wenn Du noch ein Gläschen oder ein halbes aufgössest ? Feuer muß man mit Feuer löschen , das ist probat ! « » Ja , ja , ... einen Schluck ... Himmel wie ' s mich wirft ! « » Du hast Dich erkältet , armer Bursche , « sagte Klütken-Hannes . » Der Abend ist auch wirklich noch zu kühl für Deine Kleidung . Du hättest den Mantel umwerfen sollen . « » Mantel ! « schrie Martell wie rasend und riß sich mit gewaltiger Anstrengung aus den Armen der beiden falschen Freunde . » Ich zermalme Euch wie ein paar Regenwürmer , wenn Ihr ... davon sprecht ! Ein elender Spinner ... einen ... Mantel ! « Die Kraft verließ den Unglücklichen abermals und ermattet fiel er wieder in die Arme seiner Genossen . » Also noch ein Schlückchen Halbwarmen , wie ? ... Zur Stärkung für den Heimweg . Denn es ist , Gott verdamm ' mich , schon in der eilften Stunde ! Vor Mitternacht erreichen wir den See nicht ! « Mit diesen Worten reichte Klütken-Hannes dem zum Tode Verurtheilten von Neuem das gefüllte Glas , geleitete die zitternde Hand des Unglücklichen zum Munde und ließ nicht ab , bis er es ganz geleert hatte . » Nicht wahr , das wärmt ? « » Es brennt ... aber ... das thut nichts ... Wenn nur ihn der Teufel holt ! ... Wie ist ' s ... Morgen ? « » Uebermorgen , Freund ! Wir müssen in die Haide Geschäfte halber . « » Dann geht ' s wieder volle acht Tage , wie heut ! « setzte Blutrüssel hinzu . » Wie heut ? Hu ! ... dann ging ' s ... schlecht ! - Ich brenne und ... erfriere zu gleicher Zeit ! ... O , das ist ... gräßlich ! « Martell warf sich an die Erde und wälzte sich convulsivisch auf dem Boden . » Er macht ' s aus , « flüsterte Klütken-Hannes seinem verbrecherischen Genossen zu . » Morgen , stellt uns der Teufel kein Bein , können wir unser Geld einstreichen und fröhlich von dannen ziehn ! « » Noch nicht ! - Er wird schon wieder ruhig . « » Sieh , wie er zuckt ! - Das ist der Todeskampf ! « » Lassen wir ihn liegen ? - Das Vieh mag ohne uns himmeln . « » Und wenn er wieder zu sich kommt ? « » Hol ' ihn die Pest , oder - mein Messer hilft dem Pulver nach ! ... Ich bin es überdrüssig , mich länger mit der wildtrotzigen Fratze herum zu martern ! « » Wer heißt Dir ' s ? Du kannst gehen , wenn ' s Dir nicht gefällt . Bist mir ohnehin nur im Wege . « » So lange es mir gefällt ! « grinste der Mörder . » Will ich mein altes Handwerk wieder aufnehmen , so hast Du am längsten Wasser geschluckt ! - Na , sei ruhig Freund ! Ich erinnere Dich blos , wenn Du die Pflichten der Dankbarkeit im Unmuth hintansetzen willst . Wir bleiben Freunde , denk ' ich , bis uns beim lustigsten Trunk der Teufel selbander holt . « Klütken-Hannes mußte nothgedrungen die dargereichte Hand des Entsetzlichen annehmen . Beide Verworfene schüttelten sich die verbrecherischen Hände und gelobten sich unter gräßlichen Eidschwüren auf ' s Neue unverbrüchliche Treue . Inzwischen raffte sich Martell doch wieder auf . Nach den erschütternden Krämpfen schien ihm die angeborene Riesenkraft zurückzukehren . Er stand vom Boden auf ohne Beihilfe , schüttelte mehrmals sein lockiges Haupt und forderte dann die beiden Andern barsch zum Aufbruche auf . Diese zeigten sich willig und nachdem Klütken-Hannes das Licht behutsam ausgelöscht und die Ueberreste des Branntweins in einem Verschlage verborgen hatte , entriegelte er die Thür und trat , Martells Hand in der seinigen haltend , in die finstere Nacht hinaus . Ihm auf dem Fuße folgte , einem unheimlichen Schatten gleich , der Mörder von Herta ' s Vater . - Mit angehaltenem Athem hatte Gilbert diesem Gespräch zugehört und daraus den abscheulichen Anschlag auf Martells Leben entnommen . Er konnte keinen Augenblick zweifeln , daß Adrian der Anstifter dieser Schändlichkeit sei , daß hier ein Bruder seinen Bruder auf Befehl eines dritten Bruders meuchlings morden solle , vielleicht schon gemordet hatte ; denn wer konnte wissen , ob die Riesennatur Martells der Gewalt des genossenen Gistes widerstehen oder erliegen werde ! Da es thöricht gewesen wäre , den beiden heimtückischen Mördern den Weg vertreten zu wollen , so hielt sich Gilbert bei ihrem Aufbruche aus der Torfhütte ganz ruhig . Er ließ sie eine Strecke vorausgehen , bis sich die rauhen Stimmen der laut Sprechenden im Dickicht des Waldes verloren . Dann folgte er ihrer Spur und traf fast zu gleicher Zeit mit ihnen im Arbeiterdorfe ein . In seiner Wohnung angekommen , überlegte der heftig erschütterte Jüngling , was jetzt zu thun sei , um wo möglich Martell noch zu retten , die gedungenen Mörder unschädlich zu machen und den Anstifter des Verbrechens der gerechten Strafe zu überliefern . Ein schneller und energischer Entschluß war nöthig , denn schon übermorgen sollte der nichts Böses Ahnende im Rausche vollends umgebracht werden ! - Allein und auf seine Verantwortung hin mochte er nicht handeln . Deshalb schrieb er wenige dringende Zeilen an Aurel , worin er ihm meldete , daß er Entdeckungen von der größten Wichtigkeit gemacht habe . Der Kapitän möge daher unmittelbar nach Empfang dieser Zeilen nach Boberstein aufbrechen und wo möglich den Maulwurffänger mitbringen ! Dann weckte er Vollbrecht , bat diesen inständigst , er möge ihm einen zuverlässigen Boten nennen , dem die Besorgung eines wichtigen Briefes anzuvertrauen sei , und beruhigte sich erst , als ein solcher gefunden und mit der wichtigen Meldung nach Boberstein abgeschickt worden war . Vollbrechts Fragen ließ Gilbert unbeantwortet , indem er ihn auf die Vorgänge der nächsten Tage verwies . So kam der