Gesicht an , ihr Grinsen wird zum Lächeln ; sie muß sich neben sie setzen , sie streichelt ihre Locken mit der dürren Hand und wie durch die Berührung allmälig elektrisirt , kommen Töne hervor , minder kreischend . Es leuchtet auch etwas wie Besinnung im Auge . Sie verständigen sich , ein Wort , ein Blick und sie wissen , daß die Hausfrau im Kuhstall ist . Bald fährt Frau Brösike vom Melken auf , denn ein seltsames Kikeriki schallt ihr aus der Wandluke . » Wetter ! Wo kommen denn die Hühner her ! « und als sie sich umwendet , blitzen ihr zwei wunderblaue Augen entgegen unter einer blonden Lockenfülle , und die kirschrothen Lippen öffnen sich , um zwei Reihen Perlenzähne zu zeigen und ein : » Angeführt mit Löschpapier , Frau Brösike ! « ihr zuzurufen . » I , so soll doch ! « ruft die Bäuerin und lässt den Melkeimer fallen , aber ihre Ueberraschung ist keine unangenehme : » Ach , die seelenhübsche Mamsell Adelheid vom Gensd ' armenmarkt ! « Auf dem Hofe aber hat eine andere Ueberraschung Platz gegriffen , die nicht so angenehmen Eindruck hinterlässt . Das Dienstmädchen hatte eben vom Schöpfbrunnen den vollen Eimer an die durstigen Lippen gesetzt , als eine heftige Ohrfeige , die aus der Luft zu schwirren schien , ihre brennenden Backen noch röther machte . Der Eimer schnellte aus ihrer Hand , und das Wasser , das sie nicht trinken sollte , überschüttete sie aus den Lüften . » Es geht doch nichts über die Unvernunft solcher Leute . Zu trinken wenn sie erhitzt sind ! « - Das Mädchen weint , aber sie beklagt sich nicht . Der Hausherr hat das Recht . Auch die Hausfrau widerspricht nicht : nur flüstert sie ihrem Alten zu : » Alter ! Solchen Leuten schadet es nicht . Das liebe Vieh trinkt auch , wenn es Lust hat und frägt nicht , ob ' s die Doktoren verboten haben . « Nun ist alles helle Thätigkeit inner und außer dem Hause . Jeder hilft mit , denn mitarbeiten an der Herrichtung der Tafel zum Mittagstisch , ist ein Theil der Freude . Jeder , nur der Vater nicht . Ihm wird der erste Schemel unter die Linde gesetzt , daß er in Ruhe seine Pfeife rauchen kann . Die Bäuerin will dem Herrn Kriegsrath selbst die Kohle bringen , aber Adelheid nimmt ihr die Zange ab . Und nachdem er mit dem Finger nachgestopft , und einige Züge versucht , kräuselte es sanft aus dem Meerschaumkopf , und aus den Lippen schießen Rauchwirbel regelmäßig hervor . Die Pfeife zieht , alles ist in Ordnung , der Vater nicht freundlich der Tochter zu , und sie flieht vergnügt ins Haus . Was soll man zuerst ergreifen ! Die Bäuerin eilt aus Heck , auf den kleinen Hügel , und pfeift durch die hohle Hand nach dem Felde . Sie mussten es wohl gehört haben , denn bald wimmelt es von kleinen Semmelköpfen in Flur und Küche , die ihr zur Hand sind . Da knarrt der Ziehbrunnen , das Reisig prasselt auf dem Herde , bald lodern und knallen auch die Scheite frischen Holzes , die der älteste Knab ' noch eben im Hofe gespalten , und die Mutter aus der Stadt packt in der Stube aus den Körben und Beuteln und vertheilt und bespricht mit der Hausfrau . Aber eben so schnell tragen die Knaben und die Magd Tisch , Schemel und Bänke aufs Grüne unter die Linde . Es fügt und schichtet sich , wenn auch nicht ganz regelrecht . Wie kann ein winklich gezimmerter Tisch grad auf der Erde stehen , die ja rund ist ! Das Tischtuch fliegt hinauf , die irdenen Schüsseln und Teller halten es fest , wenn ein Luftzug die Zipfel überschlagen will , und die Schüsseln füllen sich schon , nicht vom Reis , der noch über dem Feuer siedet , aber von den Lindenblüthen , die der Zephyr von den Zweigen schüttelt . Es war ein goldiger Tag . Die Hitze war nicht gering , aber auf den Körper des Familienvaters , der ausruhen sollte von der Arbeit einer Woche , schien sie wie ein Balsam sich zu senken . Seine Frau zog sich einen Schemel neben ihn . Drinnen war alles geordnet , sie konnte es den andern überlassen , und den Strickstrumpf vorholen , um auch der Ruhe zu pflegen . » Es hat Dich aufgeheitert . Du warst heut Morgen anders , « sagte sie ; » noch als wir zum Thor hinausgingen , sahst Du vor Dich hin , daß ich wunders dachte , was es wäre . « » Und Du eiltest so aus dem Thor , daß ich auch dachte , wunders was es wäre . « Sie ließ den Strickstrumpf sinken : » Ja , sieh mal , ich hätte es nicht gern gehabt , wenn uns Einer begegnet wäre . Denn eigentlich , es ist doch nicht , was sich für uns schickt , ich meine nämlich für Dich . Ja , als Du noch Subalterner warst - aber nun , und wer weiß , was Du noch wirst , da der Justizminister es mit Dir so gut meint . « Der Ehemann blies einen langen Dampf in die Luft und ließ die Pfeife am Fuße ruhen : » Das ist nicht immer ein Glück . - Schickt sich Gottes Natur nur für die Subalternen , für die Vornehmen aber nicht ? « » Wie Du wieder bist , Mann ! Ist nicht Gottes Natur auch in den Zelten und im Hofjäger ? - Ins Freie raus ist recht hübsch , ja , und ich sage gar nichts dagegen , aber so zu Fuß mit Sack und Pack ! - Das schickt sich doch nicht mehr . « Er war bei guter Laune : » Nächstes Mal wollen wir einen Wagen nehmen . « Sie nahm die gute Laune