Wangen und einen goldschimmernden Bart. Benno trug ein dunkles Priestergewand , und darauf ein kleines goldenes Kreuz . Er hatte weiße Haare , blaue Augen und einen weißen Bart. Die zwei Reiter bestiegen ihre Pferde , die Edelknechte auch die ihrigen , und es begann der Zug . Er ging durch eine Straße der Stadt , durch das Tor der Stadtmauer und in das freie Land hinaus in der Richtung gegen die Burg Schauenberg . Viele Leute standen an dem Wege , und die auf den Feldern arbeiteten , kamen herzu , und betrachteten den Zug . Die schimmernden Männer ritten durch schöne Wiesen und Felder und unter vielen Obstbäumen dahin . Als sie an die Stelle gekommen waren , an welcher der Seitenweg gegen die Burg Schauenberg ging , ritten sie den Seitenweg hinan . Der Türmer gab ein Zeichen mit seinem Horne , und einer von Witikos Leuten erwiderte das Zeichen . Als sie an die erste Zugbrücke gekommen waren , legte sich die Zugbrücke nieder , und die Männer ritten über sie . Sie ritten auf einem Wege zwischen Bäumen und Bauwerken dahin . Dann tönte das zweite Zeichen , und wurde erwidert , und die zweite Zugbrücke legte sich nieder , und die Männer ritten über sie . Und es tönte das dritte Zeichen , wurde erwidert , und die dritte Zugbrücke senkte sich , und die Männer ritten in den Burghof . An der rechten Seite des Hofes stand ein sehr hoher , starker , viereckiger Turm empor . Der Turm hatte ein großes Tor mit einem eisernen Fallgitter . Hinter dem Gitter ging eine Treppe hinan . Vor dem Gitter standen drei Männer in ritterlichen Kleidern . Einer näherte sich dem Zuge , und sprach : » Ich bin Liutolt , ein edler Dienstmann und Truchseß des Herren von Schauenberg , der Mann neben mir ist Berthold von Stal , ein edler Dienstmann des Herren von Schauenberg , und der Mann neben uns ist Hartnit , ein edler Dienstmann des Herren von Schauenberg . Wir Männer fragen euch , wer ihr seid , daß wir euch begrüßen . « Auf diese Worte ritt Beda vor , und rief : » Ich bin Beda , der Dienstmann des Herren Witiko vom Witikohause , und der neben mir ist Kuto , der Dienstmann des Herren Witiko vom Witikohause , und der neben uns ist Peter , der Dienstmann des Herren Witiko vom Witikohause , und wir Männer sagen euch : Witiko vom Witikohause ist gekommen , mit dem Herren Heinrich von Schauenberg in wichtigen Dingen zu sprechen . « » Wir grüßen für den Herren Heinrich von Schauenberg den Herrn Witiko vom Witikohause , und bitten euch , steiget von den Pferden « , rief Liutolt . Witiko und seine Männer stiegen von den Pferden , und Knechte der Burg kamen herbei , die Pferde weg zu führen . » Gehet ein zu dem Herren Heinrich von Schauenberg « , sagte Liutolt . Das Fallgitter hinter den drei Männern Heinrichs von Schauenberg stieg empor , die Männer wichen seitwärts , und wiesen auf die Treppe als auf den Eingang . Witiko ging mit Benno die Treppe hinan , und Liutolt ging als Führer hinter ihnen . Dann kamen die Männer des Gefolges Witikos mit den zwei Männern Heinrichs von Schauenberg . Liutolt geleitete Witiko und die Seinen am oberen Ende der Treppe aus dem Turme auf einen offenen Säulengang hinaus , und auf dem Gange fort um eine Ecke des Hofes zu zwei großen Türen mit steinernen Spitzbögen . An der Tür rechts standen Reisige und ein Pförtner . Der Pförtner öffnete die Flügel der Tür , und Witiko und seine Leute traten durch dieselbe in einen sehr großen Saal . In dem Saale saß auf einem schönen Stuhle Heinrich von Schauenberg in rotsammetenem Rittergewande ohne Verzierungen . Neben ihm saß Wiulfhilt von Dornberg , seine Gemahlin , in einem dunkelbraunsammetenen Gewande ohne Schmuck . Dann saßen noch Männer und Frauen , und zur linken Hand standen an der Wand dahin Dienstmannen und Leute aus dem Gefolge Heinrichs von Schauenberg . » Wer ist gekommen ? « rief ein Mann in schönen Gewändern . » Witiko vom Witikohause « , antwortete Beda . » So empfange er den Sitz « , rief der Mann . Witiko und Benno setzten sich auf Stühle , welche zur rechten Hand Heinrichs von Schauenberg an der Wand standen . Die Männer Witikos stellten sich längs der Wand auf , den Männern Heinrichs von Schauenberg gegenüber . » Was bringt Witiko vom Witikohause ? « rief der Mann in dem schönen Gewande . » Er bringt eine heilige Werbung « , sagte Beda . Nach diesen Worten stand der Burgpfarrer Heinrichs von Schauenberg auf , und sagte : » Welche heilige Werbung bringt Witiko vom Witikohause ? « Benno stand auf , und sagte : » Witiko vom Witikohause bringt die heilige Werbung der Ehe . « » So sage er die Werbung der Ehe « , rief der Mann . Hierauf stand Witiko von seinem Sitze auf , trat einen Schritt vor , wendete sich gegen Heinrich und Wiulfhilt , und sprach : » Hoher Herr , Heinrich von Schauenberg , erhabene Frau , Wiulfhilt von Dornberg , ich , Witiko vom Witikohause , ein Herr im mittäglichen Böhmen unter dem erlauchten Herzoge von Böhmen und Mähren , Wladislaw , werbe in Gutem und Treuem um eure Tochter , das tugendreiche Fräulein Bertha , daß sie mir in freiem Willen als Ehegemahlin folge , und daß ich sie ehre und liebe und ihr treu bin , so lange ich lebe . Ich bitte euch um eine Antwort auf meine Werbung . « Heinrich von Schauenberg stand auf , und sprach : » Witiko vom Witikohause , Herr im mittäglichen Böhmen unter dem Herzoge Wladislaw , ich , Heinrich von Schauenberg , gebe dir in Gutem und Treuem meine Tochter Bertha , daß sie dir in freiem Willen als Ehegemahlin folge