werde , samt allen Werkzeugen wurde einer genauen Beobachtung unterzogen . Der Vater war voll der Billigung darüber . Mit Besichtigung dieser Dinge war der ganze Tag verbraucht worden . Am nächsten Tage fuhr man in den Alizwald , damit mein Gastfreund meinen Eltern den Forst zeigen konnte , welcher zu dem Asperhofe gehörte . Die folgenden Tage waren für die Gesellschaft schon weniger vereinigend . Man zerstreute sich und ging dem nach , was eben die meiste Anziehungskraft ausübte . Zu mir und Natalien kamen nach und nach alle Bewohner des Rosenhauses und des Meierhofes , um uns Glück und Segen zu unserer bevorstehenden Vereinigung zu wünschen . Sie hatten jetzt erst nach geschehener Verlobung die Gewißheit davon erhalten , hatten es aber in früherer Zeit aus den Vorgängen , die sie sahen , gemutmaßt und geschlossen . Mein Vater holte vieles wieder im einzelnen nach , was er im allgemeinen gesehen hatte , er war bald hier , bald dort , und war viel mit dem Besitzer des Hauses beschäftigt . Die Frauen ließen sich das angelegen sein , was Sache des Hauswesens ist , und verkehrten manche Weile mit Katharinen . Wir jüngeren Leute gingen viel in dem Garten herum , besuchten manche Stelle , und machten Spaziergänge . Wir waren mehrere Male bei den Gärtnerleuten , saßen einmal lange bei ihrem Tische , und besahen einmal ausführlich für uns die Gewächshäuser und ließen uns das Vorhandene von dem Gärtner erklären . Eines Tages waren wir auch alle im Inghofe , und die Bewohner des Inghofes waren eines andern Tages im Asperhofe . Der Pfarrer von Rohrberg und mehrere der angeseheneren Bewohner der Gegend waren von nahe oder von ferne herzugekommen , um zu dem Ihnen bekannt gewordenen Ereignisse ihren Glückwunsch darzubringen . Selbst Bauersleute der Nachbarschaft und andere , die mich und Natalien kannten , kamen zu demselben Zwecke . Wir mußten zwölf Tage in dem Asperhofe zubringen , dann aber wurde unser Reisewagen bepackt , und wir traten die Rückreise in unsere Vaterstadt an . Da wir zu Hause angekommen waren , wurde sogleich daran gegangen , Zimmer in Bereitschaft zu setzen , daß wir den Gegenbesuch , wenn er eintreffen würde , anstandsvoll empfangen könnten . Ich rüstete mich indessen auch noch zu etwas anderem , was noch vor der Verbindung mit Natalien statthaben mußte , zu meiner großen Reise . Ich suchte die Anstalten so zu treffen , daß ich glaubte , nichts Wesentliches außer Acht gelassen zu haben . Die Notwendigkeit , mir durch diese Reise noch manches , was mir fehlte , anzueignen und in dieser Hinsicht nicht zu weit hinter Natalien zurückstehen zu müssen , war mir einleuchtend , und eben so einleuchtend war es mir , daß ich eine größere Reise allein machen müsse , ehe ich in künftiger Zeit mit Natalien eine Reise antreten könnte . Ich hatte auch vor , mich gleich nach der Zeit , in der uns der Gegenbesuch abgestattet sein würde , auf die Reise zu begeben . Der Gegenbesuch kam drei Wochen nach dem Tage , an welchem wir in der Stadt angelangt waren . Ein Brief hatte ihn vorher angekündigt . Mathilde , Risach , Natalie und Gustav trafen in einem schönen Reisewagen ein . Sie wurden in die für sie in Bereitschaft gehaltenen Zimmer geführt . Nachdem sie sich umgekleidet hatten , kamen wir zum Gruße in unserem Besuchzimmer zusammen . Der Empfang in unserem Hause war so herzlich und innig , wie er nur immer in dem Sternenhofe und in dem Hause meines Gastfreundes gewesen war . In allen Mienen war Freude , und alle Worte setzten die begonnene Bekanntschaft und die sich entwickelnde Freundschaft fort . Selbst bis auf die Dienerschaft pflanzte sich das angenehme Gefühl über . Aus einzelnen Worten und aus den heitern Angesichtern entnahm man , wie sehr ihnen die wunderschöne Braut gefalle . Was unser Haus und die Stadt für die Gäste Angenehmes bieten konnte , wurde ihnen zur Verfügung gestellt . Wie auf den beiden Landsitzen wurde auch hier alles gezeigt , was das Haus enthält . Die Gäste wurden in die Zimmer geführt , besahen Bilder , Bücher , alte Schreine und geschnittene Steine . Sie kamen in das gläserne Eckhäuschen und in alle Teile des Gartens . In Hinsicht der Bilder meines Vaters sprach sich mein Gastfreund dahin aus , daß sie als Ganzes durchaus wertvoller seien als seine Sammlung , obwohl er auch einzelne Stücke besitze , welche dem Besten aus meines Vaters Sammlung an die Seite gestellt werden könnten . Meinen Vater freute dieses Urteil , und er sagte , er hätte ungefähr dasselbe gefällt . Die geschnittenen Steine , sagte mein Gastfreund , seien auserlesen , und denen hätte er nichts Gleiches entgegen zu stellen , es müßte nur das Marmorstandbild sein . » Das ist es auch , und das ist das Höchste , was in beiden Kunstsammlungen besteht « , erwiderte mein Vater . Die Schnitzarbeiten im Glashäuschen waren meinem Gastfreunde aus meinen Abbildungen bekannt . Er beschäftigte sich aber doch mit ihrer genauen Besichtigung und erteilte ihnen mit Rücksicht auf die Zeit ihrer Entstehung viel Lob . Mein Einbeerblatt aus Marmor im Garten wurde einer Anerkennung nicht für unwürdig erachtet . Meinen Vater erquickte die Würdigung seiner Schätze von einem Manne , wie Risach war , sehr , und ich glaube , er hatte keine angenehmeren Stunden gehabt , seit er all diese Dinge zusammen gebracht , als die Zeit , die Risach bei ihm gewesen war . Selbst jenen Augenblick dürfte er kaum vorgezogen haben , da sich zum ersten Male meine Augen für den Wert dessen geöffnet hatten , was er besaß . Bei mir war es damals nur Gefühl gewesen , bei Risach war jetzt es Urteil . Zum Vergnügen außer dem Hause geschahen zwei Theaterbesuche , drei gemeinschaftliche Besuche in Kunstsammlungen und einige Fahrten in die Umgebung . Bei dieser Zusammenkunft wurde auch die Vermählungszeit besprochen . Ich sollte meine angekündigte Reise