Hauses wiederherstellen können , ohne das Geld meiner Frau zu brauchen , und überdies Ersparnisse gemacht , nämlich zwei Bübchen , von denen der ältere neulich schon den Teufel an die Wand gemalt hat , und zwar mit Kirschmus , als er die Mama sagen hörte , man solle das gerade nicht tun . Ein nettes Kräutchen , und ist noch nicht drei Jahr alt ! Kann ich die Bilder bekommen , so schreib recht viel dazu ! « Ich entschied mich ohne Zaudern für dies Freundesangebot , das meinen Entschluß , der Kunst zu entsagen , am leichtesten bestehen ließ ; denn ein solcher Ankauf aus freundschaftlichem Wohlwollen war ja noch kein Beweis für den wahren Künstlerberuf . Der Graf mußte mir beistimmen , obgleich ich den Verdacht hegte , daß es mit seinem Verkaufsprojekte nicht viel anders beschaffen sein mochte . Die Bilder wurden an Erikson abgesandt . In meinem Briefe , den ich wegen zu vollen Herzens nicht so ausführlich schrieb , wie er wünschte , bat ich ihn , er möge die Kaufsumme mir in die Heimat schicken , wohin ich abzugehen im Begriffe sei ; so brachte ich also nicht nur eine für meine bisherigen Verhältnisse ansehnliche Barschaft mit nach Hause , sondern auch ausstehendes Guthaben , dessen Eingang aus weiter Ferne , nachdem ich selbst so wohlbehalten angekommen und das erste Aufsehen vorüber war , von erfreulichster Wirkung sein mußte . Allein als ob das unglückliche Träumen von Gold und Gut im kleinen zur Wahrheit werden wollte , war es hiemit noch nicht genug . Nachdem mein neuer Aufenthalt den Behörden bekannt geworden und eben wieder zu Ende gehen sollte , erhielt ich eine gerichtliche Vorladung , um gewisse Eröffnungen entgegenzunehmen . Schon früher hatte ich meinem alten freundlichen Trödelmännchen Joseph Schmalhöfer einen Besuch abstatten wollen , seine dunkle Behausung jedoch verschlossen gefunden und erfahren , daß der einsame Mensch seit vielen Wochen tot sei . Zu meinem großen Erstaunen wurde mir jetzt auf der Gerichtskanzlei mitgeteilt , daß der Alte , der keine Erben hinterließ , sein nicht ganz unbeträchtliches Vermögen einer wohltätigen Stiftung vergabt und meine Person in seinem letzten Willen mit einem Legate von viertausend Gulden bedacht habe . Sofern ich mich nun darüber ausweisen könne , daß ich wirklich die von dem Legator gemeinte Person sei , so liege die genannte Summe zur Auszahlung bereit , nachdem alle bisherigen Erkundigungen nutzlos geblieben seien . Es handle sich namentlich um die Frage , ob ich derjenige wäre , der dem Verstorbenen eine größere Zahl gewisser Handzeichnungen usw. verkauft und bei Gelegenheit einer fürstlichen Vermählungsfeier Fahnenstangen angestrichen habe . Den durchschlagendsten Nachweis konnte der Graf mit zwei Worten leisten , soweit es die Zeichnungen betraf , und für das übrige genügte seine Glaubwürdigkeit dem Gerichtsbeamten vollkommen , als er erklärte , der , welcher die Stecken bemalt , könne kein anderer sein als ich . Also wurden mir vier öffentliche Schuldtitel von je tausend Gulden aushingegeben ; der Graf verkaufte dieselben und besorgte mir gute Wechsel für den Betrag , so daß ich nun mit Vermögensteilen in dreifacher Form ausgestattet war mit barem Gelde , mit Forderungen und mit Wechseln . » Wenn jetzt nur nicht der dicke Tell mit seinem Pfeil und das Kirchendach kommt ! « sagte ich , als wir an der Mittagstafel unseres Gasthofes saßen , wo ich zum Überflusse auch noch der Gast des Grafen war ; » ich muß trachten , daß ich fortkomme , sonst zerfließt mir das viele unnatürliche Glück zuletzt doch noch zu einem Traum ! « Ich fühlte mich in der Tat ordentlich beklemmt und fing an , dem Glückswandel nicht mehr recht zu trauen . » Was spintisieren Sie mir wieder über der Kümmerlichkeit ! « sagte der Graf ; » bei allem , was Sie nun besitzen und was Ihnen so ungeheuer erscheint , ist nicht ein Pfennig , dessen rechtmäßige Quelle Sie nicht in sich selbst zu suchen haben ! Und wie können Sie von Traum und Glücksfall reden , wo Sie gegenüber den paar Gulden mit Ihren schönen Jahren so im Verluste sind ? « » Aber die Geschichte mit dem Legat ist doch gewiß das reine Glücksabenteuer ! « » Auch dies nicht ! Auch sie hat ihre Wurzel nur in Ihnen selbst ! Ich habe vergessen , Ihnen ein beschriebenes Papier zu geben , das sich in den Falten eines der Schuldbriefe gefunden hat , als ich die Werttitel meinem Bankier brachte . Hier ist der Zettel , den der Alte Ihnen hinterließ ! « Der Graf gab mir ein Fetzchen Papier , auf welchem mit der mir bekannten unbehilflichen Handschrift des Trödlers , die zudem von eingetretener Körperschwäche noch verschlimmert sein mochte , zu lesen : » Du bist nicht wieder zu mir gekommen , mein Söhnchen , und ich weiß nicht , wo Du zu finden bist . Ich möchte aber , weil ich fürchte , daß der Tod mich bei kurzen Tagen in meinem Kram heimsucht , Dir etwas erweisen und zuwenden , was ich nachher doch nicht mehr brauchen kann , leider ! Ich tu es aber , weil Du alleweile mit dem zufrieden gewesen bist , was ich Dir für Deine Malerei gegeben habe , und vornehmlich , weil Du so still und fleißig bei mir gearbeitet hast . Wenn es in Deine Hände kommt , was ich in langen Jahren erspart habe mit Geduld und Vorsicht und Dir jetzt verehren tue , so genieße es mit Gesundheit und Verstand , weil ich leider davon abscheiden muß , und hiemit behüt Dich Gott , mein Männchen ! « » Es ist doch gut « , sagte ich mit neuer Verwunderung , » daß es für alle Gebarungen zweierlei Richter gibt ! Was andere mir als Leichtsinn , wo nicht Verkommenheit auslegen würden , erhält von dem braven Alten einen Tugendpreis ! « » Drum wollen wir auf seine Seligkeit anstoßen , weil er so gerecht gerichtet hat ! « erwiderte der