Baum , jedes Gemüsebeet , der Lindengang , die Bienenhütte , die Gewächshäuser , alles wurde genau betrachtet . Der Tag hatte sich beinahe ganz ausgeheitert , und eine Fülle von Blüten lastete und duftete überall . Wir gingen bis zu dem großen Kirschbaume empor , und sahen von ihm über den Garten zurück . Der Vater fühlte sich ganz glücklich , alles das sehen und betrachten zu können . Die Mutter mochte wohl ihren Umgebungen nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt haben wie der Vater , und sie mochte mit Mathilden mehr über das Wohl und Wehe und über die Zukunft ihrer Kinder gesprochen haben . Auch dürfte der Inhalt der Gespräche zwischen Klotilden und Natalien nicht vorherrschend der Garten gewesen sein . Sie konnten manche Fäden über andere Dinge anzuknüpfen gehabt haben . Von dem großen Kirschbaume mußte wieder in das Haus zurückgegangen werden , weil die Zeit , welche noch bis zu dem Mittagessen gegeben gewesen war , ihren Ablauf genommen hatte . Man verfügte sich einen Augenblick in seine Zimmer , und versammelte sich dann im Speisesaale . Der Nachmittag war zur Besichtigung des Meierhofes , der Wiesen und Felder bestimmt . Wir gingen von dem großen Kirschbaume auf den Getreidehügel hinaus und auf ihm fort bis zu der Felderrast . Wir gingen genau den Weg , welchen ich an jenem Abende mit meinem Gastfreunde gegangen war , als ich mich zum ersten Male in dem Asperhofe befunden hatte . Wir sahen von der Felderrast ein wenig herum . Die Esche hatte eben ihre ersten kleinen Blätter angesetzt und suchte sie auszubreiten . Wir konnten uns nicht niedersetzen , weil das Bänkchen dazu viel zu klein war . Von der Felderrast gingen wir in den Meierhof . Wir schlugen den Weg ein , welchen ich einmal mit Natalien allein gewandelt war . Nach der Besichtigung des Meierhofes , in welchem mein Gastfreund meinem Vater das Kleinste und Größte zeigte , und in welchem er ihm erklärte , wie alles früher ausgesehen hatte , was daraus geworden war , und was noch werden sollte , gingen wir durch die Meierhofwiesen , durch die Felder am Abhange des Hügels des Rosenhauses , dann den Hügel herum , endlich in das Gehölze des Teiches hinauf , und von ihm an dem Erlenbache zurück , so daß wir wieder zu dem großen Kirschbaume kamen und von ihm in das Haus zurückkehrten . Es war mittlerweile Abend geworden . Alles hatte die Bewunderung meines Vaters erregt . Der nächste Tag war dazu bestimmt , das Innere des Hauses , seine Kunstschätze und alles , was es sonst enthielt , zu besehen . Mein Gastfreund führte meinen Vater zuerst in alle Zimmer des Erdgeschosses , dann über den Marmorgang die Treppe hinan zur Marmorgestalt . Wir waren alle mit , außer Eustach und Roland . Bei der Marmorgestalt hielten wir uns sehr lange auf . Von ihr gingen wir in den Marmorsaal , in welchem mein Gastfreund meinem Vater alle Marmorarten nannte und ihm die Orte ihres Vorkommens bezeichnete . Dann besuchten wir nach und nach die Wohnzimmer meines Gastfreundes , die Zimmer mit den Bildern , Büchern , Kupferstichen , das Lesezimmer , das Eckzimmer mit den Vogelbrettchen , und endlich die Gastzimmer und die Wohnung Mathildens . Auch Rolands Gemach wurde besehen , in welchem auf einer Staffelei sein beinahe fertiges Bild stand . Den Beschluß machte der Besuch des Schreinerhauses und die Besichtigung seiner Einrichtung und alles dessen , was da eben gefördert wurde . War mein Vater schon gestern voll Bewunderung gewesen , so war er heute beinahe außer sich . Die Marmorgestalt hatte seinen Beifall so sehr , daß er sagte , er könne sich von seinen Reisen her nicht auf vieles erinnern , was von altertümlichen Werken besser wäre als diese Gestalt . Sie wurde von allen Seiten besehen und wieder besehen , dieser Teil und jener Teil und das Ganze wurde besprochen . So etwas , sagte mein Vater , könne er nicht entfernt aufweisen , nur einige seiner alten geschnittenen Steine könnten neben dieser Gestalt noch besehen werden . Der Marmorsaal gefiel ihm sehr , und der Gedanke , ein solches Gemach zu bauen , erschien ihm als ein äußerst glücklicher . Er pries die Geduld meines Gastfreundes im Suchen des Marmors , und lobte die , welche die Zusammenstellung entworfen hatten , daß etwas so Reines und Großartiges zu Stande gekommen sei . Die alten Geräte , die Bilder , die Bücher , die Kupferstiche beschäftigten meinen Vater auf das lebhafteste , er sah alles genau an , und sprach als Liebhaber und auch als Kenner über vieles . Mein Gastfreund verständigte sich leicht mit ihm , ihre Ansichten trafen häufig zusammen und ergänzten sich häufig , in so ferne man überhaupt Ansichten in einer Gesellschaft , in welcher man sich kurz fassen mußte , aussprechen konnte . Meine Mutter freute sich innig über die Freude des Vaters . So war es denn also doch in Erfüllung gegangen , was sie so oft gewünscht hatte , daß mein Vater das Haus meines Gastfreundes besuchte , und es war auf eine liebe Art in Erfüllung gegangen , die sie sich gewiß einstens nicht gedacht hatte . Rolands Bild betrachtete der Vater sehr aufmerksam , er hielt es für höchst bedeutend , er sprach mit Risach über Verschiedenes in demselben , und äußerte sich , daß , nach diesem Werke zu urteilen , Roland eine hoffnungsvolle Zukunft vor sich haben dürfte . Daß es meinen Gastfreund mit Vergnügen erfüllte , daß seine Schöpfungen mit solcher Anerkennung von einem Manne , aus dessen Worten die Berechtigung zu einem Urteile hervorging , betrachtet werden , ist begreiflich . Die zwei Männer schlossen sich immer mehr an einander , und vergaßen zuweilen ein wenig die übrige Gesellschaft . In dem Schreinerhause , in welchem Eustach den Führer machte , wurden nicht nur alle Zeichnungen und Pläne durchgesehen , sondern die ganze Einrichtung und die Art , wie hier verfahren