um die Nachfolge zu stören , nach der Besiegung gestraft . Sie mußten oft an der Freiheit und oft an ihrem Leibe büßen . Du wolltest deinen Sippen , wenn sie eine hinreichende Beschwerde haben , Recht widerfahren lassen , und hast deine Herren der Kirche und des Landes berufen , sie zu hören . Du hast deine Sippen berufen , und hast ihnen zugesichert , daß sie unbeschädigt kommen und wieder gehen dürfen . Sie sind gekommen , und haben gesprochen . Und weil ihre Beschwerden nicht hinreichend sind , so erkenne ich , daß sie gefehlt haben , und daß sie dich in der gebührenden Art um Verzeihung bitten sollen . Du , hoher Herr , wirst ihnen gnädig sein . « Nach diesen Worten setzte sich der Bischof wieder nieder . Der Herzog Wladislaw sprach : » Diepold , rede . « Diepold stand auf , und sprach : » Du bist der Herzog der beiden Länder und der Wladyk unseres Stammes . Einige deiner Sippen haben die Waffen gegen dich gekehrt , weil sie ihren Willen gegen den deinigen setzen wollten . Und hätten sie sonst was immer für Beschwerden , denen man gerecht werden müßte , so ist es doch an dem , daß sie ihres Aufruhres willen dich um Verzeihung bitten müssen . Du wirst mild sein und nicht Rache üben . « Er setzte sich wieder nieder . Der Herzog sprach : » Heinrich , rede . « Heinrich sprach : » Sie haben gegen dich , den Herzog und Wladyk , Krieg geführt , und müssen dieser Tat wegen um Verzeihung bitten . Du wirst sie ihnen aber auch gewiß gewähren . « Dann sprach der Herzog : » Silvester , ich habe dich bitten lassen , zu kommen , sage uns jetzt deine Meinung . « Silvester stand auf . Sein weißer Bart floß auf das Kleid seines Klosters hernieder , und seine blauen Augen blickten auf die mährischen Fürsten , die auf ihren Stühlen saßen . Einen Augenblick sagte er nichts . Dann aber sprach er : » Hocherlauchter Herr , als dich die Versammlung der hohen und niederen Herren der Länder Böhmen und Mähren auf dem Wysehrad zum Herzoge gewählt hatten , bin ich der Meinung gewesen , daß die Wahl nicht giltig ist , und daß du der Herzog nicht bist , weil in unseren Ländern überall kein Recht vorhanden ist , den Herzog zu wählen , und weil die hohen und niederen Herren der Länder Böhmen und Mähren für den Tod des Herzoges Sobeslaw schon seinen Sohn Wladislaw als seinen Nachfolger mit ihrem Eide anerkannt hatten . Als aber Wladislaw , der Sohn Sobeslaws , sein Recht aufgegeben und sich unter Konrad von Znaim gestellt hatte , bist du in der Art der Herzog geworden , wie es alle vor dir seit der Aufhebung des Altererblichkeitsgesetzes geworden sind , durch die Tatsache und die Macht . Und es mußte so sein , weil sonst so lange kein Herzog möglich wäre , als bis ein Nachfolgegesetz gemacht wird . Alle Guten sind zu dir gegangen , und mein Sinn ist auch bei dir gewesen . Darum meine ich , daß der Krieg deiner Sippen gegen dich , als ihren Herzog , Aufruhr gewesen ist , und daß er Auflehnung gegen dich , als ihren Wladyk , gewesen ist . Sie müssen daher in der Demut , die in dem Lande gebräuchlich ist , um Verzeihung bitten . Wer deine Handlungen beobachtet hat , weiß , was du tun wirst . Ich danke dir , hocherlauchter Herr , daß du mich gerufen hast , meine Meinung in dieser großen Sache vor dieser hohen Versammlung zu sagen . « Nach diesen Worten setzte sich Silvester wieder auf seinen Sitz nieder . Hierauf sagte der Herzog : » Daniel , Propst von Prag , rede . « Daniel sprach : » Meine Rede ist kurz . Der Aufruhr deiner Sippen gegen dich , den Herzog und Wladyk , ist da gewesen , und die Sippen sollen in gebräuchlicher Art die Verzeihung erflehen . « Dann sagte der Herzog : » Gezo , Abt von Strahow , rede . « Gezo , der Abt von Strahow , aber sprach : » Ich rede , wie Daniel , der Propst von Prag , geredet hat . « Und wie Gezo sprachen auch die andern Äbte und Priester . » Und was sprichst du , Bolemil ? « fragte der Herzog . » Ich spreche « , antwortete Bolemil , » machet ein Herzogs-Nachfolgegesetz , und macht Einrichtungen , daß es gehalten werden muß . Jetzt aber ist es das Recht und der Gang der Dinge wie immer , daß deine Sippen deine Verzeihung erflehen . « » Und was spricht Diwis ? « fragte der Herzog . Diwis antwortete : » Ich spreche wie Bolemil . « » Und was spricht Lubomir ? « fragte der Herzog . Lubomir antwortete : » Ich spreche , daß deine Sippen , welche hier vor uns sitzen , freventlich gegen dich im Aufruhre gewesen sind , weil in den Schriften und in ihren Worten kein Anlaß enthalten ist , der sie dazu gezwungen hat . Sie müssen dich daher um Verzeihung anflehen . Du aber , hoher Herr , sei mild , und gewähre sie ihnen . « Und so wie die Männer , welche von dem Herzoge gerufen worden waren , gesprochen hatten , so sprachen alle hohen und niederen Herren der Länder Böhmen und Mähren , welche in dem Saale versammelt waren . Sie sagten , die Fürsten müssen um Verzeihung bitten . So sagte jeder , und kein einziger sagte das Gegenteil . Als alle Männer ihr Urteil deutlich ausgesprochen hatten , sagte der Herzog : » Ihr habt gehört , Abkömmlinge des Stammes Premysl , die ihr im Kriege gegen mich gewesen seid , was die Herren hier gesagt haben . Ich füge nichts bei . Mit dir aber , Wladislaw ,