Gemarkung hinaus . Und als der Mordhund da , der mir nun mein Schwert gestohlen hat , an meinem Sohne zum Missetäter geworden war und zufälligerweise auch ungefähr um die nämliche Zeit einer am Stuhle droben nach unserer alten Regel und wie der hergebrachte Orden ist , wissend gemacht werden sollte , kam es mir ein , diese alte heimliche Sache zu brauchen wider den Totschläger und es glückte und ich setzte ihn aus dem Frieden , feimte ihn ins Elend hinein und machte ihn zum Zeichen vor Großen und Kleinen , daß keiner unrecht tun dürfe . Als aber die Sache erst einmal im Gang war , gelang sie immer besser ; wenige Prozesse wurden in das Amt getragen , und die meisten Frevel gar nicht angezeigt , sondern machten die Scherereien unter uns ab . Denn über Mein und Dein und wem die Mauer gehört und jener Wiesenstreifen , kann man schon selbst mit seinem Bauerverstande fertig werden . Wenn aber wo eingebrochen ist , so kennt fast immerdar das Dorf den Dieb , was freilich oft nicht strenge zu beweisen steht , wornach denn ein solcher angezeigter Spitzbube frech und zum Skandal ganz schandhaft umhergeht und sich seiner Beute wohl noch gar erfreut , die der Bestohlene nicht wiederkriegt . Handhabten also selber Recht und Gerechtigkeit in allem Frieden und konnte uns niemand darum anfassen , denn wir taten keinem was zuleide , sondern gingen nur nicht mit dem Ungerechten und Frevelhaften um , wenn wir ihn in die Feime gesetzt hatten ; es entstand aber weit größere Furcht dieserhalb unter den Leuten als vor Urtel und Gefängnis . « Die Rede des alten Bauern rauschte in ihren rohen und strudelnden Ausdrücken wie ein Waldbach daher , der über Wurzeln , Knoten und Kiesel strömt . Er sprach ohne zu stocken . Der Richter wollte ihn unterbrechen , der Hofschulze aber sagte : » Ich bitte und ersuche Euch , Herr Richter , mich gänzlich aussprechen zu lassen , denn noch manches habe ich zu veroffenbaren . - Herr Richter und Herr Diakonus , wenn wir so unser Wesen für uns allein in Geschick brachten , so waren wir darum keine Unruhestifter und Tumultuanten . Denn hatten wir auch die Herren von der Schreiberei nicht ganz sonderlich in der Ästimation , so schlug uns doch jederzeit das Herz , wenn wir an den König dachten . Ja , ja , gegenwärtig schlägt mir mein Herze in meinem Leibe , da ich seinen Namen ausspreche . Denn der König , der König muß sein , und nicht ein Buchstabe darf abgenommen werden von seiner Macht und von seinem Ansehen und von seiner Majestät . Weil er nämlich ist der oberste General und der allerhöchste Richter und der gemeine Vormund . Denn es arrivieren freilich mitunter Sachen , darin man sich nicht selbst helfen kann und nicht zu raten weiß mit seinen Nachbarn . Da ist es dann Zeit , daß man den König anruft in der Not . Aber , wie ein ordentlicher Mensche dem lieben Gott nicht um jede Bagatelle Molesten macht , als zum Beispiel , wenn einem der kleine Finger wehe tut an der linken Hand : sondern wo die Kreatur nicht mehr aus noch ein weiß , da schreit sie zu ihm , also soll der König nicht angeschrieen werden um jeden Groschen , der mangelt , sondern in der rechten echten Not allein , und zu allen übrigen Tagen soll man nur sein Herze erfreuen und erquicken an dem Könige ; denn er ist das Abbild Gottes auf Erden . Zum Pläsier ist uns hauptsächlich der König gesetzet und nicht zum Hans in allen Ecken . Aber wo nun der Geängstete und Bedrängte seinem Leibe keinen Rat mehr weiß , da tut er sich aufmachen und steckt Brot und sonstigen Mundproviant zu sich und tut viele Tage gehen . Und endlich stellt er sich an Ort und Stelle vor das Schloß und hebt sein Papier in die Höhe und dieses sieht der König und schickt einen Lakaien oder Heiducken , oder was für Kramerei und Package er sonst um sich hat zu seiner Aufwartung , herunter , und läßt sich das Papier bringen und lieset es , und hilft , wenn er kann . Wenn er aber nicht hilft , so steht nicht zu helfen , und das weiß dann der arme Mensche , geht stille nach Hause und leidet seine Not wie Schwindsucht und Abnehmungskrankheit . Sie sagen , er mache sich nichts aus den Leuten ; dieses ist aber eine grobe Lüge , denn er hat die Untertanen sehr gerne und behält es nur bei sich , und ein recht gutes Herz hat er , wie es ein deutscher Potentate haben muß , und ein sehr prächtiges . Es ist erstaunlich und eine Verwunderung kommt einen an , wenn man die Männer , die davon wissen , hat erzählen hören , wie er sich in der grausamen Not , als der Franzose im Lande hausete , sozusagen das Brot vor dem Munde abgebrochen hat , und hat seinen Prinzen und Prinzessinnen zu Geburtstägen und Weihnachten nur ganz erbärmliche Präsente gemacht , bloß , damit er den armen Untertanen , die ganz ausgesogen waren , nicht viel koste . Dieses segnet ihm nun der liebe Gott an seinen alten Tagen in Fülle , und er ist wieder recht in guten Umständen und ganz wohlauf , und Gott erhalte ihn lange dabei ! Und noch neulich hat er einem armen Menschen in unserer Nachbarschaft , den einer wegen Zinsen und Lasten mitten im Winter hatte vom Hofe herunter subhastieren lassen wollen , das Geld aus seiner Tasche gegeben , und wenn er kann , soll ihm der es wiedergeben , und wenn er nicht kann , so tut es auch nichts , hat der König gesagt . Deshalb haben wir immer , mochten wir auch von vielen Geschichten um uns herum nichts wissen , wenn wir anstießen , gerufen : Der König soll