Körper und ihrer Verbrennung , sowie der Function der Nahrungsmittel - , welche ihn zu dem heutigen Stand der Chemie - betreffs der Verbindung chemischer und elektrischer Gesetze - hinüberleiteten . Damals gewann auch die Geologie ihren ungeheuren Aufschwung , die Wissenschaft der örtlichen Gesetze , der terrestrischen Einrichtung der Massen . Buffon entnahm aus Anregungen von Leibnitz und Descartes die Vorstellung von der Centralhitze , welche schon die Pythagoräer und Zoroaster geehrt . Dann kamen eine Reihe von Geologen , welche den Begriff des allgemeinen Wechsels auf der Erdoberfläche darthaten , jenen ewigen Fluß der Dinge , von welchem schon Herakleitos der Dunkle sprach . Jetzt begann man die organischen Ueberbleibsel zu studiren . Man erkannte den Zusammenhang der Existenz der fossilen Thiere mit den Medien , in welchen sie gefunden wurden . Der große Cuvier verband die Forschung über die unorganischen Veränderungen der Erdoberfläche mit derjenigen über die organische Veränderung der Thiere , die auf dieser Oberfläche gelebt . Die Deutschen hatten die primären ( Gneis ) , die Engländer die secundären Formationen untersucht , die Franzosen entdeckten die tertiären Strata , in welchen man bereits Säugethiere , die dem gegenwärtigen Zustande ähnlich , fand . Die angeblichen Patriarchenknochen und Hünengebeine wurden als Reste fossiler Thiere dem Studium der Anatomie unterworfen . Und jetzt verbreitete sich die allgemeine Verehrung Darwins , die Lehre von der unbeirrten regelmäßigen Entwickelung . Hier erschloß sich dem Geiste des einsamen Gottsuchers ein so unendlicher Horizont , daß er erschauernd und gleichsam athemlos innehielt . Erst allmählich begann er jetzt , an der leitenden Hand neuster Forscher , die . ganze Größe dieser Wahrheiten zu erfassen . Die Astronomie ist längst im Stande , wichtige planetarische Ereignisse viele Jahre vorherzusagen . Und werden nicht einst unsre Vorhersagungen in andern Dingen ebenso genau eintreffen , sobald die gesammte Wissenschaft ähnlich fortschritt ? Gleichförmige Regelmäßigkeit in allen Naturbewegungen - welch ein unergründliches Gebiet der Spekulation ! Lange ehe Menschen waren , lange ehe dieser Planet sich geformt , herrschte die gleiche unerfaßliche Ordnung . Nun drang auch die Zoologie durch vergleichende Anatomie in das Zellengewebe des menschlichen Organismus ein und gründete erst die eigentliche Physiologie , wozu nunmehr auch die Botanik beitrug . Man erkannte das Doppelleben des Menschen , das organische und das animalische . Ersteres , welches er mit der Pflanze gemein hat , bedingt Erschaffung und Zerstörung , nämlich : Verdauung , Circulation , Ernährung - Ausathmung , Ausdünstung , Verbrennung . Von dem Thierleben aber leitet er Bewegung , Gefühl und Urtheil her , d.h. Bewußtsein . Die Organe dieses thierischen Lebens sind absolut symmetrisch und sämmtlich doppelt , die des pflanzlichen Lebens hingegen außerordentlich verschieden und an sich einzeln . Das Pflanzenleben schläft nie in uns . Die doppelten animalischen Organe aber gestatten uns zu ruhen und abzuwechseln , und gerade hierdurch verbessern und entwickeln sich allmählich die Functionen , vom ersten Naturschrei des Kindes bis zur ausgebildeten Gedankensprache . Selbst die Mineralogie drang jetzt zu den glänzendsten Resultaten vor , indem sie sich mit der Geometrie verknüpfte und alle Abweichungen der Symmetrie der mathematischen Berechnung unterwarf . Die wunderlichsten Formen erschienen von jetztab als natürliche Entwickelungsfolgen . So giebt es also in keinem Reich der Natur die Möglichkeit einer Unordnung und alles , was geschieht , steht unter festen Gesetzen . Und dies Prinzip mußte man nun wohl oder übel auch auf das Geistige an wenden . Die Abweichungen des menschlichen Geistes , z.B. der Wahnsinn und das Genie , werden von eben so unfehlbaren Gesetzen bestimmt , als der Zustand der todten Materie . Unter gewissen Bedingungen tritt das Phänomen des Genies oder des Wahnsinns unausbleiblich ein . So wird man das Materielle und Immaterielle im zwanzigsten Jahrhundert im Studium zu verknüpfen lernen , wovon wir heute noch entfernt sind . Der Zusammenhang dieser naturwissenschaftlichen Forschungen mit der socialen Empörung , welche man die Große Revolution nennt , lag aber klar vor Augen in der allgemeinen Sehnsucht nach Verbesserung und Unzufriedenheit mit der früheren Stagnation . Wie und zeigen sich nicht genau die gleichen Symptome heut am Ende des neunzehnten Jahrhunderts ? Wenn im siebzehnten Jahrhundert Baco , Descartes und Newton die wechselnden Erscheinungen auf bestimmte Prinzipen von Ordnung zurückführten und das achtzehnte Jahrhundert diese gefundenen Prinzipien auf das materielle Universum im Ganzen anwendete , so versuchten die großen deutschen Denker diese Prinzipien auf die Geschichte des menschlichen Geistes auszudehnen und zu vollständigen Allgemeinbegriffen über den Fortschritt des Menschengeschlechts zu gelangen . Allein , dies gelang ihnen nur unvollkommen oder gar nicht , weil sie die Anregung in Herder ' s » Philosophie der Geschichte « , historische Drehungsgesetze zu entdecken , oberflächlich vernachlässigten . Sie wandten sich völlig der rein metaphysischen Spekulation zu und verließen das neubegründete philosophische Geschichtsstudium , welches sie zu pragmatischer Spezialgeschichtsschreibung und nüchterner Quellenforschung herabdrückten . Und doch sollte es der Endzweck jeder Forschung sein , aus Vergangenem die Zukunft vorherzusagen . Große Ereignisse entspringen keineswegs aus kleinen Ursachen , wenn auch vielleicht aus kleinen Bedingungen . Ereignisse der Menschengeschichte unterwerfen sich denselben Bedingungen wie Chemie und Geologie . Jede Erscheinung muß verursacht werden durch etwas , was in ihr vorgeht oder was außer ihr vorgeht . Ersteres muß sich durch ihre Zusammensetzung , letzteres durch ihre Lage erklären lassen . Selbst die geheimnißvollen großen Lichtkräfte , welchen in der Menschengeschichte wohl gewisse immanente Ideen entsprechen , wird man so analysiren können . Wenn der englische Denker Locke noch die abgesonderte Existenz einer Reflexionskraft behauptete , durch welche die Sinneseindrücke benutzt würden , so gingen die schottischen Denker , welche jene denkwürdigste Epoche des Menschengeistes zeitigte , schon so weit , eine sittliche Anlage jedes Menschen als ursprüngliches Prinzip anzunehmen . Schon bald wurden diese deductiven Transcendentalisten verdrängt durch die Gründung der politischen Oekonomie . Adam Smith stellte den Satz auf , daß die Gesetze , nach welchen wir unser Betragen richten , nur durch Beobachtung des Betragens anderer erlangt werden . Wenn wir einsam lebten , könnten wir weder Verdienst noch Recht