des Wagens loben . Es war Festigkeit mit Leichtigkeit verbunden , und bei einer gefälligen Gestalt bot er Räumlichkeit für alle nötigen Dinge . » Ich bin nun fertig , « sagte er , » sorgt , daß Eure Vorbereitungen nicht zu lange dauern . « Aber auch die Frauen waren zu der rechten Zeit in Bereitschaft . Der Vater hatte den Beginn der Baumblüte und des Blätterknospens als Reisezeit bestimmt , und zu dieser Zeit fuhren wir auch fort . Ich fuhr nun einen Weg , den ich so oft allein oder mit Fremden in einem Wagen zurückgelegt hatte , mit allen meinen Angehörigen . Wir fuhren mit Pferden , die wir uns auf jeder Post geben ließen ; allein wir fuhren zur Bequemlichkeit der Mutter und Klotildens , weshalb wir uns oft länger an einem Orte aufhielten und kleine Tagereisen machten . Ein sehr schönes Wetter und eine Fülle von weißen und rotschimmernden Blüten begleitete uns . Am vierten Tage vormittags fuhren wir in dem Sternenhofe ein . Mathilde war von unserer Ankunft unterrichtet worden . Wir hatten das Wagendach zurückgelegt , und alle Blicke meiner Angehörigen hafteten schon von weiter Entfernung her auf dem Blütenhügel , auf dem das Schloß stand , sie richteten sich jetzt auf die Gestalt des Bauwerkes , endlich auf das Sternenschild über dem Tore auf die Wölbung des Torweges , und zuletzt auf Mathilden und Natalien , die da standen , um uns zu empfangen . Wir stiegen aus . Natalie wechselte die Farben zwischen blaß und purpurrot . Man wartete nicht weiter mit dem Gruße . Klotilde und Natalie lagen sich an dem Halse und weinten . Meine ehrwürdige Mutter war von Mathilden umfaßt und an das Herz gedrückt . Dann wurde der Vater von ihr anmutsvoll und herzlich gegrüßt , sie reichte ihm beide Hände und sah ihn mit ihren Augen , die noch immer so schön waren , auf das innigste an . Natalie hatte indessen die Hand meiner Mutter gefaßt und sie geküßt . Diese gab den Kuß auf die Stirne des schönen Mädchens zurück . Der Vater wollte wahrscheinlich etwas Heiteres oder gar Scherzhaftes zu Natalien sagen ; aber als er sie näher anblickte , wurde er sehr ernst und beinahe scheu , er grüßte sie anständig und sehr fein . Wahrscheinlich hatte ihn ihre Schönheit überrascht , oder er erinnerte sich , wie es auch mir ergangen war , an die Pracht seiner geschnittenen Steine . Klotilde wurde von Mathilden auch an das Herz gedrückt . Auf mich dachte beinahe niemand . Ob dieser Empfang der strengen Umgangssitte oder irgend einer Rangordnung gemäß war , darnach fragte niemand . Wir gingen unter einander gemischt die Treppe hinan und wurden in Mathildens Gesellschaftszimmer geführt . Dort lieh man den Grüßen erst lebhaftere Worte und einen geregelten Ausdruck . » So lange haben wir uns gekannt , und erst jetzt sehen wir uns « , sagte Mathilde zu meinen Eltern , als sie dieselben zum Niedersitzen auf ihre Plätze veranlaßt hatte . » Es war ein Wunsch von vielen Jahren , « entgegnete mein Vater , » daß wir die Menschen sähen , die gegen meinen Sohn so wohlwollend waren , und die sein Wesen so sehr gehoben hatten . « » Das ist nun Natalie , meine teure Klotilde , « sagte ich , indem ich beide Mädchen einander vorstellte , » das ist Natalie , die ich so sehr liebe , so sehr wie dich selbst . « » Nein , mehr als mich , und so ist es auch recht « , erwiderte Klotilde . » Sei meine Schwester , « sagte Natalie , » ich werde dich lieben wie eine Schwester , ich werde dich lieben , so sehr es nur mein Herz vermag . « » Ich nenne dich auch du , « erwiderte Klotilde , » ich liebe meinen Bruder wie mein eigenes Herz , und werde dich auch so lieben . « Die beiden Mädchen umarmten sich wieder und küßten sich wieder . Als wir uns um den Tisch gesetzt hatten , sagte ich zu Natalien : » Und mich grüßt Ihr beinahe gar nicht . « » Ihr wißt es ja doch « , erwiderte sie , indem sie mich freundlich ansah . Das Gespräch dauerte nun allgemeiner über denselben Gegenstand fort . Die zwei Frauen konnten sich kaum genug betrachten und nahmen sich immer wieder bei den Händen . Als man endlich auf andere Gegenstände übergegangen war und über die Reise und ihre Annehmlichkeiten und Unannehmlichkeiten gesprochen hatte , sagte mein Vater , daß wir noch sämtlich in Reisekleidern seien , daß wir uns verabschieden müßten , und er fragte , wann er die Ehre haben könnte , sich Mathilden wieder vorstellen zu dürfen . » Nicht Vorstellung , « erwiderte sie , » Besuch , wann Ihr immer wollt . « » Also in zwei Stunden « , entgegnete mein Vater . Wir gingen in unsere Zimmer , und mein Vater wies uns an , uns in Festkleider zu kleiden . Nach zwei Stunden ging er allein mit der Mutter , beide wie an einem hohen Festtage geschmückt , zu Mathilden , welche sie zu sprechen verlangten . Mathilde empfing sie in dem großen Gesellschaftszimmer , und mein Vater warb um die Hand Nataliens für mich . Nach wenigen Augenblicken wurden Natalie , Klotilde und ich hineingerufen , und Mathilde sagte : » Der Herr und die Frau Drendorf haben für ihren Sohn Heinrich um deine Hand geworben , Natalie . « Natalie , welche in einem so festlichen Kleide da stand , wie ich sie nie gesehen hatte , weshalb sie mir beinahe fremd erschien , blickte mich mit Tränen in den Augen an . Ich ging auf sie zu , faßte sie an der Hand , führte sie vor ihre Mutter , und wir sprachen einige Worte des Dankes . Sie entgegnete sehr freundlich . Dann gingen wir zu meinen Eltern und dankten ihnen gleichfalls ,