- doch dieser trat schnell zurück und führte den schönen Grafen Guiche vor , der knieend die Hand der Gräfin zu erbitten schien . » Wie ? « rief Franziska erstaunt - » Graf Guiche ? « - » Graf Guiche ? « riefen Mehrere laut , und manches Herz im Stillen ! » Bin ich Ihnen denn so ganz unwillkommen ? Gönnen Sie mir dies schöne Glück nicht ? « sagte der junge Mann , demüthig zur Gräfin aufblickend . » O nicht doch , nicht doch ! « sagte die Gräfin Franziska gütig und doch verlegen - » ich verstehe es nur nicht ! « » Aber , « sagte der Graf d ' Aubaine lächeln - » wer sollte denn der Bräutigam sein ? « » Vielleicht ich , mein theurer Graf ! « rief Leonce ; - » denn so lange meine kleine Muhme gegen ihren Bräutigam stolz that , war der arme Vetter ihre beste Zuflucht ! « Der Graf d ' Aubaine lachte , und wie man sah , war er glücklich und heiter . Jetzt hatte sich auch Gräfin Franziska gesammelt ; und da auf dem Antlitz ihres lieben Leonce keine getäuschte Hoffnung zu lesen war , begrüßte sie den jungen Guiche mit der gewinnendsten Freundlichkeit . Doch wer malt das Erstaunen von Lucile und Armand ! Leonce schien es voraus zu setzen und eilte zu ihnen . » Ich habe Euren Irrthum oft mit Bedauern gesehen , « rief er . » Vergebt mir , geliebten Freunde ! Ich war der Vertraute aller Parteien ; ich hatte Stillschweigen gelobt . - Die Achtung für Margot ' s Vater legte es uns auf ; denn er hatte die Bewerbung des Grafen Guiche nach jenem Duell ausdrücklich verbeten . Aber ich kannte alle Parteien zu gut , um nicht eine endliche Versöhnung zu hoffen ; - und so blieb ich zwischen Allen der Unterhändler und durfte vor dem Gelingen meiner Bemühungen nicht sprechen . Doch Margot ' s Bruder , selbst von seinem Unrecht überzeugt , ist zu seinem Vater geeilt , und ihm verdanken wir die endliche Ausgleichung dieser Angelegenheit . « » Nein ! nein ! « riefen beide Grafen d ' Aubaine und der junge Guiche zugleich . » Leonce gebührt die Ehre ! Wir hätten es gewiß nicht so klug einzuleiten verstanden , hätte er nicht mit unablässiger Mühe uns endlich Alle zur Vernunft gebracht ! « » Aha , « sagte Mademoiselle de la Beaume - » jetzt erinnere ich mich der kleinen Nachtscene , die ich zu den Spukgeschichten von Ste . Roche zählen sollte ! Das waren der Herr Unterhändler , der Rapport machte . Nun , so oder so , es nahm ein gutes Ende - und ich bin im Vortheile ; denn mein Neffe hat einen Engel zur Braut bekommen . - Und Sie , mein junger Herr , « fuhr sie zu Leonce fort , » Sie müssen erfahren , daß ich eben meine gute Meinung von Ihnen reparire ; denn seitdem ich als Königin Katharina meinen Hofstaat eingerichtet hatte , machte ich Bemerkungen , die mich glauben ließen , es würde mit doppelten Karten gespielt . « Längst wußte Leonce , daß ihn die alte , kluge Frau errathen habe . Tief erröthend küßte er ihre Hand und entschlüpfte ihren ferneren Worten . » Und Sie ? « rief er , sich leise neben Lord Duncan schleichend - » repariren Sie jetzt auch Ihre Meinung von mir ? « » Aber warum bist Du denn unglücklich , wenn Du ein lieber ehrlicher Junge bist ? « rief dieser mit dem alten Tone väterlicher Vertraulichkeit . » Weil sie mich nicht mehr liebt ! « sagte Leonce . Lord Duncan lachte laut auf . » Ach , « sagte er , das alte Lied von zwei eifersüchtigen Verliebten ! Sie soll wohl die Schmachtende spielen , wenn Du wie toll einer Anderen nachläufst . - » Nein - nein , Lord Duncan ! Ich sah sie zuerst in Ardoise wieder , wo ich sie von einem armen Wahnsinnigen errettete . Aber mein schöner Traum - wie ich sie damals mit so großer Freude in meiner Familie aufgenommen sah , wurde nur zu bald durch ihre gänzliche Zurückweisung vernichtet , und bei ihrer schnellen Entfernung von Ardoise erwachte sogar mein Stolz ! Ich machte thörichte , vergebliche Versuche , sie zu vergessen und « - » Warest , wie alle Männer - Gott weiß , ich muß es eingestehen , obwol ich selbst zu ihnen gehöre - immer geneigt , die unvernünftigsten Forderungen zu machen , um an die Liebe eines Mädchens Glauben fassen zu können , deren schüchterne Zurückhaltung , die sie doch nur mit dem bittersten Tadel vermissen würden , ihnen das größte Recht zu geben scheint , sich über Hartherzigkeit und Kälte zu beklagen . Ueberall hatte Elmerice Recht « - fuhr er fort - » aber besonders deshalb , weil sie noch nicht wußte , daß ihr Vater Dir durch mich das Ja-Wort aufgehoben hatte , wenn Du Dich bewährtest . « Er wollte mehr sagen ; aber Leonce verlor den Kopf und drückte den alten Lord mit so unmäßiger Gewalt an sein Herz , daß dieser nicht mehr zu Worte kommen konnte . Als er ihn losließ , sah er zuerst den blaßrothen Seidenstoff von Elmerice ' s Kleide . Er dankte es der starken Hand des Lords , der ihn aufhielt , sonst wäre er augenblicklich ihr zu Füßen gesunken ; - aber er sah sie an mit einem Ausdrucke des Entzückens , von dem sie ihre bewegten Augen abwendete . » Sie sollen mich zu Tische führen , mein theurer Lord , « sagte sie mit einem bebenden und doch klaren Tone der Stimme - » und da man mir das Vorrecht der Hausfrau damit zugesteht , müssen Sie sich mit mir aufstellen , bis unsere Gäste vorüber gezogen sind . « Wie schön sah sie aus !