- » Ich spür ' s wohl an meines Schädels Verletzung ; « erwiederte Leuenberg , schmerzhaft nach der Wunde greifend : » aber ich weiß hier nirgends in der Runde ein sichres Wirthshaus für uns . « - » ' s wird wohl am besten seyn , die Nacht unter ' m Mantel zuzubringen , « setzte Hornberg bei : » der Teufel traue in diesen ersten Tagen nach Bechtram ' s Hinritt dem Frieden ! « - » Ei , nicht doch ; « schmunzelte Zodick : » als Ihr kommen wollt mit mir , will ich Euch führen , wo Euch niemand sucht , und im Fall des Suchens , niemand findet . Ein prächtig Haus , und sicher wie im Schooße Abrahams , soll mir Gott helfen . « - » Nun , so hol der Schwarze das harte Lager hier und die Abendluft ; « rief Leuenberg , und machte sich auf die Beine . » Vordem schlief ich , that ' s Noth , unter meinem treuen Gaule . Der ist nun dahin , - entschlafen wie die einäugige Muhme . Gott tröste sie beide , und bescheere uns ein Strohlager und einen wärmenden Trunk . Sollen wir aber dem Hundsjuden da so unbedingt trauen ? setzte er zu Hornberg gewendet hinzu . « - » Warum nicht ? « lachte dieser mit gewohnter Rohheit : » ' s war sein eigner Schade . Denn mein Messer schlitzt ihm den Bauch auf , ehe ein Verräther uns ergreift . « - » Gott foll hüten ! « entgegnete höhnisch der Jude ! » Hab ' ich doch meinen Leid zu lieb , und meine Herren und Freunde . Wandert herzhaft mit mir : ich kenne auch hier die Schliche , und unsre Leute sind überall ! « Siebentes Kapitel . Schnell ist der Pfeil , schneller die Rache , am schnellsten die Reue . Pers . Sittenspruch . » Du kommst allein , mein Sohn ? « fragte Diether staunend und freundlich zugleich , als Dagobert zu ihm hereintrat in ' s Gemach , wo er mit Frau Margarethen in völliger Eintracht saß , den kleinen Hans auf seinen Knieen . Dagobert bejahte stumm , reichte seinen Eltern die Hände , warf einen prüfenden Blick auf Margarethen , und küßte den Knaben . - » Sieh , « begann Diether wieder und liebevoll : » sieh , das freut mich ; ich läugne es nicht . Es ist erfüllt worden , warum ich Gott in meinen letzten Nächten gebeten habe . Du hast muthig eine unziemliche Leidenschaft bekämpft , deren Gegenstand nur als unsre Tochter aufgenommen worden wäre , um Dir einen Beweis unsrer ausserordentlich Liebe zu geben , nicht aus Neigung unsers Herzens , da wir in der Jüdin , selbst wenn sie die Taufe empfangen , nur die nicht mit Rechten unserm Kreise Angehörige sehen können . « » Ja , « setzte Margarethe bei , die ihr Auge vor dem Dagobert ' s niedergeschlagen hatte , nun es aber mit freundlicher Klarheit zu ihm erhob ; » bester Sohn ; obgleich ich Euer Glück von ganzer Seele wünsche , so ist mir ' s , wie meinem Herrn genehm , daß Ihr der hebräischen Magd entsagt habt . Mit unserm Verlangen stimmt es überein . Was mein Herr noch ferner auf den Herzen trägt , überlasse ich ihm selbst , zu erklären gegen Euch . « - » Was ferner , mein Vater ? « fragte Dagobert sanft . - » Deine Stimne gibt mir Muth ; « erwiederte Diether : » es möge Dir nicht grausame Willkür scheinen , was ich von Dir jetzt fordre . Lege es aus Rechnung meines durch manchen Fehl betrübten Herzens , das recht innig und aufrichtig Friede schließen möchte mit dem Himmel . Deiner Mutter Gelübde , ... Sohn , ... laß mich nicht vollenden . Der Eid , den sie gethan , ist nicht gelöset , denn des Papstes Brief verliert die Kraft , so bald er nicht mehr das Recht besitzt , zu lösen . Also spricht der würdige Vater Reinhold , also spricht der gelehrte Dechant des Doms , Herr Herdan ; darauf dringt Dein Ohm , der Prälat , - Pater Johannes selbst , der sehr zu Deinem Vortheil neigt , zuckt hiebei die Achseln . Ich weiß keinen Weg zu finden aus der Gewissensangst , die mich belastet , und der Dechant hat schon geäußert , er wolle an den bischöflichen Stuhl berichten .... « - » Nicht doch , mein Vater , « unterbrach ihn Dagobert gelassen und heiter : » der würdige Herr mag diese Mühe sparen , wie Ihr die Sorge , nach Worten zu suchen , die Eure Absicht aussprechen sollen , ohne mir wehe zu thun . Nicht Ihr , nicht Herdan , nicht Reinhold , nicht einmal der Ohm , die Hauptquelle dieser Einwirkung der Kirche ... keiner von ihnen fügt mir dadurch ein Leides zu , sondern ihre Worte sind aus meiner Seele genommen . Ja , mein Vater : ich will Priester seyn , und will den Bischof um die Weihen bitten , sie mir nicht aufdringen lassen . « - » Sohn ! Dagobert ! « rief der Vater entzückt , so schnell am Ziele zu seyn : » ist es möglich , daß ich recht hörte ? Du wolltest ? wahrlich , Du bist mehr als ein gewöhnlicher Mensch , und gränzest an den Heiligen , der dort - Dein Ebenbild - von der Wand herab uns zulächelt . « - Dagobert warf schnell den Blick auf das Gemälde , welches den heiligen Georg in seinen Zügen darstellte . Seine Bescheidenheit hatte nie geahnt , daß dieses Bild ihn selbst vorstelle , und er erröthete . Dann verneigte er sich vor Margarethen , und redete : » Ehrsame Frau , Euer Befehl schuf jenes Bild , und ich muß Euch herzlich um Vergebung bitten . Ich dachte , vom