Feuerspritze - ! Excellenz , das ist nichts Neues . Doch ! doch ! Comtesse ... Die Majestäten waren entzückt davon . Die Gießkanne ruht auf zwei Rädern ; statt des einen Halses gehen zwei Schläuche , etwa in der Länge von - erlauben Sie , daß ich Ihnen Das genauer vormache ! Hier steht die Gießkanne ... In dieser wissenschaftlichen Auseinandersetzung , die das Element des Intendanten der königlichen Schlösser war , wurde er aber durch seine Gattin gestört , die mit den Malern Heinrichson und Reichmeyer in das blaue Zelt trat und Helenen in Letzterem einen alten Bekannten aus Paris zuführte . Helene empfing den Maler ihrer Villa von Enghien sehr freudig und tiefbewegt . Sie rückte sogleich so , daß Reichmeyer die eben von Excellenz verlassene Stelle des Divans einnehmen mußte . Noch mit dem Worte : Gießkanne ! auf den Lippen stand Herr von Harder einige Sekunden schwebend und ließ sich dann mit Heinrichson in eine weitere Auseinandersetzung über diesen Gegenstand ein . Harder gehörte zu jenen Menschen , deren Ideenarmuth es mit sich bringt , daß sie einen einmal gefaßten Gedanken nicht wieder fallen lassen können . Ganz unbekümmert darüber , ob Heinrichson , der besondere Schützling seiner Gattin , ein Interesse haben konnte , die Construction einer neuen Gießmaschine kennen zu lernen , setzte er diesem doch jene durch den Mechanismus des Denkens einmal in ihm aufgezogene Einrichtung des neuen Bewässerungswerkzeuges auseinander . Heinrichson , der an Alles dachte , nur nicht an die Annehmlichkeit , mit der Excellenz in ein hydraulisches Gespräch verwickelt zu werden , mußte ausharren . Mit den Bücken hier und dorthin forschend , die Gräfin d ' Azimont mit seinen heißen , sprechenden Augen fast verschlingend , dann einmal wieder auch pflichtschuldigst mit einer gewissen Schwärmerei nach dem biblischen Turban Paulinens blickend , unterbrach er die Auseinandersetzungen des Geheimrathes , ohne ihrer im Mindesten zu achten , fortwährend mit den näselnden Worten : Ah ! Sehr wohl ! Sehr schön ! Sehr praktisch ! Aha ! ... Und Excellenz waren entzückt über die Gelegenheit des Beweises , wie sehr das Vertrauen Sr. Majestät gerechtfertigt war , als man ihm , dem altgewordenen Kammerherrn und ehemaligen Reisemarschall des Hofes , die Intendanz der königlichen Gärten und Schlösser überließ . Kaum war Heinrichson hierauf zu Paulinen geschritten und hatte sein Amt angetreten , das eben darin bestand , ihr den ganzen Abend eine gewisse » Assiduität « zu widmen , das heißt : eine gewisse beflissene Emsigkeit des Aufmerkens und ein scheinbares leidenschaftliches Drängen , immer in ihrer Nähe sein zu dürfen , als die unvermeidliche Trompetta mit ihrer ebenso unzertrennlichen Begleiterin , der blonden Friederike Wilhelmine von Flottwitz eintrat . Man nannte sie die Inseparables , falls sich , wie Heinrichson boshaft hinzusetzte , naturhistorisch nachweisen läßt , daß alte Kakadus sich mit jungen Kanarienvögeln paaren ... Wie dem sei , die Trompetta brachte Leben in jede Gesellschaft . Die kleine kugelrunde Frau rollte sich bald da , bald dorthin und schied von keinem Cirkel , in dem sie nicht mehrfach jedem Einzelnen à part einen guten Abend gewünscht hatte . Während Helene glücklich war , mit Reichmeyer allein von Paris , vom See zu Enghien und ihrem Spiegelzimmer reden zu dürfen , zu dem er einige enkaustische Wachsmalereien geliefert hatte , wußte die Trompetta , die ihrer noch nicht ansichtig geworden war , sogleich eine Fülle von Thatsachen über die Zeit und die Menschen anzubringen , die Alle anregte und unterhielt . Da sie Jedes im Tone der Liebe und des herzlichsten Antheils vorbrachte , auch jede Verleumdung , auch jede Nachrede eines schlimmen Gerüchtes , so war es recht boshaft von Heinrichson , daß er zu Paulinen sagte : Da hat man schon wieder die gute Dame aus Sheridan ' s Lästerschule , die nur deshalb die böse Lästerung der Andern tadelt , um wiederholen zu können , was über diese Menschen gelästert wird . Die Flottwitz aber war sogleich von einigen Militairs umgeben , die mit ihr über den neuen Achilles , den Prinzen Ottokar sprachen und ihr Manches im Vertrauen mitzutheilen wußten , was sich auf der nächsten Avancementsliste bestätigen würde . Sie erzählte dafür ihrerseits , daß im weiblichen Reubunde wäre beschlossen worden , für Weihnachten in jedem Kasernenzimmer der ganzen Monarchie einen Weihnachtsbaum anzuzünden , jedem Krieger für die bewährte Treue Äpfel , Nüsse und einen Pfefferkuchen zu bescheeren , der wahrscheinlich den allgeliebten Prinzen Ottokar darstellen würde , falls es nicht schicklicher wäre , den König selbst in dieser Form seinen Landeskindern zum liebevoll flüchtigen Andenken zu übergeben . Das junge schwärmerische Mädchen war so demokratenfeindlich , daß sie mit großer Begeisterung auch von einigen neuen Verhaftnahmen sprach und die guten Aussichten für die nächsten Wahlen lobte . Frau von Trompetta musterte die Anwesenden und fand sogleich heraus , daß sie nur dem politischen Kreise der Geheimräthin angehörten . Pauline hatte sich also noch immer nicht entschließen können , die christlich soziale Richtung der Gräfin von Mäuseburg einzuschlagen , mit der sie die Trompetta in ihrer Weise schon vor einiger Zeit glaubte liirt , richtiger verkuppelt zu haben . Pauline hatte wirklich einmal schon einen schwachen Versuch in der » Krankenpflege « gemacht , es aber nicht sehr weit bringen können in so schweren , den ganzen Menschen und seine Eitelkeit in Versuchung bringenden Aufgaben . Die Trompetta fand also nur politische Elemente ... Ihr war Das ganz gleich , der betriebsamen Frau . Sie plätscherte ja wie ein Meerufer-Fisch in beiden Elementen , im Süßwasser der sozialen Richtung , wie im Salzwasser der Politik . War sie doch auch schon zu der Erkenntniß gekommen , daß eine Frau , die etwas auf sich hält , in Gemeinzwecken nicht ganz zu Grunde gehen dürfe ! Sie hatte ihre aparten Liebhabereien . Sie veröffentlichte Bücher , Bildersammlungen , Stickereien durch wohlthätige Lotterieen . Dies war eine Agitation , die sie ganz auf eigene Hand betrieb und bei der sie sich eine gewisse Selbstständigkeit ihres