und zum Staunen meiner Angehörigen , welche so etwas nie gesehen hatten , vorüber gegangen war , nahmen wir Abschied , die Vereinigung , welche nun so lange bestanden hatte , löste sich , und die Tage kehrten in ihren gewöhnlichen Abfluß zurück . Meine Eltern gingen mit Klotilden in den Gusterhof , wo sie bis zum Winter bleiben wollten , und ich siedelte mit Natalien in unsere ständige Wohnung , in den Sternenhof über . Wir sollten nun die eigentliche Familie desselben sein , Mathilde werde bei uns wohnen und mit an unserem Tische speisen . Die Bewirtschaftung des Gutes sollte ebenfalls ich leiten . Ich übernahm die Pflicht und bat um Mathildens Beihilfe , so ausgedehnt sie dieselbe leisten wolle . Sie sagte es zu . So rückte nun die Zeit in ihr altes Recht , und ein einfaches , gleichmäßiges Leben ging Woche nach Woche dahin . Nur im Herbste fand eine Abwechslung statt . Die Vettern aus dem Geburtshause des Vaters besuchten meine Eltern in dem Gusterhofe . Wir fuhren zu ihnen hinüber . Der Vater ließ sie reichlich beschenkt in einem Wagen in ihre Heimat zurückführen . Mit Beginn des Winters war Rolands Bild fertig . Es war seiner Größe willen zu rollen , hatte einen großen Goldrahmen , der zu zerlegen war , und wurde in dem Marmorsaale auf einer Staffelei aufgestellt . Wir reisten alle in den Asperhof . Das Bild wurde vielfach betrachtet und besprochen . Roland war in einer gehobenen , schwebenden Stimmung ; denn was auch die Meinung seiner Umgebung war , wie sehr sie auch das Hervorgebrachte lobte und wohl auch Hindeutungen gab , was noch zu verbessern wäre : so mochte ihm sein Inneres versprechen , daß er einmal vielleicht noch weit Höheres , ja ein ganz Großes zu Stande zu bringen vermögen werde . Risach sagte ihm die Mittel zu , reisen zu können , und ordnete die Zubereitung zu einer baldigen Abreise nach Rom an . Gustav mußte noch den Winter im Asperhofe zubringen . Im Frühlinge sollte er endlich in die Welt gehen . So waren nun mannigfaltige Beziehungen geordnet und geknüpft . Mathilde hatte einmal , da ich sie im Sternenhofe besuchte , zu mir gesagt , das Leben der Frauen sei ein beschränktes und abhängiges , sie und Natalie hätten den Halt von Verwandten verloren , sie müßten manches aus sich schöpfen , wie ein Mann , und in dem Widerscheine ihrer Freunde leben . Das sei ihre Lage , sie daure ihrer Natur nach fort und gehe ihrer Entwicklung entgegen . Ich hatte mir die Worte gemerkt und hatte sie tief ins Herz genommen . Ein Teil dieser Entwicklung , glaubte ich nun , war gekommen , der zweite wird mit Gustavs Ansiedlung eintreten . An mir hatten die Frauen wieder einen Halt gewonnen , daß sich ein fester Kern ihres Daseins wieder darstelle ; ein neues Band war durch mich von ihnen zu den Meinigen geschlungen , und selbst das Verhältnis zu Risach hatte an Rundung und Festigkeit gewonnen . Den Abschluß der Familienzusammengehörigkeit wird dann Gustav bringen . Was mich selber anbelangt , so hatte ich nach der gemeinschaftlichen Reise in die höheren Lande die Frage an mich gestellt , ob ein Umgang mit lieben Freunden , ob die Kunst , die Dichtung ! die Wissenschaft das Leben umschreibe und vollende , oder ob es noch ein Ferneres gäbe , das es umschließe und es mit weit größerem Glück erfülle . Dieses größere Glück , ein Glück , das unerschöpflich scheint , ist mir nun von einer ganz anderen Seite gekommen , als ich damals ahnte . Ob ich es nun in der Wissenschaft , der ich nie abtrünnig werden wollte , weit werde bringen können , ob mir Gott die Gnade geben wird , unter den Großen derselben zu sein , das weiß ich nicht ; aber eines ist gewiß , das reine Familienleben , wie es Risach verlangt , ist gegründet , es wird , wie unsre Neigung und unsre Herzen verbürgen , in ungeminderter Fülle dauern , ich werde meine Habe verwalten , werde sonst noch nützen , und jedes , selbst das wissenschaftliche Bestreben hat nun Einfachheit , Halt und Bedeutung .