Werner . » Ja - warum ? « » Weil die Brücke eingestürzt ist , - da - in der Mitte . « » So . « Rast ließ das Pferd einige Schritte zurückgehen , stieg dann aus . » Gebrochen , sagen Sie « , meinte er , » wie wissen Sie das ? « - » Ich weiß es « , entgegnete Werner ungeduldig . » Hm - danke . « Rast stapfte durch den Schnee zu Werner hin : » Ah ! Der Herr Pastor ! Ich glaubte schon Ihre Stimme zu erkennen . « » Die Brücke ist in der Mitte eingebrochen « , erklärte Werner in geschäftsmäßigem Ton , » Sie wären unbedingt hinuntergefallen . « » Na - , da hab ' ich wieder einmal Glück gehabt « , sagte Rast und lachte . » Und Sie - sind Sie deshalb hier ? « » Ich - ich war hier « - » Wollen wir den Schaden mal ansehen « , meinte Rast . Er ging auf die Brücke hinauf , stand an dem Loch . Werner schaute ihm nach . Er hätte fortgehen können . Er hatte ja hier nichts mehr zu tun . Aber er blieb , stand da , träge und gedankenlos . Rast kam zurück . » Seltsam ! « sagte er , » wie das geschehen konnte ! Sie wissen das natürlich nicht ? Nein , wie sollten Sie . « Rast bog seinen Kopf sehr nah an Werners Gesicht heran . Werner sah zwischen dem schwarzen Bart die weißen Zähne blitzen . Lachte Rast ? » Aber kommen Sie , Pastor « , sagte Rast besorgt , » setzen Sie sich in den Schlitten . Sie müssen gefroren haben . Nein , nein , keine Einwendungen . Ich bin Ihnen zu großem Dank verpflichtet . Sie sind , was man so nennt , mein Lebensretter . « Er drängte Werner in den Schlitten hinein , deckte ihn sorgsam zu . Werner ließ es geschehen . Willenlosigkeit lag lähmend auf ihm , wie wir sie in einem schweren Traum empfinden , wenn wir die düsteren Traumereignisse widerstandslos über uns ergehen lassen müssen . Rast ergriff die Zügel , wandte den Schlitten und fuhr in den Wald hinein . Im Fahren unterhielt er Werner liebenswürdig . » Verfault war das Ding genug , ich hätte längst erwartet , daß es einstürzt . Jedesmal , wenn ich da hinüberfuhr , gab es eine angenehme kleine Spannung . Ich bin Spieler und bin gewohnt , Glück zu haben . Da hier keine Bank ist , sollte die Brücke sie ersetzen . Sie wissen , wenn man gewohnt ist , Glück zu haben , vergrößert man gern den Einsatz . - Immerhin , merkwürdig , daß sie so in der Mitte brechen konnte . Als ob jemand die Bretter aufgerissen hätte . Merkwürdig . « So plauderte er fort . Er fragte nicht , wie Werner denn in den Wald kam , wie er von dem Loch in der Brücke wußte . Er sprach vom Wetter . Dieser verdammte feuchte Schnee , der kroch einem in die Kleider hinein . Man fror bis auf die Knochen . Der Schlitten hielt . Das war ja der Moorkrug . » Steigen sie aus , Herr Pastor « , sagte Rast . » Wir müssen uns ein wenig erwärmen , sonst haben wir beide die Erkältung weg . Auf die Lebensrettung müssen wir eins trinken . He - Jost - Karl . « Der Krüger erschien eilfertig . Sein mürrisches Gesicht grinste unterwürfig . » Ah , der Herr Baron . « » Ja - ja ! Damkewitz , trocknen Sie den Gaul ab . Lassen Sie sich einen Grog geben , so ! « Werner folgte Rast in den Krug mit der traumhaften Willenlosigkeit , die er nicht abschütteln konnte . Alle Aufregung in ihm hatte sich gelegt , nur etwas wie Neugierde lebte in ihm , Neugierde , wie dieser entsetzliche Traum weitergehen würde . Die Lampe wurde im Herrenzimmer angesteckt , Feuer im Ofen angemacht . » Und nun Ihren Sündersekt « , befahlt Rast : » Ein armer Jude hat nämlich Sekt hier bei dem Jost einmal versteckt , um ihn bei Gelegenheit über die Grenze zu schaffen . Na , den Juden haben die Grenzreiter wohl geholt , und unser Jost verkauft den Sekt an zuverlässige Kunden . So geht es im Leben . Aber Pastor , Sie haben gefroren , Sie sind ja ganz weiß im Gesicht . Setzen Sie sich nah an das Feuer . So ! Nun wird ' s noch ganz gemütlich werden . « Der Wirt brachte den Wein . Rast schenkte die Gläser voll . » Ja , das wird besser sein , als unten im schwarzen Loch liegen « , meinte er : » Ein eigentümliches Gefühl ist es doch , so nah an dem schwarzen Loch gestanden zu haben . Nur wenige Schritt und dann die große , kalte Angelegenheit . Brr ! Statt dessen sitzt man hier in angenehmer Gesellschaft , wärmt sich und trinkt Josts Sündersekt . « Er hob sein Glas : » Prosit ! Stoßen Sie an , Pastor . Auf Ihre Gesundheit , mein Lebensretter . « » Prosit « , sagte Werner und trank sein Glas schnell aus . » Er ist gut , der Wein « , bemerkte er und hielt das leere Glas Rast hin . » Ja , der tut gut « , meinte Rast . » So ist ' s recht « , fügte er hinzu , als er sah , daß Werner auch dieses Glas auf einen Zug leerte . Seine schönen Samtaugen ruhten freundlich und wohlgefällig auf Werner . » Geschmeckt ? jetzt wird ' s besser ? « fragte er besorgt . » Das wärmt « , erwiderte Werner und lächelte müde . » Also ! « Rast schien wesentlich erleichtert zu sein , als er Werner lächeln sah :