verschieden gefärbte Tulpenarten verwandt . Die einen sind rotlila , die andern weißgelb und die dritten graublau . Diese drei Farben heben sich wunderbar vom dunklen Rasengrün ab . Und da , wo auf dem Grünen keine Tulpen wachsen - da sitzen rote , blau und grün , gelb und schwarz , weiß und grau gefleckte Papageien fürchterlich steif auf glatt geschnittenen dünnen Holzästen , die alle mit weißem Silber beschlagen sind . Die bunten Papageien machen einen - so gelehrten Eindruck - scheinen alle sehr belesen - sehr belesen - denn sie sind ja vor dem Bücherkioske angekettet . Sehr saubre orange farbige , nicht gemusterte Fliesenwege durchziehen in weichen Linien die kurz geschorenen Rasen , auf denen die Tulpen blühen und die Papageien angekettet sind . Riesige Bananen umschließen im genau abgezirkelten Kreise das glatte , peinlich saubre Gartenkunststück . Und hierhin stürmt mit raschen Schritten der wilde Dichter Safur . Oh ! Oh ! Wie Battany zusammenschrickt ! Der riecht gleich , was los ist . Säuferwahnsinn hat den Dichter gepackt - Säuferwahnsinn ! Die Sklaven müssen sich entfernen . Battany und Safur wandeln zusammen über die orange farbigen , nicht gemusterten Fliesenwege - doch nur dort , wo das weit ausladende Dach des Bücherkioskes noch Schatten spendet . Safur erzählt wütend von der Tarub und von der Dschinne - wild durcheinander . Battany hört nur , daß Safur Tag und Nacht und wieder Tag und Nacht und wieder Tag und Nacht getrunken und sich schließlich mit seiner Tarub erzürnte . Der reiche Astronom ist daher auch sehr erzürnt , wirft dem leichtsinnigen Dichter seinen höchst liederlichen Lebenswandel vor und sagt ihm am Ende : » Mein lieber Safur ! Mit Dir ist wirklich nichts mehr anzufangen . Du kannst das Trinken nicht mehr lassen . Du wirst noch ganz und gar verkommen . Ich verstehe Dich nicht . Du kannst nie aufhören . Du bist eben ein Gewohnheitssäufer geworden . Kannst Du Dich denn nicht daran gewöhnen , mit den Andern nach Hause zu gehen ? Mußt Du immer so lange trinken , bis Du im Rinnstein liegst ? Du hast das doch garnicht nötig ! « Dem Safur brummt der Kopf , ihm zittern die Glieder , Battanys laute Stimme ist ihm schrecklich ... Kleinlaut versetzt der Dichter : » Sieh mal , Battany , Du hast nicht das durchzumachen , was ich durchzumachen habe . Glaubst Du , es sei so leicht , mit einem Weibe auszukommen , von dem man abhängt . Du weißt - wenn ich die Tarub nicht hätte - könnt ich nicht mehr leben . Zum Betteln bin ich zu stolz . Aber wenn ichs recht bedenke , müßt ich auch zu stolz sein , bei dieser Tarub zu leben . Ich kann mit der Tarub nur dann weiter leben , wenn ich ihr Herr bin und sie meine Sklavin ist . Kannst Du nicht , Battany , diesem Said die Tarub abkaufen - - - und - und mir schenken ? Tus doch ! Sei mein Freund ! « Battany lächelt verächtlich . Er setzt dem Safur dann , ohne auf seinen Vorschlag einzugehen , auseinander , daß er des Abends eine große Tigrisfahrt unternehmen möchte . Der Said , die Abla und die Sailóndula und auch die Tarub sollen mitkommen . Battany will zwischen Safur und Tarub vermitteln . Dem Safur schmerzt der Kopf . Ihm ist alles recht . Innerlich ist ihm ganz klar , warum er trank . Daß er von der Tarub so ganz und gar abhängt - das hat ihn nach seiner Meinung zum Säufer gemacht . Also denkt der Dichter gewöhnlich , wenn er seinen Dolch versetzt und viel zuviel getrunken hat . Er pflegt dann auch seinen Freunden vorzuwerfen , daß sie sein Verhältnis zur Tarub nur deshalb für ganz gut hielten , damit er nicht seinen lieben Freunden zur Last zu fallen brauche . Diese Vorwürfe spricht der Dichter , der immer sehr vorsichtig ist , natürlich nicht laut aus . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Und Safur soll baden . Er tuts - in Battanys wunderbarem Teiche , der in einem kleinen Talkessel liegt . In dem Teiche blühen blaue Lotosblumen . Die großen Lotosblätter schwimmen auf dem Teiche wie riesige Topfdeckel . Die Sklaven reinigen des Dichters Kleid . Und nach dem Bade wird der Dichter von den Sklaven mit wohlriechenden Ölen gesalbt . Die Baumwolle reinigen die Sklaven mit wohlriechender Seife . Safurn wird ein bißchen besser . Er bekommt auch was zu essen . Und dann steigt er in eine Sänfte und wird sanft mit Battany aus dem Garten raus - zum Said und zu seiner Tarub getragen . Unter den beiden roten Sonnenschirmen , die groß , rund und steif sind , wird die Haut der beiden Männer auf den Sänften auch ganz rot . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - In Battanys Harem wirds wieder lebhafter : der Hausmeister muß erzählen - von Safur und von der alten Dschellabany . Die Frauen sind schrecklich neugierig . Und dann baden die Frauen in demselben Teiche , in dem Safur badete - wo die blauen Lotosblumen blühen und die großen Lotosblätter herumschwimmen . Die Frauen baden unter hellgelben und hellblauen seidenen Sonnenschirmen - die Schirme sind riesig groß . Und die nasse Haut der gelben Inderinnen spiegelt das Grün der Lotosblätter und auch die blauen und gelben Töne der Sonnenschirme , daß die Haut so bunt schillert - wie entzückende Perlmutterschalen . Wunderbarer noch spielen die verschiedenen Lichtfarben auf den Leibern der weißen Armenierinnen . Und die Leiber der schwarzen Frauen werden ebenfalls ganz bunt . Doch - Battanys üppige Haremsfrauen langweilen sich auch im Bade - sie sehen die Farbenpracht der Lichtspiele nicht auf ihrer schön gepflegten