einen , den Lumpen , laß ich fangen . Der muß mirs büßen , das ! « Immer noch schossen Feuergarben gen Himmel , und ein Stück nach dem andern loderte , krachte und fiel zusammen . Endlich aber wurden die Flammen kleiner , der Rauch bläulicher ; und als der Morgen mit fahlem Schimmer aufstieg , sah man von der Schwaighütte nichts mehr als einen Haufen Asche , verkohlte und verrußte Trümmer und daneben , lustig plätschernd , den Brunnen der Schwaige , der durch einen günstigen Wind unversehrt geblieben war . Da ging der Weidhofer noch einmal hinauf zur Brandstätte und begoß die rauchenden Überreste mit Wasser ; dann eilte er hinab ins Dorf , um seinen Leuten das Unglück zu melden und seine Befehle zu geben , ehe er in die Kirche mußte , den Morgengruß zu läuten und bei der Frühmesse zu dienen . Und da es Tag war , kamen nacheinander : der Oberknecht , der Mitterknecht , die Oberdirn , die Mitterdirn , das Kuchelmensch und der Hausl und besahen die abgebrannte Schwaig , fluchten dem Schelmen und nahmen jedes ein paar Trümmer des Geborgenen und trugen es hinab in den Weidhof . Darnach kam auch die Ziehmutter samt der Jungfer Kathrein , klagten über das Unglück und gingen hierauf nach der Riedleralm , die arme Nandl und ihr Kindlein heimzusuchen . Derweilen richteten wir drei , der Ochsenbub , das Stallmensch und ich , die Kühe zum Abtrieb und schrien und sangen mit rauher Kehl und gebrochener Stimm : » Kuahlein ! Gehn ma hoamazua ! He , Schwoagasbua , der Wendlstoa tragts Hüatl scho voll Schnee ! Dös is a Zoacha , daß ma jetz gent hoamtreibn von der Höh . Es dauert it lang , so legt er gent sein schneern Mantel o Und deckt die ganzen Alma zua , drum roas ' ma frei davo ! Kuahlein ! Gehn ma hoamazua ! Juchu ! Jetz muaß i meine Küah und Kalm mit Kränz und Buschn ziern , Daß s ' ausschaugn grad wia Hochzatleut , wo mir vo der Alm hoamführn . Na pack i Pfann und Kübl z ' samm und spirr mei Schwoagn zua Und treib mit meine Küah und Kalm schö schdad gen Weidhof zua ! Kuahlein ! Gehn ma hoamazua ! Juchu ! « Da wandte erst die Vorderkuh den Kopf nach uns und schüttelte sich , daß die mächtige Glocke , die sie um den Hals trug , durch die Berge hallte , und trabte eilig auf mich zu ; und indem ich ihr einen Kranz von wildem Enzian umhängte , kamen auch die andern und ließen sich willig Hals und Hörner mit Tannen und Enzian schmücken , stellten sich auch in schöner Ordnung hintereinander und drängten sich ganz dicht , bis wir drei unsere Hüt geziert und den letzten Juchzer in die Berg geschrien hatten . Also ging ich , frisch mit meiner Geißel knallend , voran , die Stalldirn hielt zur Seite die Ordnung , und der Ochsenbub trabte hinterdrein . So kamen wir denn gegen Mittag auf den Hof , brachten das Vieh in den Stall und tränkten es und setzten uns darnach an den Tisch , unser Einstandsmahl zu verzehren , während der Weidhofer jedem einen Krug Most an seinen Platz stellte und einen blanken Silbergulden darunterlegte . Kindstauf und Einstand Etwan eine Woch nach diesem kam die Mutter Nandl und trug ihr Kindlein in einem dicken Pack von Kissen und Tüchern auf dem Arm ; hatte ihm auch etliche Rosenkränz , Amuletten und Ablaßpfennig um den Hals und die Fingerlein gewunden und ein geweihts Wachs auf die Zudeck gebunden , auf daß dem armen Heidenbübl nicht vom bösen Feind oder von einer Hex kunnt was Übles angewunschen werden . Nun gab es ein großes Zulaufen ; Knecht und Mägd , Bauer und Bäuerin und auch die Jungfer Kathrein kamen , das Wuzerlein zu betrachten , bei den winzigen Händlein zu fassen und über die seidigen Härlein zu streichen ; worüber ich am End ganz wild wurde ; denn ich hatte sogleich das versprochene Amt der Kindsdirn übernommen , den verstäubten Kinderwagen vom Dachboden geholt , einen Haufen Bettzeug und Polster aus dem ganzen Haus zusammengeschleppt und das elendige Dinglein hineingebettet . Und nachdem ich neue Zwecken in die hölzernen Räder des Wagens gesteckt hatte , bracht ich das Büblein sogleich in demselben vor das Haus des Bürgermeisters und zeigte es ihm an als das Kind der Weidhoferschwaigerin Nandl Wiesmüller und des Paulus Heckmaier , genannt Häuslpauli von Sonnenreuth . Der hatte sichs nun wirklich überlegt , hatte vier Gulden für das Kindl und einen feisten Stallhasen für die Mutter Nandl geschickt und dazu sagen lassen , daß es mit allem seine Richtigkeit hätt , und wenn die Nandl Lust hätt , Häuslerin zu werden , könnten sie ' s noch vor Kathrein richtig machen . Worauf ihm die Nandl voller Freud sagen ließ , es müßt wohl gut Häuslerin sein , und - je ehender , desto lieber . Da sah es nun gerad aus , als sollten in Bäld zwei Hochzeiten statt einer zugericht werden im Weidhof , wie denn auch geschah ; denn die Jungfer Kathrein war schon mit ihrem Hochzeiter , dem Lackenschusteranderl , aufs Gfesten , das ist , zum Pfarrer wegen des Stuhlfests und der Ehestandslehr gegangen , waren auch schon zweimal von der Kanzel herab verkündigt worden und hatten bereits beim Sonnenreuther Klinglwirt das Hochzeitsmahl angedungen . Die Nandl wiederum hatte den Pauli eilig in den Weidhof holen lassen , ihm den Jaschmarren zum Zeichen ihrer Einwilligung vorgesetzt und alles mit ihm richtig gemacht zwegen der Ausricht und dem Heiratsgut . Er war wohl zufrieden mit seinem Bräutl und lief also eilig zum Pfarrer , damit das Büblein ohne Verzug in seine Rechte möcht kommen als ein gut eheliches ; worauf ihm der geistliche Herr den Verspruch tat , noch vor der Kirchweih die dritt Verkündigung zu ordnen . Nun aber mußt noch das