sich am End doch was anders ! « » Das fürcht ich nit . Ich kenn dich z ' gut . Du bist af dein Vorteil . Du neidst ' m Gulden seine hundert Kreuzer . Von alln , die d ' mir gleichstelln kannst , habn die ein ' n nur Dirndeln , die andern zwei oder mehr Bubn , unter die ' s Ganze einmal aufteilt wird . Stimmt mein Rechnung ? « » Freilich stimmt s ' ! Freilich stimmt s ' ! Aber schau , könnt sich leicht a bessere Glegenheit schicken wie ' s nächst Frühjahr , wo s ' dein Sohn zur Abstellung einberufen werdn , daß mer ' n gleichzeit von Soldaten frei und zun Bauern macheten ? ! Daß ich ' n von Militari losbring , das laß mir über , ich weiß mehr als ein Weg dazu , du brauchst nur d ' Kosten af dich z ' nehmen . « » Das weiß ich , daß du s ' nit tragen wirst , und du weißt , daß ich einer bin , wo ' s kein Haus kost , dem ' s af kein Hütten ankommt ! Aber dös is unbillig , daß ich mein Hof meinm schweren Geld nachwerfen sollt , um mir ein Herrn z ' setzen . « » No ja , du bist halt unbegnügsam , du hast dir noch allweil nit gnug herrisch gtan af der Welt ! Wann ich ein Bubn hätt , ich säß schon lang in der Ruh . « » Du hast aber kein , und wenn du dein Dirn ausm Haus gibst , bist du nur noch freierer Herr drauf ! Dös is ein ungleicher Handel zwischen uns , und der verlangt sein Besinnen , und Besinnen , daß ' s ein nit reut , braucht sein Zeit ; darum laß ich mich nit drängen . Nun is gnug dadavon gredt , schaun wir lieber ein bissel tanzen zu . « » Gut , gut , schaun wir zu . - - Aber ' s Drängens wegen is ' s mir nit gwest , daß d ' glaubst . Ich wollt dich nit drängen . « » Das würd dir auch viel helfen , ausghungerter Zsammscharrer « , murrte der Sternsteinhofbauer , indem er vorauf aus dem Garten schritt . » Dich spann ich doch noch in Karren , angfressener Geldvertuer « , brummte der Käsbiermartel , hinten nachtrabend . Als am nächsten Nachmittage Helene dem toten Walde zuschritt , trieben schwere , graue Wolken vor einem kalten Winde einher . Es begann zu » gräupeln « . In einem Augenblicke schien aller Raum zwischen Himmel und Erde allein von den durcheinanderfegenden und -wirbelnden weißen Kügelchen erfüllt ; das währte einige Minuten , dann wurde ebenso plötzlich die Luft wieder hell , eine mürbe , flaumige Schichte über dem Wege dämpfte selbst den Hall der Tritte , und die Stille , die rings geherrscht hatte , dünkte dem Gehör nun lautloser wie zuvor . Das Mädchen zog erschauernd das Tuch an sich . Auf der kurzen Strecke , die es noch bis ans Ziel zurückzulegen hatte , kam ihm der Bursche entgegen . Er bot zum Gruße die Hand . » Im Wald hat ' s mich nit länger gelitten « , sagte er , » ich mußt doch schauen , ob du bei dem argen Wetter kämst . Ich dank dir , daß d ' dich nit hast abhalten lassen . Es is zu unfreundlich , als daß ich dich lang da verhalten möcht ; ich werd ' s kurz machen . D ' schlimme Jahrzeit is vor der Tür , und bald werden mer heraußen im Freien uns nimmer zusammfinden können ; daß wir aber ' n ganzen langen Winter über uns nur von fern und wie fremd begegnen sollten , ohne ein vertraulich Beinandsein , dazu kann ich mich nit verstehen , und das kannst auch du nit verlangen . « Helene sah vor sich hin auf den Boden , sie hob die Schultern . » Was is da zu machen ? « sagte sie leise . » Das werd ich dir sagen . Dein Mutter soll ein gscheit Weib sein , das ein Einsehen hat ; nit wie andere , die sich , alt , nimmer erinnern mögen , daß sie selber auch einmal jung gwest wären , und nun ' n Verliebten kein frohe Stund gönnen und denselben alles für Sünd und Schand aufrechnen ! Mein Vader , der halt wieder ' s Ganz für a Dummheit , und vor ihm muß ich wohl unser Sach gheimhalten , bis ich ihm einmal a nachgiebige Stund ablauer , denn käm er früher dahinter , so möcht uns das leicht ' s ganze Spiel verderben , aber vor deiner Mutter hab ich mich bei meinm ehrlichen Absehen nit z ' scheuen ; der könntst wohl alls Unsere anvertrauen , und was kann s ' nachher viel dagegen haben , wann ich von Zeit zu Zeit bei euch einsprech ? Da sein wir weit sicherer wie unter freiem Himmel . In euerer Hütten sucht mich gewiß neamand . « » Geh , was du einm zumutst « , schmollte die Dirne . » Da müßt ich mich ja frei z ' Tod schämen , wann ich ihr das beichten sollt ! Was würd sie sich denn denken von mir , wo ich s ' bisher hab glauben gmacht , mir vermöcht ' s keiner anzutun und ich ließ ' n Kleebinder Muckerl nur aus Gnaden neben mir herlaufen ? « » Was sie sich denken würd ? Daß du hinter einm Unlieben seinm Rücken einm Liebern nachtrachtst , wie sie vielleicht selber einmal getan hat , das würd sie sich denken . Dann müßt ja auch dein Mutter kein Kopf für ihrn Vorteil und kein Herz für dich haben , wann s ' dich nit lieber wie da herunten als Herrgottlmachersweib obn afm Sternsteinhof als Bäurin sitzen sähet