sind sie da ... Die Erzählung ! ... Das Amusement ! .. Was Armgart alles versäumt hätte ! ... Armgart hält sich die Ohren zu . Sie will allerdings alles wissen , aber eines doch nur nach dem andern . Es war indessen alles dasselbe : Kaffee , Chocolade , Baisers , Torten , Pfänderspiele und Pfänderspiele , Torten , Baisers , Chocolade und Kaffee . Die Damen mit den Ponies waren die beiden Engländerinnen gewesen ... Das sagten zehn zugleich ... Und der Herr , der die andern Kleinen über den Bach gehoben , hieß Herr von Terschka ... und das sagten wieder zehn zugleich . Für Salat und Eier und kalten Braten und die französische Betrachtung der Schwester Aloysia in dem stockdunkeln Eßsaal war heute wenig Interesse vorhanden . Silence ! A vos places ! Das stiftete wol einige Ruhe . Aber man knupperte müde und übersatt am Salat und es war hier alles » nicht das « ! Es rebellirte noch lange und murmelte und seufzte fort in dem jungen Volk bis zum Schlafengehen . Angelika vermied ordentlich , Armgart zu begegnen . Sie mied sogar , sie nur zu grüßen . Von der kleinen Liddy oben sprach sie , die sie gleich besucht hatte und fiebernd fand , was den beiden Nonnen große Angst machte und des schlechten Wetters gedenken ließ , das den Arzt verhindert hätte , die Insel zu besuchen . Der Arzt hatte gesagt , er hätte im Roland noch den Abend zu thun ... Im Roland ! So nahe der Insel ! .. Wird der Arzt nicht kommen ? Zuletzt machte sich ' s noch , daß Angelika und Armgart etwas allein waren . Die kleinsten streckten sich schon in ihren Betten . Die ältesten saßen unten noch im Eßsaal und sprachen das Erlebte durch . Auf die Beete und die Wege der Insel , die man sonst auch selbst in der nun schon früher und früher eintretenden Dunkelheit des Abends noch durchschlüpfte , konnte man vor Nässe nicht hinaus , wenn auch der Vollmond einlud , der vielleicht doch noch die Wolken durchbrach . So standen Armgart und Angelika ungestört auf dem Balcon und krampfhaft hielt sich die Hand des jungen Mädchens am eisernen Gitter , als sie erfuhr , was noch der Pfarrer der Freundin mitgetheilt . Die Mutter konnte schon drüben in den Häusern sein , wo die Lichter über den Wellen tanzten ! Jener Fremde , der gestern die Zimmer bestellt in den » Vier Jahreszeiten « , hätte das für bestimmt versichert ... Von Benno ... sie hörte kaum ... wußte Angelika nichts ... und Thiebold de Jonge und den Bruder der Nanny Schmitz und die andern ... von allen denen hätte man gleichfalls nichts vernommen ... Nun schlug es halb Neun ... Rings war alles still , trübe und düster ... Noch kein Stern am Himmel ; doch an der Stelle , wo der Mond hervorbrechen konnte , schien es lichter zu werden ... Armgart wollte sogar ein Boot erkennen , das man durch die Zweige der Bäume vom Hüneneck herübersteuern sähe . Angelika strengte ihre Augen an . Es kam auch ein Boot . Armgart zitterte und stand wie auf der Flucht . Alsbald ließ sich jedoch der Arzt erkennen , der noch so spät nach der kleinen Liddy zu sehen kam . Als dies geschehen , in Begleitung der Englischen Fräulein , fuhr der Arzt nach dem Roland zurück . Angelika begleitete ihn eine Strecke im Hause und wagte nach Benno von Asselyn zu fragen . Benno von Asselyn ? Wir erwarten ihn drüben im Roland ! sagte der Arzt . Ich werd ' ihn von den Damen grüßen . Der Arzt hatte Eile . Sein Schiffer steuerte ihn zurück und bald sah man von allen Seiten , da und dort , Kähne kommen , die alle dem Roland zuschwammen ... Jetzt wollte auch Angelika zur Ruhe gehen . Als sie an Armgart , die noch immer auf dem Balcon verweilte , vorüber mußte , fand sie diese in der größten Unruhe . Wieder steuerte vom Hüneneck gerade der Insel ein Nachen zu . Es ist eine Dame darin ! rief sie . Ein carrirter schottischer Mantel ! Ein Diener hält den Regenschirm ! Das Wort : Es ist meine Mutter ! erstickte in ihrer Freude und in ihrer Angst ... Auch für Angelika gab es kaum einen Zweifel an der Richtigkeit dieser Vorstellung . Sie zitterte ganz wie Armgart . Doch erbot sie sich , hinunterzugehen und genauer zu forschen ... in der Richtung der Nachen irrte man sich oft . Armgart widersprach nicht ... Der Kahn kam näher und näher ... Armgart sah vom Balcon bald rechts , bald links in die Tiefe und wußte nicht , wie sie auf beiden Füßen zugleich stehen sollte ... Angelika durchschreitet die schwülen , dumpfen steinernen Corridore und Treppen . Noch war es ja möglich , daß der Kahn hinüber zum Geierfelsen , nicht an die Insel fuhr ... Armgart rafft sich jetzt auf . Sie huscht in den Schlafsaal , wo ihre Kleider hängen und ihre Wäsche in einer Kommode liegt . Liddy schläft ; die kleinern Bewohnerinnen des Saales schlafen alle ; zwei ältere sitzen noch , unten im Eßsaal , aus dem man sie laut sprechen hört ... Armgart rafft zusammen , was sie mit wenig Griffen finden kann , ihren Mantel , ihren Winterhut , ihre Hemden , einige Tücher , Strümpfe , Unterkleider , Schuhe , Bücher ... Ein großes Umschlagetuch wird auf dem Boden ausgebreitet , ohne Licht tastet sie hin und her , öffnet das Nähtischchen , leert es , wirft alles in ihr Tuch , die Zipfel knüpft sie zusammen und ihr Bündel ist geschnürt . Um Gottes willen , Armgart , was hast du vor ? flüstert Angelika , die zurückgekommen . Ist sie ' s ? Kommt sie ? Eine Dame kommt ! Armgart spricht kein Wort und stürzt mit dem Bündel von dannen .