spreche ich noch . Du hast den schwersten Vorwurf gegen mich erhoben , des Raubes des Herzogstuhles . Dein Vater hat den Vorgang , durch den ich Herzog wurde , begonnen . Er hat auf dem Tage in Sadska die Herren der Länder Böhmen und Mähren veranlasset , daß sie schwuren , dich als Herzog zu erkennen , wenn er gestorben sein würde . Er hat so fast das Recht , den Herzog zu ernennen , in die Hände der Herren gelegt . Und die Herren haben dieses Recht gebraucht , und haben mich zum Herzoge gewählt . Sie haben vor der Wahl gesagt , sie hätten dich mit ihrem Eide als Nachfolger anerkannt im offenbaren Sinne , daß dein Vater noch so lange lebe , bis du gereift , und zur Herrschaft unterrichtet bist . Als aber dein Vater todkrank wurde , ehe sich der Sinn des Eides erfüllen konnte , war der Eid erloschen . Die Herren wählten statt eines Jünglinges , der noch nicht herrschen konnte , einen Mann , von dem sie vermuteten , er werde es können . Ich zauderte vor der Wahl ; aber sie sagten , es sei die Pflicht meines Herzens , daß ich die Herrschaft nehme , und ich nahm sie . Die mich wählten , um in dem Lande schalten zu können , sind im Irrtume gewesen . Und wenn ich damals selbst unrechtmäßig Herzog gewesen wäre , so ist dein Recht erloschen , Wladislaw , als du dich Konrad unterworfen hattest , den die , welche an meiner Stelle nicht herrschen konnten , zum Herzoge gewählt haben . Und ist dein Recht erloschen , so ist das meinige auferstanden . So sind die Dinge , Wladislaw , und so hat dein Vater ahnend vor dem Sterben gesagt : Unterwirf dich Wladislaw , Nacerat wird gegen ihn nicht siegen . « » Du hast die Macht , und deine Anhänger sagen , du hast das Recht « , antwortete Wladislaw . » Ich habe zu dir gesprochen « , sagte der Herzog . Dann rief Wratislaw : » Du hast von Schriften geredet , in denen von Beschwerden zu lesen ist , und welche du den Herren , die hier versammelt sind , vorgelegt hast . Wer weiß es , welche Papiere du gezeigt hast . « Der Herzog Wladislaw antwortete : » Wenn ich hätte ungebührlich handeln wollen , Wratislaw , hätte ich euch nicht hieher berufen , sondern euch bloß verfolgt . « » Und wenn ich zu Grunde gehen und in die Erde versinken sollte « , rief jetzt Wratislaw mit lauter Stimme , » so werde ich nicht um Verzeihung bitten . « » Du hast gesprochen « , sagte der Herzog , » was reden die andern ? « » Ich werde nicht um Verzeihung bitten « , sagte Konrad . » Ich werde auch nie deine Verzeihung anflehen « , sagte Otto . » Mir kömmt eine Bitte um Verzeihung nicht zu « , sagte Leopold . » Mir auch nicht « , sprach Spitihnew . » Und da ich zu meinem Vater nicht gesagt habe : Ich unterwerfe mich Wladislaw , so unterwerfe ich mich auch jetzt nicht « , sagte Wladislaw , der Sohn des vorigen Herzoges Sobeslaw . » Ihr habt gesprochen « , sagte der Herzog Wladislaw , » und was ihr tun werdet , ist eure Sache . Die nicht um Verzeihung bitten , haben noch einen Monat Frist , und dann können sie ungeschädigt dorthin gehen , woher sie gekommen sind . « Nach diesen Worten schwieg der Herzog eine kleine Zeit , dann wendete er sich gegen Guido , den Abgesandten des Heiligen Vaters , und sprach : » Guido , hocherhabener Kardinal , hochehrwürdiger Abgesandter des Heiligen Vaters Innozenz , die Söhne dieses Landes haben jetzt eine Sache dieses Landes abgehandelt . Weil Ihr in das Land gekommen seid , zu schlichten , und zu richten , ist es Euch genehm , einige Worte zu reden ? « Guido antwortete : » Hocherlauchter Herzog , ich werde im Berufe meiner Sendung meine schwachen Worte verkündigen . Konrad , Wratislaw , Otto , die ihr Macht in dem Lande Mähren gehabt habet , ihr habt diese Macht gegen die hocherhabene Kirche und gegen den rechtmäßigen Herzog gewendet . Es sind Ärgernisse in die Seelen und Blutvergießen in die Leiber gekommen . Zur Milderung dient es euch , daß ihr vielleicht nicht wußtet , wie groß die Sünde ist , die ihr begangen habt ; aber so groß ist sie , daß der hochehrwürdige Bischof von Mähren , Zdik , den Bann über das ganze Land Mähren in Kraft seiner Apostelswürde aussprechen mußte . Ihr habt aber die Größe eurer Sünde nicht erkannt , oder seid halsstarrig geblieben . So groß ist die Sünde , daß der Heilige Vater den Bann nicht nur bestätigte , sondern ihn verschärfte . Und ihr seid dennoch in der Sünde geblieben . In das dritte Jahr liegt die Traurigkeit des Bannes auf dem unglücklichen Lande . Alle Seelen , die nach den Labnissen des Glaubens schmachteten , alle Seelen , die in Wirrsale gestürzt wurden , alle Seelen , die irrten , und alle Seelen , die durch den Bann verloren gingen , schreien zu Gott dem Allmächtigen um Sühnung gegen die , welche den Bann verschuldet haben . So groß ist die Sünde , daß der Heilige Vater in seiner Erbarmnis eine Sendung in das Land zur Ermahnung , zur Ordnung , zur Schlichtung , zur Sühnung beschlossen , und daß er mich geringes Werkzeug dazu auserkoren hat , der ich aus geistlichem Gehorsame gekommen bin . Ehe ich kam , hat Gottes Langmut euch schon einen Teil eurer Schuld büßen lassen . Ihr seid in dem Kriege gegen euern rechtmäßigen Herzog besiegt worden , habt eure Macht und eure Bezüge verloren , und seid in dem fremden Lande in der Verbannung , oder wie Flüchtlinge auf der heimatlichen Erde .