mir tausendmal gegrüßt an meiner Schwelle , « sagte mein Gastfreund , » selten ist hier einer eingegangen , der so willkommen gewesen wäre wie Ihr , und selten habe ich mich nach jemanden so gesehnt wie nach Euch . Wir sind nun so lange in Verbindung , und ich habe Euch schon so lange in der Liebe Eures Sohnes geliebt . « » Ich Euch in der Liebe Eures jungen Freundes , « erwiderte mein Vater , » es ist einer meiner liebsten Tage , der mich unter dieses Dach bringt . Ich komme in das Haus des Mannes , den ich durch meinen Sohn kenne , obgleich ich auch den Staatsmann hochachten muß . Ich komme mit der Schuld des Dankes belastet . Ihr habt mich ausgezeichnet , ehe ich es nur im geringsten Maße um Euch verdient hatte . « » Laßt das jetzt , es machte mir ja selber Freude , « entgegnete mein Gastfreund , » aber seht , so begeht man Fehler , wenn man von einer Leidenschaft befangen ist , besonders , wenn zwei alte Altertumsfreunde zusammentreffen . Ich habe versäumt , Eurer verehrten Gattin meinen ersten Gruß darzubringen , wie es Pflicht gewesen wäre . Aber , teure Frau , Ihr werdet es , wenn auch nicht ganz entschuldigen , doch als ein geringeres Vergehen ansehen als eine andere Frau , da Ihr Euren Gatten und seine Beziehung zu seinen Schätzen kennt . Seid mir gegrüßt , und wenn ich sage , daß ich Euch nicht minder als Euren Gatten hieher gewünscht habe , so sage ich die Wahrheit , und Euer eigener Sohn ist gegen Euch Zeuge , wenn Ihr meine Worte bezweifeln wolltet . Es freut mich , Euch in mein Haus führen zu können , erlaubt , daß ich Eure Hand fasse . Mathilde , Natalie , Heinrich , ihr müsset heute etwas Nebensache sein , und dieses Fräulein , das ich wohl schon als Klotilde kenne , wird erlauben , daß ich sie auch ein wenig liebe und um Gegenneigung bitte . Gustav , führe das Fräulein . « » Gönnt mir die Gnade , Euch führen zu dürfen « , sagte Gustav zu Klotilden . Sie sah den Jüngling sanft an und sagte : » Ich bitte um die Gefälligkeit . « » Ehe wir gehen , « sagte mein Gastfreund noch , » sehet noch hier meine zwei ausgezeichneten Künstler Eustach und Roland , die mit mir in unserem Besitze leben , den ich Sorgenfrei nennen würde , wenn er nicht voll von Sorgen steckte . Sie wollen Euch vor dem Hause begrüßen . Seht da auch meine Katharine , die das Haus zusammenhält , und dann meinen Hausverwalter und Gärtner und andere , welche die Lust des Empfanges nicht missen wollten . « Mein Vater reichte jedem die Hand , und die Mutter und Klotilde verbeugten sich auf das artigste . Hierauf nahm mein Gastfreund den Arm meiner Mutter , mein Vater den Mathildens , ich Nataliens , Gustav Klotildens , und so gingen wir bei dem Eisengitter in den Garten und in das Haus . Die Wägen fuhren in den Meierhof . In dem Hause wurden wir gleich in unsere Zimmer geführt . Mathilde und Natalie gingen in ihre gewöhnliche Wohnung . Für meinen Vater und für meine Mutter war ein Aufenthalt von drei Zimmern eigens gerichtet worden . Sie hatten sehr schöne Wandbekleidungen und vorzügliche Geräte . Für alle und jede Bequemlichkeit war gesorgt . Klotilde hatte ein zierliches blaßblaues Zimmerchen daneben . Ich ging von der Wohnung meiner Eltern in meine Zimmer , welche die gewöhnlichen waren . Gustav besuchte mich hier in dem ersten Augen blicke und umschlang mich mit der größten Freude und Liebe . » Nun ist doch alles sicher und gewiß « , sagte er . » Sicher und gewiß , « entgegnete ich , » wenn Gott sein Vollbringen gibt . Jetzt bist du mein teurer , vielgeliebter Bruder in der Tat , wenn du es auch der Fassung nach erst in einiger Zeit wirst . « » Darf ich auch du sagen ? « fragte er . » Von ganzem Herzen « , erwiderte ich . » Also du , mein geliebter , mein teurer Bruder « , sagte er . » Auf immer , so lange wir leben , was auch sonst für Zwischenfälle kommen mögen « , sagte ich . » Auf immer , « antwortete er , » aber jetzt kleide dich schnell um , damit du nicht zu spät kommst . Man wird in dem Besuchsaale zu ebener Erde noch einmal zu einem Gruße zusammenkommen , ehe man zum Mittagessen geht . Ich muß mich selber zurecht richten . « Es war so , wie Gustav gesagt hatte , und es war an alle die Einladung ergangen . Er verließ mich , und ich kleidete mich um . Wir versammelten uns in dem Besuchzimmer zu ebener Erde , in welchem ich , da ich das erste Mal in diesem Hause war , allein gewartet hatte , während mein Gastfreund gegangen war , ein Mittagessen für mich zu bestellen . Ich hatte damals den Gesang der Vögel hereingehört . Der eingelegte Fußboden war heute mit einem sehr schönen Teppiche ganz überspannt . Auch Eustach und Roland waren zu der Versammlung eingeladen worden . Als sich alle eingefunden hatten , stand mein Gastfreund , welcher so festlich angezogen war wie wir , auf und sprach : » Ich richte noch einmal an alle , welche gekommen sind , den Empfangsgruß innerhalb der Wände dieses Hauses . Es ist ein schöner Tag . Wenn gleich mancher liebe Freund und gewissermaßen Schlachtkamerade , den ich noch besitze , nicht hier ist , so kann eben nicht immer alles , was man liebt , versammelt sein . Das Eigentliche ist hier , ist aus einem lieben Anlasse hier , aus welchem ein noch schönerer Tag für manche hervorgehen kann . Ihr , sehr hochgeehrte Frau , die