noch lang ' nich an de Farbens , Korl . Min Swager seggt , bannig veel zeichnen müßten wi , ümmer bannig zeichnen in de Erst . « » Nu lick mal eins , Albert , wenn wi so wat erst malen künnten , « meinte Korl Lorensen , und er zeigte auf die glatte Flut vor uns , die vom Abendhimmel schwach rosig getönt war . Weiter vor spannte sich die prächtige Brücke darüber im leichten Dunst des Lenzabends , und dahinter , zart verschleiert , erschienen die Türme von St. Katharinen und St. Petri und die stolzen Paläste der reichen Kaufherren . Die bereits angezündeten Laternen ließen die bläuliche Färbung der Luft noch intensiver erscheinen , und wie goldene zitternde Brücken lag ihr Widerschein auf dem Wasser . » Ja , so wat much ick , min Vaderstadt much ick malen , Albert , « setzte er nach einer Pause hinzu . » Un denn da in aufgehängt worden , Korl – in die Kunsthalle , « ergänzte ich und wies hinüber zu dem im griechischen Stile erbauten Hause , das H . . . s Bilderschätze barg , » un wann min Mudder da ' mal in geiht , un ' s hängt da so ' n recht schönes Bild un ' s segt einer to ehr : › Ja , Madam Seeberg , wat kann abers Ehr Albert schön malen ‹ , – ja , das möcht ' ich erleben , Korl . « 106 » Ick hew kein Ein , de sick freuen kann , « meinte Korl traurig . » Da kann sick abers immer noch Ein finden , Korl , ton Bispill dine tokünftige Brut ? « » O Gott , o Gott ! « sagte Korl , und seine Augen wurden noch weiter und strahlender , » ja , Albert , hest recht , wat kann mi noch alles för Glück passeeren . Ja , ' ne Brut , ja ick much woll ein – un süh , Albert , dat wär denn min alles , de lütte Deern ; ick hew ja keen Minschen sünst , un – – « » Se kreg den ganzen Pack von Leew , de in din Hart opstapelt is , so mit eins , « vollendete ich , » so veel Leew , dat se gor nich weit , wohen dermit . « » Ja , so hew ick grad dacht . Ja , min Brut , Herr Gott , wo würd ick min Brut leew hewen ! « » Korl , komme zu dir , « sagte ich , ihn aus seinen Zukunftsträumen weckend . » Wer weit , wo de Brut nu is , wat se ganz und gar schon op de Welt umher löppt . Spar man noch din Braß von Leew un lern erst wat , dat du se achters ernähren kannst . « » Ja abers , wenn ick ehr all kenn , oder se bald drapen ded , als ton Beispiel – – « » Schafskopp , « unterbrach ich ihn , » so , as du da bist , nimmt di kein ; erst mußt en Künstler warn un en püken Keerl ! « » Wenn se mi so nich will , denn mag ick ehr ock nacher nich , Albert . Un sühst du , du hest din Öllern un din Swestern , un ick hev mannigmal so ' n Heimweh na ' nen Hart , dat mi hört . « Und da wir grad unter einer Gaslaterne angelangt waren , sah ich Korl Lorensen an und sah seine Augen noch einmal so weit und sehnsüchtig in die Ferne gerichtet und auf seinem breiten Gesicht , das einen leidenschaftlich schmerzlichen Ausdruck trug , ein paar große Tränen . » Herrje , Korl , « sagte ich erschreckt , » du hast woll gar all Een ? Du schinst mi bannig verleewt ! « Aber er antwortete nicht , und schweigend kamen wir zu Hause an und trennten uns mit stummem Händedruck . Ob he Ein hätt ? Das ging mir während der letzten Tage unseres Aufenthalts daheim immer im Kopf herum . Aber , mein 107 Gott , welche kleine Deern denn ? Ich kannte doch so ziemlich alle Personen , mit denen Korl verkehrte , und wußte , daß keine Frauensleute dabei waren , außer die oll Madam Sörrensen . Der Abend vor unsrer Abreise sollte mir aber Aufklärung bringen . Ich traf nämlich Korl Lorensen in einem neuen Hut , sehr pük , ganz unvermutet vor unserer Haustür ; in der Hand hielt er einen kleinen Veilchenstrauß . Er wurde so rot wie ein » kakter Hummer « als er mich sah . » Wohen denn , Korl ? « fragte ich . » O , man da schrög över , to Bäcker Dobbers – Adjüs to seggen . « » Kennst du denn de Madam Dobbers näher ? « fragte ich . Ja ; er hätte doch jeden Morgen , schon als kleines Gör , die Rundstücke und Tweebacks da köfft , und die Bäckerfroo wär ' immer freundlich zu ihm gewesen . » Ja , komm Korl , ick gah mi di , kann da egentlich ock Adjüs seggen . ' s is wohr , överall hew ick ' s dahin , bi Discher Maadsen un Madam Sörrensen , bi uns ' Huuswarth un annere Nawers , warum nich bi Bäcker Dobbers ? « – Korl sagte nichts , aber er sah ein wenig verstimmt aus , was ich mir erst gar nicht erklären konnte . Als wir in den Laden kamen , stand Madam Dobbers da , sehr stur und stattlich , mit einem witten Platen vor , wie eine von ihren schön aufgegangenen Paschsemmeln , hinter dem Verkaufstisch , und als wir erklärten , wir wären nur gekommen , um ihr Lebewohl zu sagen , antwortete sie , ohne eine Miene zu verziehen , das sei ja ' ne groote Ehr