die von ihrem edeln Stolze jetzt nach Außen getrieben ward . Gräfin Franziska blickte mit Entzücken auf die Tochter Reginalds , die ihr so ganz genug that . Sie hätte ihr auch nicht mit einem Blicke zu Hülfe kommen mögen ; - sie genoß den schönen Eindruck , so junge , zarte Kräfte so hoch und stark aufgerichtet zu sehen . Indessen war Lord Duncan näher zu ihr getreten . » Elmerice , « sagte er - » Dein Vater gab mir Vollmacht , über Deinen künftigen Namen und Rang zu entscheiden . Er selbst bekannte sich kurz vor seinem Tode zum rechtmäßigen Sohne Fennimors und zum Grafen Crecy-Chabanne ! « » Mein Vater ? « sagte das muthige Mädchen mit sinkender Stimme - » wohl , Mylord ; aber « » Und wir , mein Bruder Leonce und ich , « sprach der Marquis - » sind hier , Ihnen Ihr großes Erbe unverkürzt zu Füßen zu legen . « » O , nein ! o , nein ! « rief Elmerice leidenschaftlich - » Sie können von dem Namen , den Sie mir geben wollen , nicht das schreckliche Zeichen des öffentlichen , wenn auch ungerechten Makels löschen . O , wie könnte die Tochter solche Erinnerungen über ihren Vater wecken wollen ! « » Auch dies ist vertilgt , « nahm der Lord noch ein Mal voll Rührung das Wort ; - » Dein Vetter Leonce bewirkte diesen königlichen Brief von Ludwig dem Fünfzehnten . Dein Vater , mein Kind , ist von jedem Makel dadurch frei gesprochen ; die Vermählung seiner Eltern rechtskräftig anerkannt . « Das war zu viel ! Elmerice nahm mit leuchtenden Augen das heilige Dokument ; dann flog sie an Emmy ' s Bett , welche eine ruhig Zuhörende geblieben war : » Emmy , Emmy , hast Du es gehört ? Fennimors Vermählung ist rechtskräftig anerkannt ; - Reginalds - meines Vaters Unschuld ist erklärt ! « - Außer sich drückte sie die alte , steife , ernst und stolz blickende Gestalt in ihre jugendlichen Arme . Dann riß sie sich empor ; ihr Gesicht glühte ; die feurigen , blauen Augen strahlten durch heilige Thränen . Sie hob den Arm - die Hand zu den Versammelten in die Höhe und rief mit klingender , freudiger Stimme : » Jetzt bin ich Gräfin Crecy-Chabanne ; - doch Louisens Söhne theilen mit mir das Erbe ! « In demselben Augenblicke eilte die Gräfin Franziska auf Elmerice zu und drückte sie mit lebhafter Zärtlichkeit an ihre Brust . » Elmerice , mein geliebtes Kind , würdige Tochter Reginalds ! Laß mich Dir zu Nichts Glück wünschen , als zu Deinem edlen Herzen ! « » Ich will Dich segnen , Fennimors Enkelin ! Reginalds Tochter ! « sprach Emmy Gray mit ihrer ernsten Feierlichkeit , und Franziska d ' Aubaine führte Elmerice selbst zu dem Bette zurück , und diese kniete unter den Händen der Alten demüthig nieder . » Jetzt , Herr , « sprach sie , nach ihrem feierlichen Segen - » ist mein Tagewerk beschlossen . Diese Augen haben die Gerechtigkeit des Herrn gesehen ! - Rufe jetzt Deinen müden Knecht und laß ihn eingehen in Deine Herrlichkeit ! Amen . - Jetzt zeige mir den Jüngling , der Reginald bei seinem Könige vertrat , ich will ihm den Segen einer Sterbenden geben ! « Elmerice erhob sich langsam ; aber ihre Augen blieben am Boden . Sie wendete sich zu der theilnehmenden Gruppe hinter ihr und hob schüchtern , ohne zu sprechen , die Hand auf , als wolle sie eine andere damit erfassen . Leonce stürzte vor - er ergriff die zarte , bebende Hand , und ließ sie nicht wieder los , als er vor Emmy niederkniete . So geschah fast unvermeidlich , daß Elmerice noch ein Mal niedergezogen ward , und nun Beide den Segen der Alten vereinigt empfingen . » Scheide Dich jetzt von mir , Tochter , und gehe die Wege des Lebens ! « sagte Emmy ermüdet ; und dann in Ohnmacht verfallend , sank sie hinten über . Leonce und Elmerice fingen sie in ihren Armen auf - der alte Arzt trat hinzu - einen Augenblick betrachtete er sie , dann sagte er : » sie stirbt noch nicht ; aber Ruhe ist ihr nöthig . - Ihr müßt hier fort , liebe , junge Dame , « wendete er sich zu Elmerice . Leonce hielt noch immer ihre Hand , er half ihr sich aufrichten . » Elmerice , « sagte er - » nur einen Blick der Güte ! « Sie ließ ihm die Hand ; - aber die Augenlieder waren schwer wie Blei . - Als sie endlich sie bezwang , jagte der holdeste Engelsblick an ihm vorüber - und sich schnell losreißend , eilte sie in Lord Duncans Arme und rief mit einem Strome von Thränen : » Mein Vater , haben Sie ihm gedankt - meinem Vetter Leonce ? « » Und giebt Reginald ' s Tochter dazu einem Anderen , als sich selbst den Auftrag ? « - » Nein , nein , « sagte Elmerice , sich zu Leonce wendend und ihm abermals die Hand reichend : » Sie - Sie , mein Vetter - mein Bruder von heut ' an - Sie haben mir mehr , als das Leben gegeben ! « - » Ich habe seit der letzten , trostlosen Zeit von der Hoffnung gelebt , dies auszuwirken ; und wenn Sie Nichts für mich übrig haben , als diese kleine Erinnerung meines Eifers , so wird es doch mehr sein , als das ganze übrige Leben mir bieten kann . Doch , wie ich diese Schmach unserer Familie auszulöschen suchte , ahnte ich noch nicht , wie nahe diese Handlung Sie anging ; damals war es nur zwischen mir und Armand beschlossen , an der Vergangenheit gut zu machen , was in unsern Kräften stand . « - » O , Leonce