, « sagte der Lord , während er ihn mit trüber Zärtlichkeit anblickte - » wie gern liebte ich Dich mit der alten Liebe ! « » Wenn Sie mich einmal Ihrer Liebe werth hielten , so habe ich noch heute denselben Anspruch daran , « rief Leonce , den feurigsten Blick seiner schwermüthigen Augen auf Elmerice und den Lord richtend - » ich halte die Prüfung aus ! « » Wir wollen sehen , « sagte der alte Lord , sichtlich erweicht . » Doch unsere edle Gräfin harret auf uns - wir müssen Elmerice ihrer übrigen Familie vorstellen . « » So bitte ich um den Arm meiner geliebten Muhme , « rief Armand und eilte mit freudigem Lächeln auf Elmerice zu . Als er sie leichten Schrittes hinwegführte , sagte er : » Wie froh , wie leicht bis in den kleinsten Blutstropfen hinein , ist mir jetzt ! Nun sind wir alle Ihre Gäste . Nun behalten Sie mich bloß als Ihren Seneschall , als Ihren Haushalter . - O Elmerice , Ihnen fließt ein schöner Segen zu - öffnen Sie ihm Ihr Herz , blicken Sie froh , damit Sie Frohe machen können . Denken Sie nicht gering von der hohen Stellung , die Ihnen Gott anvertraut ! Sie ist herrlich , wenn wir ein offenes Herz , einen gesunden Sinn mit uns bringen . Beides haben Sie ; deshalb sehe ich so froh Alles in Ihre Hände übergehen , und - deshalb theilen Louisens Söhne das Erbe nicht . « Die Antwort , welche Elmerice ihm geben wollte , ward durch Leonce unterdrückt , der plötzlich außer sich auf sie zustürzte , indem er ausrief : » Die beiden Grafen d ' Aubaine sind angekommen ! O , Armand - o Elmerice , jetzt - jetzt ! « Mit diesen Worten war ein so leidenschaftlicher Ausdruck verbunden , daß Elmerice schüchtern zurückwich . Doch schon eilte er ohne Entschuldigung davon , - und Armand sagte : » Auch ich danke Gott , daß die Beiden endlich für Leonce die Entscheidung bringen , die Liebe zu Margot wird ihn noch toll machen ! « - » Wie sehr muß ich Ihre Entschuldigung in Anspruch nehmen , « sagte der ältere Graf d ' Aubaine , während er dem Marquis d ' Anville entgegentrat - » daß ich Sie unvorbereitet um Ihre Gastfreundschaft ersuche . « » Mein theurer , verehrter Onkel , « sagte der Marquis heiter - » Ich selbst bin seit diesem Morgen hier nur noch Gast ! Hier steht die rechtmäßige Besitzerin von Ste . Roche ; - doch sage ich gut , daß Sie auch ihr willkommen sind . « Voll Erstaunen blickte Graf d ' Aubaine auf Elmerice , von deren Gesichte so alle Farbe , alle Bewegung verschwunden war , daß sie einem Geiste glich ; doch konnte ihre Schönheit durch nichts beeinträchtigt werden und erregte , wie ihr reiches , fremdes Kostüm , die höchste Bewunderung des Grafen . Der Marquis kürzte die augenblickliche Spannung ab , indem er Elmerice in die Arme seiner jungen Gemahlin führte , die , Alles sogleich errathend , sie mit inniger Liebe empfing . Da er die ganze Gesellschaft in einem Kreise erwartungsvoll um sie gedrängt fand , rief er lebhaft : » Wünschen Sie mir und meinem Bruder Alle Glück ! Es war uns vorbehalten , die alte , schwere Schuld unseres Hauses , die Sie genugsam kennen , zu sühnen . Die rechtmäßige Erbin unseres Oheims , des Grafen Leonin , ist , durch das Hinzutreten des edeln Lord Duncan vollgültig legitimirt , uns wiedergegeben . Miß Eton ist unsere theure Cousine und die Tochter des Grafen Reginald Crecy-Chabanne , dessen rechtmäßige Geburt aus der Ehe des Grafen Leonin und der Miß Fennimor Lester auf das vollständigste von unserm Allergnädigsten König anerkannt worden ist ! - So helfen Sie mir denn , « fuhr er fort , in die alte heitere Laune übergehend - » der jungen Erbin zu huldigen , und bedenken Sie Alle wohl , daß Sie jetzt ihre Gäste sind , und ich mich höchstens noch vermittelnd erweisen kann . « Elmerice bezwang hier alle Gefühle ihres Herzens , um den Anforderungen genügen zu können , die ihr so nahe gerückt wurden . Sie hob ihren Kopf von Lucile ' s Schulter , und hold im Kreise herum grüßend , sagte sie : » Junge Rechte werden nie respektirt , ich übertrage sie daher meinem Vetter Armand aufs neue . Vielleicht lerne ich unter seiner Anweisung , wie man die Ehre verdient , solche Gäste besitzen zu dürfen . « Man war mit ihrer Antwort zufrieden . Alle beglückwünschten nun das schöne Mädchen , deren ungewöhnliches Schicksal die allgemeinste Theilnahme erregte ; - und in kleinen Partien getheilt , wurde der Rest des Morgens mit Fragen , Antworten und Erzählungen hingebracht , die endlich die wichtige Sache für Alle vollständig erklärten , bis man sich zum Umkleiden zurückzog , welches die Damen im Kostüme der Schloßherrin zu besorgen versprachen . Als ein Theil der Gesellschaft sich zur Tafel um die zuerst erschienene , junge Wirthin versammelt hatte , fiel Allen die feierliche Art auf , mit der jetzt der Graf d ' Aubaine eintrat , an seiner Hand die hochrothe Margot , deren Augen noch von Thränen glänzten . Er führte sie zur Gräfin Franziska , und als sich Margot ihrer Tante in die Arme warf , rief er : » Sie , liebe Schwester , werden durch das Geständniß der kleinen Schelmin dort überrascht sein . Das Kind will heirathen ! und ich habe nach alter , schwacher Väter Weise , Ja dazu gesagt . « » Nun , « sagte die Gräfin Franziska lächelnd - » wir sind Ihnen , lieber Bruder , deshalb nicht abgeneigt und haben selbst heimliche Wünsche dafür genährt . « Bei diesen Worten streckte sie liebevoll ihre Hand nach Leonce aus , der dicht neben dem alten Grafen stand ;