, die oft die letzten Tage solcher Kranken so überraschend unterbrechen . - Sie begehrte Luft und Blumen . Asta mußte ihr schweres weißes Haar unter reinen Binden befestigen ; sie schmückte sich und ihr Bett mit umsichtiger Anordnung ; und als Elmerice endlich hinzukam , staunte diese über das fast festliche Ansehen des Krankenzimmers . Auf dem Rande des Bettes nahm sie ihren gewohnten Platz ein , und die Alte sagte freudig : » In kurzer Zeit werde ich bei Fennimor sein und ihr sagen können , daß ihre Enkelin mir die Augen zudrückte und meine letzten Tage fast glücklich machte . Dafür wird Dich ihr besonderer Segen erreichen - und Du wirst von da an glücklich und geehrt sein - und Alles wird sich erfüllen nach Gottes Gebot , der die Menschen mit ihrer Bosheit in den Abgrund schlägt . « » Bin ich dahin - so bist Du meine Erbin . In Fennimors Kleiderzimmer siehst Du eine gemalte Kiste von Zederholz ; sie ist mit den Goldstücken der Crecy ' s gefüllt ; denn ich sammelte für Reginald den reichen Tribut , den sie mir zahlen mußten . Jetzt gehört er Dir . Du bist meine Erbin ! Ellen , die Kinderlose , mit ihrem kleinen Herzen , hat genug irdisch Gut ; - dies soll nicht zum schlechten Gebrauch dienen ! « » Emmy , « sagte Elmerice - » ich will Deine Erbin sein ; aber gieb mir uneingeschränkte Vollmacht , mit meinem Erbe nach meiner Einsicht verfahren zu dürfen - und sollte es auch zu Ellens Gunsten sein . Doch soll sie durch meine Hand das empfangen , was ich ihr für gut halte ; nicht das rohe Gold , weil es sein könnte , daß es ihr nicht diente . « » Ja , so bist Du ! - ich dachte es wohl ! « seufzte Emmy . » Aber wer hat Willen , wenn die Augen sich für immer schließen ; - und viel Anderes hätte sie auch nicht gethan ! Sie hatte immer ihren Eigensinn gegen mich und konnte schelten , als wenn ich ihr Kind wäre ; - und ich sah Dich eben dasselbe Gesicht machen , was sie dann hatte - die Augen , daß kein Blick herausdrang - und den Mund fest geschlossen . Doch laß das und denke nicht , daß ich Dich schelten will - nimm nur zuerst das Geld , damit ich fühle , Du hast es von mir ererbt - dann mache nachher , was Du willst - und laß mir neben Fennimor das Grab graben - und laß keine Menschenhand über unser Heiligthum kommen ! Ziehst Du hier fort mit der Gräfin , die , denke ich , ein menschlich Herz hat , so laß Moder und Staub und den Holzwurm ihre Arbeit machen ; aber Menschenhand wehre ab . - Du weißt , ich habe mit ihr nichts zu thun , und sie soll auch nachher fern bleiben ! « - » Was ich dann noch hier von Einfluß haben werde , soll zur Erfüllung Deiner Wünsche dienen , Emmy ! « - » Und er wird groß sein ! « sagte die Alte , sich gleich einer Sybille aufrichtend und die Arme in die Luft ausstreckend . » Sie werden kommen und Dich einsetzen ; - und Fennimors Enkelin - Reginalds Tochter wird im Rechte sein über Alle ! « Ihre Augen erfaßten dabei mit der größten Ruhe , als erlebte sie das Erwartete , die Gräfin d ' Aubaine , welche , leise den Männern voran getreten , gerade jetzt sich den Blicken Emmy ' s zeigte . Eben traten auch die bezeichneten Herren hinter ihr ein ; und als Elmerice die wehmüthig gesenkten Augen aufschlug , schien es ihr , als habe die Alte einen Zauber beschworen . » Kommt näher , « sprach Emmy mit ihrer alten Energie - » hier ist , die Ihr suchet ! Und aus den Händen Emmy Gray ' s empfanget die rechtmäßige Erbin der Crecy-Chabanne ! « Elmerice erhob sich , und ihren Blick fest auf Alle richtend , sagte sie , edel und stolz auftretend : » Ich habe dieser ehrwürdigen Frau in diesen Gemächern den Anspruch zugestanden , den für mich zu nähren , ihr höchstes Glück war . Ich weiß auch , daß die Natur mich zu diesen Ansprüchen berechtigt , und indem ich die Kenntniß ihres Daseins Ihnen Allen gegenüber offen eingestehe , wird mein Wille und meine Ueberzeugung , ihnen zu entsagen , vielleicht meine Gesinnungen außer Zweifel stellen . « » Lassen Sie mich hoffen , « sagte der Marquis d ' Anville , verbindlich vortretend - » daß Sie diesen Willen , der durch Unkenntniß Ihrer wahren Verhältnisse bestimmt ward , ändern werden , wenn Sie uns gehört haben . Wir sind in Wahrheit hier , Sie als unsere theure Verwandte zu begrüßen , und damit als die rechtmäßige Erbin der Crecy-Chabanne ! « Elmerice änderte zwar die Farbe ; - aber sie fuhr sogleich entschlossen fort : » Wenn Sie mir den ersteren Rang zugestehen wollen , Herr Marquis , so wird die Waise den süßesten Trost empfangen , lassen Sie mich hinzusetzen : sie wird dies als eine Sühne für die theuren Verstorbenen in Empfang nehmen ; - doch damit muß ich zugleich Alles erfüllt erklären , was uns Beiden zu geben und zu nehmen ansteht . « » Mein Kind , « rief hier Lord Duncan - » willst Du mich , den Freund Deines Vaters , anhören ? « » Ja , Mylord , « rief Elmerice ; - » denn Sie sind mein zweiter Vater ! Aber Sie werden es auch der Tochter Ihres Freundes ersparen , die Gründe nennen zu müssen , die ihn auf immer von dieser entsetzlichen Erbschaft trennten . « Ihre Aufregung war bei ihrer Sanftmuth und Bescheidenheit so ungewöhnlich groß , daß Alle mit innigem Antheil auf die schmerzvolle Tiefe des Gefühls schließen konnten ,