, gewiß , Eugenie , die Anwesenheit des Herzogs bei meinem Freunde war mir an jenem Abend sehr , sehr unangenehm . « » Und warum das , Graf Fohrbach ? « entgegnete sie mit einem reizenden Lächeln . » Weil - weil - « sagte er stockend , » weil ich weiß , Eugenie , daß Sie der Herzog mit Aufmerksamkeiten verfolgt . « Sie nickte verschiedene Male mit dem Kopfe und betrachtete das Blumenbouquet , welches Sie in der Hand trug . - » Ja , ja , « sagte sie alsdann mit leiser Stimme , » es ist so ; er erzeigt mir Aufmerksamkeiten , was mir sehr - sehr peinlich ist . Und er läßt nicht davon ab , obgleich ich dieselben gewiß nicht beachte . - - Gewiß nicht , Graf Fohrbach , « fuhr sie nach einer kleinen Pause fort , und schaute ihn dabei offen und ehrlich mit ihren hellen und glänzenden Augen an . - » Aber was kann ich thun ? Wie will ich mich in der Stellung , in der ich mich befinde , ein- für allemal dieser Aufmerksamkeiten erwehren ? - Die Frau Herzogin lächelt darüber , und würde es sehr ungnädig aufnehmen , wollte man ihrem geliebten Sohne diese unschuldige Freude nehmen . « » O , es ist das nicht Ihr Ernst , was Sie da sagen , Eugenie ! « rief entrüstet der junge Mann . » Ich fühle , daß es bitterer Ernst ist , « erwiderte traurig das Mädchen . - » Doch , « setzte sie heiterer hinzu , » brechen wir dies Gespräch ab , das für mich und auch vielleicht für Sie peinlich ist . « » Für mich wäre dies Gespräch nur in dem Fall peinlich , aber dann auch fürchterlich und schrecklich , wenn es unbeendigt bliebe ! « rief Graf Fohrbach entschlossen . » Deßhalb erlauben Sie mir Eugenie , es noch einen Augenblick fortzusetzen . - Freilich könnte es auch wohl mit wenigen Worten beendet sein , « setzte er mit sanfter Stimme hinzu , und ergriff dabei leicht die Hand des jungen Mädchens , die er ehrfurchtsvoll an seine Lippen brachte ; » und diese wenigen Worte würden mich zum Glücklichsten aller Sterblichen machen . Wollen Sie sie nicht gegen mich aussprechen , Eugenie ? « » Ich weiß sie nicht , « erwiderte sie erröthend . » Aber Sie müssen sie ahnen , Eugenie , « fuhr er dringender fort . » Sie müssen sie in meinen Augen gelesen haben , müssen sie in dem Drucke meiner Hand fühlen , meiner Hand , die jetzt schon schwach und machtlos ist , die bebt und zittert , da sie die Ihrige berührt . - Ja , « setzte er mit leuchtenden Augen hinzu , » Sie brauchen nicht einmal selbstständige Worte auszusprechen , Eugenie , Sie sollen mir nur eine Frage erlauben und mir auf diese Frage mit Ja oder Nein antworten . - Aber hören Sie mich an ! die Beantwortung dieser Frage entscheidet über das ganze Glück meines Lebens , ja , sie ist so wichtig für meine Zukunft , daß ich Sie zuerst um Erlaubniß bitten muß , jene Frage stellen zu dürfen . - Darf ich , Eugenie ? « » So fragen Sie denn , « versetzte nach einer längeren Pause das Mädchen , nachdem es scheu und ängstlich um sich geschaut , » so fragen Sie denn in Gottes Namen ! « » Darf ich Sie lieben , Eugenie ? - - - O , ich will ja nicht mehr als mit einem kleinen Ja hiezu die süße Erlaubniß , « setzte er hinzu , als er bemerkte , wie das Mädchen ängstlich zusammen schauerte . - » Durch die Gewährung meiner Bitte ist ja noch nicht bedingt , daß Sie mich wieder lieben sollen ; freilich hoffe ich auch auf dieses übergroße Glück , aber ich bin nicht so unbescheiden , so viel Seligkeiten auf einmal zu verlangen . « - - In diesem Augenblicke tauchte aus der Ecke des Zimmers die kleine Hofdame wieder hervor und rief lustig : » Jetzt habe ich geschmollt und monologisirt , gelebt , geliebt und genossen des irdischen Glückes so viel als möglich auf einer großen Soirée - Und Sie , Eugenie , haben Sie auch den Salon betrachtet ? - Wenn dem so ist , so wollen wir wieder zur Gesellschaft zurückkehren . « Eugenie wandte den Kopf herum , wie es schien , um eines der transparenten Rosenbouquete zu betrachten , neben welchen sie stand , in Wirklichkeit aber , um ihr glühendes Gesicht zu verbergen . Von den Worten , die sie mit dem Grafen gewechselt , konnte die Andere nichts verstanden haben : sie waren zu leise gesprochen worden , und diese war zu weit entfernt gewesen . Darauf baute denn auch der junge Mann , und während sich die kleine Hofdame näherte , wandte er sich nochmals an Eugenie und wiederholte dringend seine Frage . Ehe diese antworten konnte , eilte die Andere aus ihrem Schmollwinkel herbei , sie hatte einen Blick in den Wintergarten geworfen , und rief mit komischer Angst : » Gerechter Gott ! Eugenie , wir müssen verschwinden , dort kommt der allerhöchste Hof . Rückwärts können wir nicht hinaus , also rasch vorwärts , daß wir nicht von so vielen erstaunten Augen hier im innersten Heiligthum betroffen werden ! - Kommen Sie ! « Damit sprang sie lebhaft die Treppen hinab , die in den Wintergarten führten , und Eugenie folgte ihr . Doch blieb diese oben auf der Treppe , gedeckt von dem uns schon bekannten Camelienstrauche , noch einen Augenblick stehen , wandte sich rasch um und bot dem jungen Manne , der hinter sie getreten war , ihre Hand , wobei sie mit leiser Stimme sagte : » Ja , Graf Fohrbach , ich sage Ja aus vollem Herzen . « Er blieb oben stehen , sie aber schwebte